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Gedenkfeiern sollen in den Park verlegt werden

Alt-Laatzen Gedenkfeiern sollen in den Park verlegt werden

Die Tage der Bäume und Büsche am umstrittenen Ehrenmal in Alt-Laatzen sind wohl gezählt. Beim Treffen mit Moderator Axel Saipa haben 14 Aktive der Gedenkkultur-Arbeitskreise am Montag das weitere Vorgehen bei der Gestaltung des Parkbereichs besprochen. Auch der Volkstrauertag 2016 fand Erwähnung.

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Axel Saipa (hinten rechts) vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge leitete am Montag noch einmal eine Sitzung als Moderator des Gedenkprozesses, bei dem vier Arbeitsgruppen Vorschläge für die künftige Gedenkkultur in Alt-Laatzen erarbeitet haben.

Quelle: Astrid Köhler

Alt-Laatzen. Die Sitzung war die vorerst letzte mit dem 2015 für die Gedenkdebatte von der Stadt engagierten Moderator Axel Saipa vom Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge. Dabei erläuterte der Arbeitskreis Kunst-Design-Ambiente seine Pläne ausführlicher, als es bei der eigentlichen Schlusssitzung Ende Mai möglich war.

Die Vorschlag, wonach das Ehrenmal parkseits freigeschnitten und mit zwei breiten Wegen umgeben wird, die auf einen noch künstlerisch neu zu gestaltenden Platz zulaufen, an dem künftig Gedenkfeiern stattfinden, gefiel vielen. "In der Umgestaltung spiegelt sich der historische Prozess wieder, dass wir eine Entwicklung durchgemacht haben", sagte Wilhelm Paetzmann, Geschichtslehrer an der im Arbeitskreis beteiligten Albert-Einstein-Schule. Das umstrittene Ehrenmal bleibe komplett erhalten. Diesem sollten aber zwei zur Straße ausgerichtete Infotafeln beigestellt, die sowohl die Geschichte des 1934 in der NS-Zeit errichteten Bauwerkes kurz darstellt als auch eine kritische Auseinandersetzung mit Formulierungen wie "Treue um Treue" enthält. Diese Texte liegen noch nicht vor – im Gegensatz zu denen für die Gedenktafeln.

Die bereits im Mai mehrheitlich abgesegneten "Wir gedenken in Trauer..."-Texte sollen in Verbindung zu dem künftigen Gedenkort im Park an der der Friedensplastik ausgerichtet werden. Wie und von wem dieser gestaltet wird, ist noch völlig offen. Beim Arbeitskreis-Treffen präferierten Marianne Wille und weitere erneut einer öffentliche Ausschreibung. Zugleich fand das Angebot Saipas Interesse, im Juli mit einem ihm seit langem bekannten, "in Niedersachsen bedeutenden Künstler" über das Alt-Laatzener Projekt zu sprechen. Den Namen des "dieses Jahr 80 Jahre alt" werdenden "Spitzenkünstlers" wollte Saipa noch nicht öffentlich nennen, doch Wille wusste auch so Bescheid: "Die Arbeiten von dem Mann, den sie meinen, schätze ich auch sehr".

Nach neunmonatiger Debatte mit Bürgern und Vertretern von Vereinen und Institutionen, liegt der Ball nun wieder bei der Politik. Die Verwaltung will auf Basis der Arbeitskreis-Ergebnisse einen Beschlussvorlage für die erste Ortsratssitzung nach den Ferien vorbereitet. Parallel dazu soll die Finanzierung einer Ausschreibung sowie der Umgestaltung in Angriff genommen und erste Gespräche mit potenziellen Sponsoren geführt werden.

Für die Beteiligten ist klar: Der Prozess der Umgestaltung und das Friedensmal benötigt weitere Zeit und eine intensive Debatte. Der Volkstrauertag im November, der nach dem Eklat zur Kranzniederlegung am Volkstrauertag 2014 wieder offiziell in Alt-Laatzen gefeiert wird, soll bereits an einer Stelle hinter dem umstrittenen Ehrenmal gefeiert werden.

Von Astrid Köhler

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