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Container auf Kompostplatz verärgern Bürger

Rethen Container auf Kompostplatz verärgern Bürger

Seit Ende März gelten auf dem städtischen Kompostplatz in Rethen neue Regeln, doch bei vielen Bürgern stoßen die übel auf. Das Problem: Statt die Gartenabfälle direkt aus dem Auto auf Haufen abladen zu können, sind diese jetzt in große Container zu werfen – und die sind nur über Stufen zu erreichen.

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Seit Ende März müssen die Laatzener ihren Grünschnitt auf dem Kompostplatz in Rethen in bereitgestellte Container werfen.

Quelle: Daniel Junker

Rethen. "Man kann an den Komposthaufen nicht mehr heranfahren", moniert der Rethener Wolfgang Langer. "Früher habe ich einfach eine Plane auf meinen Hänger gelegt, den Grünschnitt draufgeladen und auf dem Kompostplatz dann die Plane wieder auf den Haufen mit Grünschnitt heruntergezogen", so Langer.

Inzwischen aber darf der Gartenabfall nur noch in hohe Container entsorgt werden. Die Einwurfkante ist nur über Trittstufen erreichbar. Für Ältere oder Behinderte sei dies ohne Hilfe kaum zu schaffen, so der Rethener: "Die kommen da einfach nicht hoch." Auch Jüngere stelle dies vor Problem, so Langner weiter: "Meine Schwiegertochter ist mit Sicherheit kein älterer Mensch. Aber auch sie hat ihren Grünschnittsack dort nicht hochschleppen können". Es könne nicht angehen, dass Anlieferer jedes Mal auf Hilfe angewiesen sind.

Auch Bernward Kaczmarczyk ist verärgert. "Wenn ich nur einen kleinen Sack mit Grünschnitt abliefern möchte, ist das vielleicht noch machbar", sagt er. Wer aber seine Gartenabfälle mit dem Anhänger anliefere, habe ein Problem: "Ich muss das jetzt alles in Tüten verpacken, damit ich den Grünschnitt die Treppen hochbekomme. Das ist doch Schwachsinn." 

Ähnlich kritisch äußert sich ein anderer Rethener, der namentlich nicht genannt werden will. Als er zuletzt Grünschnitt abliefern wollte, hätten auf dem Weg zum Kompostplatz zwei Mitarbeiter vom städtischen Ordnungsamt gestanden, um mit fuchtelnden Armen auf den Platz fahrenden Autos anzuhalten. Sie hätten verhindern wollen, dass Anlieferer ihren Grünschnitt wie früher auf die Haufen werfen. Die Bürger hätten ihre schweren Grünschnittsäcke dann in den Container wuchten müssen. "Ältere und Behinderte schaffen das nicht", so der Rethener.

Neuregelung aufgrund von Bürgerbeschwerden

Die Stadt Laatzen habe mit der Neuregelung auf Beschwerden von Bürgern reagiert, teilt aha-Unternehmenssprecherin Helene Herich in einer Antwort mit, der sich auch die Stadtverwaltung anschloss: Bürger hätten in der Vergangenheit beklagt, der Platz sei eine reine Matschfläche und nicht mehr befahrbar. Auch einige Leser wie der Laatzener Bernd Noll hatte dies schon auf dem Kompostplatz beobachtet und moniert: "Man muss danach nicht nur sein Auto reinigen, sondern auch Kleidung und Schuhe. Es ist eine Zumutung." In Pattensen und anderen Orten seien die Plätze wesentlich nutzerfreundlicher. 

Um dem entgegen zu wirken habe der städtische Betriebshof kürzlich eine befestigte Fahrspur eingerichtet, sagt Herich. "Die Fahrspur besteht aus einer wassergebundenen Decke, so dass nun eine trockene und sichere Anliefung möglich ist." Dass die Bürger sich an die neue Situation der Container und die Treppen gewöhnen müssten, sei verständlich. Doch sei die Entsorgung von Grüngut über Container auf jedem aha-Wertstoffhof gängige Praxis.

Die bisherige Situation mit den Grünschnitthaufen sei nicht mehr tragbar gewesen. Die aha-Mitarbeiter hätten diese mit einem Radlader in Container umladen müssen, was nicht nur zu Zusatzkosten führte. Der Platz sei durch das ständige Befahren mit den Radladern noch unwegsamer geworden.

Ältere oder Gehbehinderte müssten sich bei Bedarf selbst um Unterstützung bemühen. "Treppen zum Befüllen von Containern sind auf jedem Wertstoffhof Standard und haben sich bewährt. Eine gesonderte Ausstattung für Gehbehinderte ist auch auf den aha-Wertstoffhöfen nicht vorgesehen."

Eine Absenkung des Containers in der Erde, wie sie von Bürgern vorgeschlagen wurde, sei derzeit nicht vorgesehen. "Diese Möglichkeit bedeutet eine erhebliche finanzielle Investition, da umfangreiche Baumaßnahmen getätigt werden müssen", teilt Herich mit. Dazu käme das Problem der Entwässerung, die weitere Investitionen zur Folge hätten.

Einige Mitarbeiter des Betriebshofes sind mittlerweile dazu übergegangen, die Türen der Container zu öffnen, damit die Anlieferung leichter möglich ist. Sobald die Behälter zu voll sind, müssten die Anlieferer allerdings weiterhin die bereitgestellte Treppe benutzen.

Kompostplatz ist nur für private Anlieferungen vorgesehen

Der Kompostplatz der Stadt Laatzen sei eine Entsorgungsmöglichkeit für die Bürger und somit nur für private Anlieferungen gedacht, sagt Herich. Die Annahme auf dem Betriebshof werde nicht über Steuern, sondern über Abfallgebühren der Region Hannover beziehungsweise aha finanziert. Firmen könnten ihren Grünschnitt gegen Gebühr auf den Deponien anliefern. Gleiches gelte für Privatleuten mit größeren Gartenabfall-Mengen.

Privatleute können an 55 Annahmestellen in der Region, zu denen auch der Laatzener Kompostplatz gehört, bis zu einem Kubikmeter Grünabfälle täglich kostenfrei abgeben. Dazu gehören Baum-, Hecken- und Strauchschnitt sowie Herbstlaub. Nicht angenommen werden Bioabfälle aus der Küche und Rasenschnitt. "Diese Bioabfälle gehören in die Biotonne, den Biosack oder auf den Komposthaufen im eigenen Garten", teilt die aha mit.

Den abgegebenen Grünschnitt verarbeitet aha zu Kompost. 2015 kamen so 46.000 Tonnen Kompost zusammen.  Bis zu einem Kubikmeter können aha-Kunden kostenlos auf den Wertstoffhöfen der Deponien abholen.

Stadt erweitert Öffnungszeiten des Kompostplatzes

Die Stadt Laatzen hat die Öffnungszeiten des Kompostplatzes zum 1. April erweitert. Bis einschließlich 30. November ist das Areal nun auch donnerstags von 13 bis 16 Uhr geöffnet. Weitere Zeiten sind montags von 7.15 bis 12 Uhr sowie an jedem ersten und dritten Sonnabend im Monat von 9 bis 12 Uhr.

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Von Daniel Junker

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