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Jedes Wochenende dröhnen die Motoren

Rethen Jedes Wochenende dröhnen die Motoren

Oschersleben, Hockenheim oder Nürburgring: Fast jedes Wochenende widmet sich Burkhard Scheunert seiner großen Leidenschaft - dem Motorsport. Dabei sitzt der 65-Jährige nicht mehr selbst hinter dem Steuer, sondern kontrolliert als Schiedsrichter für den Deutschen Motorsportbund die Fahrer.

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Der Laatzener Burkhard Scheunert ist als Schiedsrichter im Motorsport bundesweit im Einsatz.

Quelle: Stephanie Zerm

Rethen. Quietschende Reifen und dröhnende Motoren haben es Burkhard Scheunert angetan. Selbst nach fast 50 Jahren im Motorsport ist der 65-Jährige noch mit Feuereifer dabei. "Das macht mir einfach Spaß ", sagt der Rentner und lächelt.

Bereits mit 18 Jahren ist Scheunert in den Motorsportclub Langenhagen eingetreten. "Hier in Laatzen gibt es das leider nicht", bedauert er. Zwar sei der Motorsportclub Pattensen gleich nebenan. "Aber die spielen ja auf Motorrädern Motoball", sagt Scheunert. Und das sei nicht das, was er sich vorgestellt hatte. Autos sollten es sein, möglichst getunt, schnell und PS-stark.

1969 nahm der Autofan zunächst mit seinem VW Käfer an Geschicklichkeitsturnieren teil, bei denen die Fahrer Pylonen und Parkgitter möglichst schnell umkurven mussten. 1972 ist er bei der Deutschen Meisterschaft im Geschicklichkeitsfahren gestartet und von 60 Teilnehmern auf dem sechsten Platz gelandet. Aber auch auf zahlreichen Slalomstrecken gab Scheunert Gas. "Dabei umfährt man auf einem etwa 2000 Meter langen Parcours Pylonen", erklärt der 65-Jährige. "Wer der Schnellste ist, gewinnt."

1978 kaufte sich Scheunert einen Golf I und nahm an zahlreichen Rallyes in Deutschland und Europa teil. Den Golf tunte er dafür, frei nach dem Motto "tiefer, schneller, härter". Außerdem bekam das Fahrzeug einen Überrollkäfig sowie Sportsitze und -gurte. Gefahren wurde oft auf gesperrten Feldwegen. "Da sind wir schon mal mit 180 Kilometern die Stunde durch die Feldmark gebrettert", erinnert sich der gelernte Elektroingenieur. Immer mit an Bord: ein Copilot mit seinem "Gebetsbuch". Darin war der Radius der Kurven verzeichnet, den er Scheunert während der Fahrt zurief. "Bei dem rasanten Tempo konnte man nicht auf Sicht fahren", berichtet der Rethener, den manche Rallyes sogar bis nach Marokko, Zypern und in den Iran führten.

Anfang der Achtzigerjahre beendete Scheunert seine Rennfahrerkarriere. "Die Ausstattung der Wagen wurde immer teurer, außerdem wollte ich mehr Zeit für meine Familie haben."

Seitdem ist er als ehrenamtlicher Sportkommissar, als Schiedsrichter, für den Deutschen Motorsportbund (DMSB) im Einsatz und achtet bei Rennen darauf, ob alle Regeln eingehalten werden, die Fahrer in den richtigen Klassen starten und niemand schummelt. Sein Plan, mehr Zeit für die Familie zu haben, ging allerdings nicht auf. Auch als Schiedsrichter ist er fast jedes Wochenende bundesweit unterwegs. Unter anderem war er im April in Oschersleben beim ersten Wertungslauf zur Deutschen Automobil-Slalommeisterschaft dabei. "Das macht großen Spaß", sagt der Rentner, der mittlerweile trotz aller Leidenschaft für Rennwagen einen weich gefederten Mercedes Benz fährt. "Das ist in älteren Jahren einfach bequemer."

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Von Stephanie Zerm

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