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Boule-Sport wird in Laatzen immer beliebter

Laatzen Boule-Sport wird in Laatzen immer beliebter

Der Boule-Sport wird in Laatzen immer beliebter: Zwei Vereinssparten und zwei Interessengemeinschaften gibt es derzeit im Stadtgebiet. Während in Grasdorf und Laatzen-Mitte vor allem Hobbyspieler die Kugeln werfen, werden in Rethen und Gleidingen auch Ligaspiele und Turniere ausgetragen.

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Boule-Gruppen in Laatzen: Alfred Ködderitzsch (von links), Carlo Paschen, Horst Riesch, Wolfgang Gutekunst, Matthias Ferenz, Sven Hasberg, Ann-Kathrin und Katharina Ferenz von der Pétanque-Sparte des TSV Rethen werfen auf dem Platz am Erbenholz die Gruppen für die nächste Runde aus.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen. Seit mehreren Jahren wird in Laatzen Boule gespielt - und immer mehr Einwohner begeistern sich für diese Sportart. Vier Gruppen gibt es mittlerweile in unterschiedlichen Ortsteilen. Während der Sport beim BSV Geldingen und TSV Rethen im Verein ausgetragen wird, haben sich in Grasdorf und Laatzen-Mitte Interessengemeinschaften gebildet. Tatsächlich sind die Grenzen zwischen den Gruppen aber fließend: Viele Spieler besuchen auch Veranstaltungen der anderen Laatzener Gruppen - einige auch regelmäßig. Mittlerweile gibt es sogar eine Stadtmeisterschaft.

Die Gruppen freuen sich über neue Mitspieler, die zu den Trainingszeiten einfach auf die Plätze kommen können. Lediglich in Laatzen-Mitte soll die Kapazität des Platzes ausgeschöpft sein. In der Regel können Kugeln für die ersten Versuche ausgeliehen werden.

Sportart ohne Altersbeschränkung

Eine Altersgrenze gibt es nicht. Aufgrund des demografischen Wandels beobachtet Horst Riesch, Trainer beim TSV Rethen, sogar regen Zulauf beim Boule, das in der Wettkampfvariante auch als Pétanque bezeichnet wird. "Pétanque kann man mit 90 Jahren noch spielen", so Riesch. "Es ist so ziemlich die einzige Sportart, bei der es keine Altersbeschränkung und auch keine Geschlechtertrennung gibt." Sogar Spieler mit einem Handicap könnten sich problemlos beteiligen. "Pétanque kann man auch mit Rollator oder Rollstuhl spielen."

Beim TSV und BSV werden die Wurftechiken gezielt trainiert. "Es gibt verschiedene Schusstechniken, die man üben muss", sagt Riesch. Die Wurfbewegung sei zwar immer dieselbe, "es ist aber entscheidend, wie genau ein Spieler wirft und wann die Kugel die Hand verlässt." Beim Training werfen die Spieler zum Beispiel über verschiedene Distanzen gezielt in Autoreifen. "Die Teamfähigkeit und die Taktik spielen ebenfalls eine Rolle." Geübt wird bei den Interessengemeinschaften zwar auch - die Spieler treffen sich aber vorrangig, um gemütlich ein paar Partien auszutragen.

Das Boule-Spiel:

Die Begriffe Boule und Pétanque werden häufig für die gleiche Sportart benutzt. "Boule ist der Sammelbegriff für die verschiedenen Kugelsportarten", sagt Horst Riesch, Trainer beim TSV Rethen. Darunter fällt unter anderem das in Norddeutschland beliebte Boßeln, aber auch das englische Bowls, bei dem die Kugeln leicht abgeflacht sind. In Laatzen wird vor allem Pétanque gespielt.

Bei dieser Wettkampfversion werfen die Spieler Stahlkugeln aus einem Startkreis heraus auf die Bahn, es gibt zudem festgelegte Kugelgrößen und - gewichte. Pétanque wird auf jedem Boden gespielt. Die Oberfläche der meisten angelegten Bahnen besteht aus einem Mineralgemisch. Bei Meisterschaften muss das Spielfeld gemäß des Deutschen Pétanque-Verbandes (DPV) mindestens vier Meter breit und 15 Meter lang sein.

Gespielt wird entweder als Tête-à-tête (ein Spieler gegen einen Spieler), in Zweier-Mannschaften (Doublette) oder in Dreier-Teams (Triplette). Ziel jeder Mannschaft ist es, die Kugeln möglichst dicht an der Zielkugel - dem sogenannten Schweinchen - zu platzieren. Das Team, das es nach allen Würfen dichter an das Schweinchen herangeschafft hat, erhält Punkte. Es gewinnt die Gruppe, die als erstes zwölf Punkte oder mehr erreicht hat.

Pétanqueabteilung beim TSV Rethen spielt auf 18 Plätzen

Die Pétanque-Sparte des TSV Rethen wurde im Jahr 2012 gegründet, nachdem sich eine Gruppe vom Koldinger SV abgespaltet hatte. Zusammen mit einigen Handballern und Mitgliedern anderer TSV-Sparten haben sie eine eigene Sparte aufgebaut. Auch suchten und fanden sie ein geeignetes Gelände. Der Handballplatz auf dem Gelände am Erbenholz lag damals brach, "also haben wir hier im Winter 2011/2012 in Eigenleistung einen Pétanqueplatz eingerichtet", erzählt TSV-Mitglied Wolfgang Gutekunst. Heute stehen dort 18 Bahnen zur Verfügung. Da der Platz mit Flutlicht ausgestattet ist, können die Rethener sogar noch am späten Abend und im Winter ihre Kugeln werfen.

Seit der Spartengündung ist die Abteilung stetig gewachsen - auf heute 62 Mitglieder. Beim TSV sind Spieler aus allen Generationen dabei: Der Jüngste ist 14 Jahre alt, der Älteste 89. "Es kommt durchaus vor, dass Jugendliche und Senioren zusammenspielen", sagt Trainer Horst Riesch: "Das klappt auch ganz problemlos." 

Die Rethener spielen erfolgreich bei Ranglistenturnieren, Punkt- und Ligaspielen mit. "Die erste Mannschaft spielt in der Regionalliga. Das ist die zweithöchste Klasse in Niedersachsen", sagt Gutekunst. Die zweite und dritte Mannschaft haben es in die Bezirksoberliga geschafft, die vierte spielt in der Bezirksklasse. Darüber hinaus gibt es in Rethen viele Freizeitspieler .

Die Pétanquespieler des TSV Rethen trainieren dienstags und donnerstags ab 17 Uhr, sonntags ab 10 Uhr, auf dem Platz am Erbenholz an der Peiner Straße 100.

Stadt spendete Beleuchtung für Bouleplatz beim BSV Gleidingen

Die Boule-Abteilung beim BSV Gleidingen gibt es seit 2009. Der Spartenleiter und stellvertretende Vereinsvorsitzende Wilhelm Schmidt habe den Sport in Nizza kennen- und liebengelernt. "Ich habe mich gefragt: Warum können wir das nicht auch in Gleidingen machen?" Nach kurzer Zeit hatte Schmidt zwölf Bekannte für die Gründung einer eigenen Sparte zusammengetrommelt. Heute gehören der Abteilung 33 Mitglieder an. Diese Zahl habe sich seit einiger Zeit so eingepegelt.

Anfangs warfen die Gleidinger noch auf der unbenutzten 100-Meter-Aschenbahn neben dem Fußballplatz ihre Kugeln. "Uns sind aber immer wieder die Fußbälle um die Ohren geflogen", berichtet Schmidt. Schließlich bauten die Mitglieder im Jahr 2012 die nicht mehr genutzten Tennisplätze zur Boule-Anlage um. "Für die Beleuchtung hat uns die Stadt die alten Lampen gespendet, die mal vor dem Rathaus an der Marktstraße standen." Im vergangenen Jahr hat die Abteilung dann die alten Glühlampen gegen eine neue LED-Beleuchtung ausgetauscht.

Die Spieler des BSV Gleidingen kommen regelmäßig mittwochs und freitags ab 17 Uhr (in der Winterzeit ab 16 Uhr) zum Training auf dem Bouleplatz am Jahnweg 1 zusammen.

Boule-Interessengemeinschaft BIGL ist ein lockerer Zusammenschluss

Im Gegensatz zum BSV und TSV ist die Boule-Interessengemeinschaft Laatzen (BIGL) ein lockerer Zusammenschluss von Gleichgesinnten. Sie treffen sich regelmäßig auf dem städtischen Platz in Grasdorf an der Ohestraße 14 nahe dem Naturschutzzentrum an der Leinebrücke. Die meisten sind reine Freizeitsportler. Oft trifft man aber auch Mitglieder anderer Vereine auf der Anlage an. "Es geht um den Spaß unter Gleichgesinnten", sagt BIGL-Spieler Gerd Pöllabauer. Ihren Sport nehmen die Spieler aber durchaus ernst. "Wir spielen vierteljährlich ein internes Ranglistenturnier und beteiligen und auch an Freundschaftsturnieren mit anderen Gruppen", so Pöllabauer.

Die BIGL-Gründung reicht bis ins Jahr 1994 zurück. Gottfried Schmidt hatte damals das Boule-Spiel in Frankreich für sich entdeckt und wollte es auch in Grasdorf spielen. Also suchte er Gleichgesinnte. Mithilfe von Sponsoren und des Laatzener Betriebshofes wurde der Platz an der Ohestraße im Oktober 1994 im Rahmen des des Brunnenfestes eröffnet.

Derzeit sind etwa zwölf Spieler regelmäßig bei den Treffen dabei, viele weitere kommen in unregelmäßigen Abständen hinzu. Die Spieler treffen sich montags ab 14 Uhr, donnerstags ab 16 Uhr (von November bis Februar ab 14 Uhr) sowie sonntags ab 10.30 Uhr für etwa drei Stunden an der Ohestraße.

Pettenkofer Boulies spielen auch gegen die Regeln

Auf der Boulebahn am Mehrgenerationen-Aktivplatz an der Pettenkoferstraße kommen die zehn Spieler der Pettenkofer Boulies an jedem Donnerstag zusammen. "Wir treffen uns immer um kurz vor 14 Uhr zum Einwerfen", sagt Peter Grytz, der die Gruppe im Juli 2012 kurz nach der Eröffnung der Anlage mit seiner Frau Bruni ins Leben gerufen hat. Ab 14 Uhr starten die Spiele.

Der Spaß steht bei den Boulies eindeutig im Vordergrund. "Wir sind wahrscheinlich die einzige Gruppe in Deutschland, bei der die Spieler gegen so ziemlich jede Regel verstoßen", sagt Grytz. "Bei uns spielt jeder mit drei Kugeln, egal wie viele Spieler auf dem Platz sind." Das Gesellige stünde eindeutig im Vordergrund. "Deshalb gibt es bei uns um 15.30 Uhr auch immer Kaffee und Kuchen." Mit zehn Spielern sei die Kapazität des Platzes ausgereizt. "Deshalb können wir auch niemanden mehr aufnehmen."

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Von Daniel Junker

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