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Deutsch lernen mit Online-Videosprachkursen

Alt-Laatzen Deutsch lernen mit Online-Videosprachkursen

Der in Laatzen ansässige Arbeitgeberverband Chemie Nord hat am Dienstag 50 Gutscheine für Online-Videosprachkurse an Flüchtlinge überreicht, die derzeit in der Grundschule Rathausstraße untergebracht sind. Es war der Start einer länderübergreifenden Initiative im Wert von 250 000 Euro.

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Umringt: Sabine Werner, Key-Account-Managerin des Online-Videosprachlernportals Papagei, erläutert den Flüchtlingen aus Syrien in der temporären Unterkunft in der Alt-Laatzener Grundschule das Angebot.

Quelle: Astrid Köhler

Alt-Laatzen. Die erfolgreiche Integration der Flüchtlinge und Asylbewerber sei im Wesentlichen davon abhängig, dass diese schnell deutsch lernten, sagte der Vorsitzende von Chemie Nord, Frank Schneider, am Dienstag in Alt-Laatzen. Bürgermeister Jürgen Köhne dankte für das Engagement: "Ich hoffe, dass der Online-Kurs den Flüchtlingen dabei hilft, die deutsche Sprache schnell zu lernen."

Im Kern basieren die vom Bildungsdienstleister der Niedersächsischen Wirtschaft (BNW) mit dem Videosprachlernportal Papagei entwickelte Angebot auf Kurzvideos mit Alltagsszenen und interaktiven Übungen zu Grammatik, Aussprache und Verständnis. "Ziel ist es die Leute über Videos zu motivieren und zum Sprechen zu bringen", erklärt Konstantinos Toubekis von Papagei. Der sogenannte Willkommenskurs umfasst umgerechnet etwa 70 Lernstunden und führt zum Sprachniveau A1.

Die Flüchtlinge zeigten sich nach der Kurzeinführung interessiert: So könnten sie auch außerhalb des Vormittagsunterrichtes in individuellem Tempo und zu selbst gewählten Zeiten lernen. Die Bedeutung des Spracherwerbs ist den Syrern voll bewusst. "Es ist der einzige Weg, um in Deutschland zu leben und zu arbeiten", sagt ein 27-Jähriger – noch auf englisch – und sein 24-jähriger Landsmann ergänzt: "Wir wollen in Deutschland bleiben."

Schon jetzt bestimmt der Spracherwerb einen Großteil des Alltags der Syrer in Alt-Laatzen: Vormittags verlassen sie ihre vom DRK betreute Unterkunft in der Grundschule Rathausstraße und fahren zum dreistündigen Unterricht nach Hannover zur Euro-Schule. Nach der Rückkehr in die temporäre Flüchtlingsunterkunft und dem Mittagessen geht es dort nachmittags weiter. An vier Wochentagen bieten Ehrenamtliche aus der AG Spracherwerb des Netzwerks für Flüchtlinge Gespräche an. "Wir reden einfach", so AG-Sprecherin Gabi Hecht. In der Zeit von 15 bis 16.30 Uhr werde individuell auf die Bedürfnisse eingegangen, und bei Bedarf das nachgearbeitet, was zum Beispiel vormittags im Unterricht zu schnell geht, wie das Artikellernen.

Die Online-Sprachlernkurse kosten jeweils 210 Euro und sind auf sechs Monate begrenzt. Eine Fortsetzung seitens des Verbandes Chemie Nord ist nicht geplant. Vielmehr sollten nach Möglichkeit Unternehmen gefunden werden.

Insgesamt finanzieren der Verband und seine Mitglieder für Flüchtlinge in Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein 1200 Lizenzen zu den multimedialen Online-Sprachlernprogrammen. Der Gesamtwert liegt damit bei 250.000 Euro.

Weiterbildungsangebote: Stadt Laatzen setzt primär auf Leine-VHS

Sprache ist zweifelsfrei der Schlüssel zur Verständigung. Angesichts der aktuellen Flüchtlingssituation mit bundesweit Hunderttausenden Asylbewerbern bedeutet es aber auch ein Riesengeschäft für die Weiterbildungsindustrie. In Alt-Laatzen gibt es aktuell zwei Anbieter, die sich ihre Sprachlernangebote bezahlen lassen: Die Euro-Schule in Hannover unterrichtet die Syrer am Vormittag und nun gibt es dort auch zeitlich auf sechs Monate begrenzte Online-Sprachkurse – zum Lizenzpreis von jeweils 210 Euro.

Wie Bürgermeister Jürgen Köhne am Rande der Gutscheinübergabe betonte, stehe es Anbietern frei, Kunden für ihre Sprachlernangebote zu werben. Dennoch solle in Laatzen nach Möglichkeit weiterhin die Leine-VHS mit der Sprachvermittlung betraut werden. Ein 100-Stunden-Kurs kostete bei der Volkshochschule zuletzt 294 Euro. Der Rat der Stadt hat sich im Sommer darauf verständigt, bei Bedarf die Mittel bereitzustellen, um jedem Flüchtling einen Sprachkurs zu finanzieren.

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"Sprache verbindet": Frank Schneider, der Vorsitzende des Arbeitgeberverbandes ChemieNord, spricht vor Flüchtlingen in der Grundschule Rathausstraße. Neben ihm stehen Laatzens Bürgermeister Jürgen Köhne sowie Vertreter des Videosprachlernportals Papagei und andere.

Quelle: Astrid Köhler

Von Astrid Köhler

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