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Brandes: Pilgern ist kein Wandern

Hemmingen/Laatzen/Pattensen Brandes: Pilgern ist kein Wandern

Calenberger Pilgerweg - das klingt gut. Keine Frage: Eine solche Route würde das Leinetal und Calenberger Land über seine Grenzen hinaus bekannt machen. „Es wäre ein sehr anspruchsvolles Projekt“, sagt Detlef Brandes, Superintendent des Kirchenkreises Laatzen-Springe.

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In Grasdorf gibt es bereits eine Pilgergasse.

Quelle: Battermann

Laatzen. Der Vorschlag stammt vom Freundeskreis der Stiftung Grasdorf an der Leine.

Walter Battermann vom Freundeskreis erläutert, der etwa 60 Kilometer lange Weg solle jahrhundertealte Kirchen und Kapellen in Laatzen, Hemmingen und Pattensen verbinden und könnte als Rundweg bis zum Kloster Wülfinghausen auf Springer Stadtgebiet und über die Klöster Barsinghausen und Wennigsen zurück ins Leinetal führen.

Detlef Brandes gibt zu bedenken, dass das Ausweisen eines solchen Weges seine Zeit brauche. Es reiche nicht aus, nur die Kirchen zu öffnen. „Die Anleitung zur Einkehr muss vorgehalten werden.“ Hinzu kämen versicherungsrechtliche Fragen. „Die Achtung vor den Gotteshäusern wie noch vor Jahrzehnten ist nicht mehr vorhanden.“ Das Vorhaben sei zudem mit dem Kirchenkreis Ronnenberg zu diskutieren, zu dem Barsinghausen und Wennigsen gehören. Und nicht zuletzt stelle sich die Frage, wer ein solches Projekt begleite und ob dafür Personal einzustellen sei. Im Hinblick auf die „Inflation von Pilgerwegen“ betont Brandes: „Pilgern ist kein Wandern oder ein Spaziergang. Es ist immer ein Aufbruch in die Ferne, verbunden mit Strapazen, Entbehrungen und auch Krisen.“ Auch sei zu bedenken, dass einige Gotteshäuser vor der Reformation katholisch geprägt waren und dort die Tradition der Wallfahrten gepflegt wurde. Dennoch will Brandes das Thema im Kirchenkreisvorstand und in der -konferenz ansprechen.

Walter Battermann vom Freundeskreis zeigt sich überzeugt: „Das Bedürfnis zu einer spirituellen Einkehr und zu einem philosophischen Austausch mit anderen Pilgern ist da.“ Auf dem Calenberger Pilgerweg könnten Einzelne, aber auch Gruppen unterwegs sein. Geeignete Routen gebe es genug: „Wir haben hier ein schönes Wandergebiet.“ Die katholische Kirche in der Region Hannover hat, wie berichtet, den Calenberger Pilgerweg grundsätzlich befürwortet.

In Grasdorf gibt es seit wenigen Tagen eine Pilgergasse. In der Kirchengemeinde erhalten Pilger einen Stempel für ihren Pilgerausweis, denn Grasdorf liegt auf dem Pilgerweg Via Scandinavica, dem skandinavischen Jakobsweg.

400 Kilometer in acht Tagen zurückgelegt

Auf Zeit loslassen, auf Gewohntes verzichten, auf einem mühsamen Weg durchhalten: Das bedeutet Pilgern. Das Thema ist in den Kirchenkreisen Laatzen-Springe und Ronnenberg nicht neu. Drei Beispiele: 2012 haben mehr als 40 Radfahrer 400 Kilometer in acht Tagen zurückgelegt und waren in Klöster eingekehrt, bevor sie ihr Ziel Ronnenberg erreichten. Für den Evangelischen Kirchentag 2005 wurde die Tour „Peregrinatio“ mit Station auf dem Hermannshof Springe-Völksen organisiert, wo Teilnehmer auch mit Kunst in Berührung kamen. 2006 bot der Kirchenkreis Ronnenberg unter dem Thema „Heilige Räume“ Pilgererfahrungen im Wald an.

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