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Trifft Dachstreit am Laagberg auch andere?

Ingeln-Oesselse Trifft Dachstreit am Laagberg auch andere?

Bislang liegt die Stadt mit nur einem Bauherrn im Streit - es könnten allerdings noch viel mehr werden. Welche Häuser aber sind betroffen? Droht jetzt auch Hausbesitzern in anderen Wohngebieten ein Verfahren? Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Dächerstreit lesen Sie bei uns im Überblick.

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Rote und Rotbraune Dächer sind am Laagberg in Ingeln-Oesselse erlaubt.

Quelle: Dorndorf

Ingeln-Oesselse. Alles hängt derzeit an dem Rechtsstreit, den die Stadt gegen Alexander Friesen führt. Nach Auffassung der Verwaltung soll Friesen das Dach seines 2014/15 im Baugebiet Vor dem Laagberg erbauten Einfamilienhauses umfärben oder neu eindecken, weil die Farbe der Örtlichen Bauvorschrift widerspricht. Die Stadt hatte am Montag deutlich gemacht: Gewinnt sie den Musterprozess vor dem Verwaltungsgericht, werden auch andere Bauherren im Baugebiet Vor dem Laagberg ihre Dachfarben ändern müssen.

Wie viele Eigentümer sind betroffen? Eine genaue Zahl nennt die Verwaltung bislang nicht. Es gebe im Baugebiet Vor dem Laagberg allerdings mehr als zehn Häuser, deren Dachfarben vorschriftswidrig seien.

Welche Vorgaben gibt es genau? Laut Örtlicher Bauvorschrift dürfen die Bauherren bei der Dachfarbe zwischen 16 RAL-Farbtönen wählen. Das Spektrum umfasst Rot- und Brauntöne vom leuchtenden Rotorange (RAL 2001) bis zum dunklen Kastanienbraun (RAL 8015). Die Oberfläche muss zudem matt sein - glasierte Dachziegel sind also tabu.

Warum schreibt die Stadt überhaupt Dachfarben vor? "Die Vorgaben sollen dazu beitragen, dass das Gesamterscheinungsbild des Neubaugebietes und des alten Dorfgebietes harmonieren", sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Das Farbspektrum orientiere sich "an den typischen norddeutschen Dachfarben, die im alten Dorfkern von Ingeln-Oesselse wiederzufinden sind". Bauherr Friesen sieht dies anders: Auf Luftbildern lasse sich gut erkennen, dass etliche Häuser andersfarbig gedeckt sind. Das Verbot glasierter Ziegel begründet die Stadt damit, sie würden das Erscheinungsbild stören und oft von Nachbarn moniert. 

Sind auch andere Ortsteile betroffen? Das ist noch unklar. "Wir warten erst einmal das Urteil ab und schauen dann, wie wir damit weiter umgehen", sagt Stadtsprecher Brinkmann. Es gebe allerdings mehrere andere Baugebiete, in denen die bestimmte Dachfarben vorgeschrieben sind. "Ob und inwieweit dort von den örtlichen Bauvorschriften abweichend gebaut wurde, ist zurzeit nicht bekannt."

Wie stelle ich fest, ob mein Dach die richtige Farbe hat? Im Zweifelsfall lässt sich dies im direkten Gespräch klären: Die Stadtverwaltung bietet eine Bauberatung an, bei der die Bauherren ihre Ziegel mitbringen können. "Wir haben Farbfächer mit RAL-Farben zur Hand", sagt Brinkmann.

Warum ändert die Stadt ihren Bebauungsplan noch einmal? Im laufenden Gerichtsverfahren hatte der Anwalt des Bauherrn formale Fehler im Bebauungsplan moniert. In der Präambel des gültigen Bebauungsplans wird auf einen falschen Paragrafen der Niedersächsischen Bauordnung Bezug genommen, außerdem fehlt im Ratsbeschluss ein Hinweis auf die Örtliche Bauvorschrift, in der die Dachfarben geregelt sind. Die Stadt erwidert, ein solcher Verweis sei unnötig, weil die Bauvorschrift Teil des Bebauungsplans sei - und ein Paragrafenverweis an besagter Stelle nicht zwingend. Ganz sicher ist sich die Stadt ihrer Sache offenbar nicht - sie will beide Punkte rückwirkend nachbessern.

Hat dies politische Auswirkungen? Der Bebauungsplan einschließlich der Farbvorgaben wurde im Mai 2014 in seiner bislang gültigen Fassung vom Rat der Stadt beschlossen. Über die neuen Änderungen soll der Stadtentwicklungsausschuss am Montag, 26. September, beraten (18 Uhr, Treffpunkt Alt-Laatzen). Am 29. September folgt der Ratsbeschluss.

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Graue und glänzende Dächer sind im Baugebiet Vor dem Laagberg hingegen tabu. Nicht alle Bauherren haben sich daran gehalten.

Quelle: Dorndorf
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