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Debatte um das umstrittene Ehrenmal
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Alt-Laatzen Debatte um das umstrittene Ehrenmal

Was soll mit dem umstrittenen Ehrenmal in Alt-Laatzen passieren? Abreißen? Über eine Informationstafel historisch einordnen? Lassen, wie es ist? Die Meinungen darüber gehen auseinander, das hat die überaus sachliche Diskussion im Ortsrat am Mittwochabend wieder einmal gezeigt.

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Soll nach dem Wunsch des Ortsrats erhalten bleiben, aber keine Gedenkstätte mehr sein: Das Ehrenmal an der Alten Rathausstraße in Alt-Laatzen.

Quelle: Sandra Schütte

Laatzen. Damit sich die Bürger im Treffpunkt Alt-Laatzen an der Diskussion beteiligen konnten, musste die für Ortsratssitzungen übliche Geschäftsordnung außer Kraft gesetzt werden. Ortsbürgermeister Heinz Krüwel stellte den parteiübergreifend erarbeiteten Kompromiss zum Ehrenmal vor. Demnach soll das 1934 errichtete Bauwerk zwar nicht abgerissen werden, wie Laatzens Bürgermeister Thomas Prinz vorgeschlagen hatte, dort sollen zum Volkstrauertag aber auch keine Kränze mehr niedergelegt werden. Der Ortsrat will den Gedenkstein vom Gelände der SpVg Laatzen versetzen lassen, und zwar neben die Kapelle an der Alten Rathausstraße, wo künftig auch die Gedenkfeiern stattfinden sollen. Das Ehrenmal soll zu einem Mahnmal werden, dazu muss eine Tafel mit Erklärungen aufgestellt werden. Das Schwert mit der umstrittenen Inschrift „Treue um Treue“ würde demnach erhalten bleiben.

Rund 30 Bürger hatten sich danach an der Diskussion über das umstrittene Ehrenmal in Alt-Laatzen beteiligt. Viele wünschten sich, dass externe Fachleute zu Rate gezogen werden und die gesamte Geschichte des Nationalsozialismus in Laatzen aufgearbeitet wird. Einig waren sich die meisten Zuhörer aber darüber, dass der Ortsrat mit seiner Entscheidung, die Bürger zu beteiligen, nicht falsch gelegen hat.

„Lassen Sie sich diesen Konsens nicht zerreden. Mit einem Abriss kann man Geschichte nicht wegwischen“, sagte Jürgen Boldt aus Grasdorf. „Sie sind auf einem guten Weg“, lobte Klaus Schlüter den Ortsrat und sprach sich dafür aus, eine Entscheidung in aller Ruhe zu treffen. „Wir sollten diesen Moment nutzen, dieses Thema für Laatzen wissenschaftlich aufzuarbeiten“, betonte der Alt-Laatzener. Auch Joachim Gottschalk, der die Debatte überhaupt erst angestoßen hatte, plädierte dafür, Fachleute ins Boot zu holen.

„Das Abreißen von Denkmälern ist für mich ein Schreddern der Geschichte“, sagte Werner Läwen, der daran erinnerte, dass viele Menschen auch nur diesen Ort gehabt hätten, um um ihre Angehörigen zu trauern. „Aber die Opfer werden am Ehrenmal nicht erwähnt, nur die Soldaten. Das ist ein Manko. Eine Tafel sei eine gute Idee, um nachfolgenden Generationen die Geschichte vor Augen zu führen. Die Laatzener müssten sich darüber klar werden, wem sie gedenken wollen, sagte Roland Behrmann. „Es geht um ein Gedenken, dass zukunftsfähig ist“, machte der Landesgeschäftsführer des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge deutlich.

„Soldaten waren nicht nur Opfer, sondern auch Täter. Das macht eine Ehrung unmöglich, man kann nur noch erinnern“, sagte Rudolf Gutte, der den Prozess um das Mahnmal in Burgwedel als Ortsratsmitglied intensiv begleitet hat. Es sei eine wichtige Aufgabe demokratischer Gremien, sich mit der Geschichte auseinanderzusetzen. Dabei gehe Gründlichkeit vor Schnelligkeit. „Wenn es hier gelingen sollte, alle Opfer zusammenzuführen, dann wird es ein Friedensmal werden“, sagte Gutte.

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HAZ-Redakteur/in Sandra Schütte

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