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Olu Arigbabu erhält Bundesverdienstkreuz

Laatzen-Mitte/Berlin Olu Arigbabu erhält Bundesverdienstkreuz

Große Ehrung in Berlin: Der Laatzener Olukayode Arigbabu erhält am Mittwoch das Bundesverdienstkreuz am Bande. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier persönlich wird ihm die Auszeichnung der Bundesrepublik Deutschland als einzigem Niedersachsen bei einem Festakt im Schloss Bellevue überreichen.

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Der Laatzener Olukayode Arigbabu wird am Mittwoch, 4. Oktober, im Schloss Bellevue in Berlin mit dem Verdienstorden der Bundesrepublik ausgezeichnet. Die Ehrung erhält er für seine besonderen ehrenamtlichen Verdienste für der Stadt Laatzen.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen-Mitte/Berlin. Der Tag der Deutschen Einheit ist seit 1991 ein besonderer Anlass, Bürger für ihre herausragenden Verdienste zum Gemeinwohl mit dem seit 1949 erstmals verliehenen Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland auszuzeichnen. Der Laatzener Olukayode Arigbabu gehört zu den 16 Frauen und 14 Männern, die am Folgetag, am Mittwoch, von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue empfangen werden. Er ist der einzige Niedersache, der an diesem Tag dort geehrt wird.

Das Bundespräsidialamt begründet die Auszeichnung des Laatzener so: "Nach der Maxime 'Man muss sich engagieren und integrieren' ist Olukayode Arigbabu, der vor über 50 Jahren nach Deutschland kam, in herausragender Weise an seinem Wohnort Laatzen aktiv." Tatsächlich ist der gebürtige Nigerianer, der 1967 für ein Studium nach Deutschland zog, fest mit seiner heutigen Heimatstadt verwurzelt, in der er nach Aufenthalten in Marburg an der Lahn, Marl und Hannover seit 1993 lebt.

Arigbabu hat sich integriert und fordert dies auch von anderen. „Viele Einwanderer bewegen sich fast ausschließlich innerhalb ihrer Kulturen. Das macht das Zusammenleben schwierig." Der Nigerianer hält es für wichtig, auf die Menschen zuzugehen. "Auch wenn es dabei auch Schwierigkeiten gab: Es hat sich gelohnt. Das habe ich auch meinen Kindern vermittelt."

Integration dürfe nicht einseitig sein, betont der gebürtige Nigerianer, der längst deutscher Staatsbürger: "Es ist immer ein Geben und Nehmen." Dies gelte für Einwanderer und Einheimische gleichermaßen. "Es geht nicht darum, aus einem Nigerianer einen Deutschen zu machen. Das wird nicht funktionieren. Es geht darum, dass wir gut zusammen leben können und dafür gemeinsam Spielregeln entwickeln." Wie wichtig ihm das Thema ist, zeigt er seit Jahren auch öffentlich - zum Beispiel beim Integrationsdialog im Rahmen des Laatzener Stadtfestes.

Der 74-jährige Olukayode Arigbabu, den seine Freunden kurz "Olu" nennen, setzt sich in vielfältiger Weise für die Stadt und die Demokratie ein: Er ist Gründungsmitglied der Laatzener Initiative für Arbeit (IfA) und seit mehr als 20 Jahren dort aktiv – inzwischen auch als deren Vorsitzender. Die Initiative verstehe sich als Schnittstelle zwischen Arbeitssuchenden, dem Jobcenter und anderen Beratungsstellen, so Arigbabu. Darüber hinaus könnten sich Arbeitslose über das Netzwerk austauschen, Impulse geben und neue Kontakte knüpfen.

Auch das Laatzener Netzwerk für Flüchtlinge sowie die Laatzener Tafel hat Arigbabu mit begründet. Bei letzterer leitete er drei Jahre lang die Ausgabestelle an der Karlsruher Straße. Beim Programm "Laatzen-Mitte wird top" ist Arigbabu ebenfalls seit Beginn an dabei. In der AG Picobello bemühte er sich jahrelang um ein sauberes Stadtbild. Bei vielen Aktionen ist der 74-Jährige heute noch dabei. Darüber hinaus sitzt Arigbabu im Begleitausschuss des Programms "Demokratie Leben".

Für sein Engagement in der Stadt erhielt Olu Arigbabu 2011 bereits den Laatzener Löwen des Wirtschaftsforums Laatzener Unternehmer (WIR). Dass er nun sogar den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland erhalten soll, konnte er zunächst nicht glauben. "Als der Brief vom Bundespräsidialamt kam, war ich erstmal schockiert", sagt Arigbabu und lacht. "Mit so etwas rechnet man ja nicht. Der Laatzener Löwe war schon das Höchste, was ich mir vorstellen konnte." Jetzt freut er sich aber über und auf die Auszeichnung von oberster Stelle in Berlin.

Am Donnerstag will Bürgermeister Jürgen Köhne dem Geehrten seinen Dank im Namen der Stadt aussprechen.

Laatzener Träger des Verdienstkreuzes seit 1993

Das Bundesverdienstkreuz wird bereits seit 1949 an Menschen verliehen, die sich für das Gemeinwohl und Zusammenleben besonders verdient gemacht haben. In den vergangenen 25 Jahren haben es neben dem aktuell ausgezeichneten Olu Arigbabu noch die folgenden 17 Menschen aus Laatzen bekommen: Ernst Hillert, Heinrich Rink und Erich Vellage (alle 1993), Margot Schollmeyer (1997) sowie im Jahr 2000 Gisela Bröckers und Otto Hillnhagen. In den beiden Folgejahren wurden Hans-Hoachim Liesecke und Heinz-Georg Ohms mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Nach einjähriger Pause folgten 2004 dann Klaus-Dieter Koch und Hildegard Asbeck. Klaus-Michael Schasse und Rudolf Buschmann erhielten die besondere Ehrung für ihre jeweiligen Verdienste im Jahr 2005, Gerhard Langner, Christian Bräuning und Hans-Jürgen Wohlfarth dann ein Jahr später. Danach waren sechs Jahre lang keine Menschen aus der Stadt mehr unter den Geehrten bis mit Dorothea Pitschnau-Michel (2013) und Helmut Flohr (2014) erstmals wieder zwei Laatzener das Bundesverdienstkreuz erhielten.

Von Daniel Junker und Astrid Köhler

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