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Der Blick auf das Unscheinbare

Rethen Der Blick auf das Unscheinbare

Am Sonntag wurde beim Kunstkreis Laatzen eine neue Ausstellung eröffnet. Bis Ende März zeigt der Fotograf Michael Plümer dort Ausschnitte aus seinen Fotoserien, in denen er auf den ersten Blick unscheinbare Sujets wie Brachlandschaften, verlassenen Stränden und Abdeckungen ins Licht rückt.

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Michael Plümer stellt seine Fotografien beim Kunstkreis Laatzen aus. Unter anderem zeigt der 58-jährige Arbeiten aus der Serie "Abdeckungen". Hier setzt sich der Burgwedeler auf fotografische Weise mit Planen auseinander, unter denen Rüben gelagert werden.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Rethen. Wer den Ausstellungsraum in Rethen betritt und farbenfrohe Landschaftsbilder erwartet, wird wohl enttäuscht sein. „Hübsche Blumenbilder sind nicht so mein Ding“, sagt Michael Plümer. Ihm ginge es eher darum, alltägliche und banale Dinge mit seinen Fotografien herauszuheben.

In gleich drei Serien mit dem Titel "Brachland 1 -3", die seit 1989 entstanden sind, beschäftigt sich der 58-Jährige zum Beispiel mit verlassenen Industrieanlagen. „Meine ersten beiden Brachlandreihen habe ich auf dem Gelände einer alten Erdölraffinerie in Misburg aufgenommen“, berichtet der Fotograf. Seit 1986 werde dort nicht mehr produziert, „seitdem erobert sich die Natur das Gelände zurück“. Plümer macht dies in nüchtern anmutenden Aufnahmen deutlich, bei denen die Feinheiten im Detail liegen: Grashalme überwuchern die Überreste der längst abgebauten Anlagen, hier und da ragen noch Metallteile oder Beton aus dem Boden heraus.

Eine dieser Serien hat er in Schwarzweiß aufgenommen, und auch in den beiden anderen ist nicht viel Farbe zu sehen. "Als ehemaliger Schwarzweiß-Fotograf gehe ich mit Farbe sehr vorsichtig um", so Plümer. "Die Bilder wirken fast schon monochrom." Dabei habe er die Farbigkeit seiner Bilder nicht nachträglich entsättigt. "Eine dieser Serien ist auf dem Gelände einer Zementfabrik in Anderten entstanden. Die Natur ist mit Staub überzogen. Deshalb wirken die Bilder so farblos."

Plümer interessiert sich allerdings nicht nur für das, was auf den ersten Blick zu erkennen ist. In manchen Fotografien versperren zum Beispiel Sträucher die Sicht. "In einigen meiner Bilder gibt es wenig Freiraum. Es geht mir aber auch darum, was dahinter ist. Der Betrachters soll sich seine eigenen Gedanken dazu machen."

Der Burgwedeler interessiert sich vor allem für die banalen Dinge des Alltags. Deshalb habe er seiner Ausstellung auch den Titel „Scheinbar unscheinbar“ gegeben. Für eine detaillierte Darstellung hat Plümer die Bilder seiner Brachland-Serien mit einer Großbildkamera aufgenommen. „Sie ermöglicht es, dass das Bild von vorne bis hinten durchgehend scharf ist. Man entdeckt dadurch alles mögliche, wenn man nur lange genug draufschaut.“

Ähnlich geht Plümer bei seiner Serie "Abdeckungen" vor. Zu sehen sind vor allem Planen - aber nicht, was darunter liegt. Die Rüben, die unter den Falten werfenden Planen liegen, zeigt der Fotograf nicht. "Das Eigentliche bleibt verborgen", beschreibt Plümer seinen fotografischen Ansatz.  

In weiteren Serien hat sich der Burgwedeler unter anderem mit Szenarien am Meer beschäftigt. In dieser Reihe richtet er den Blick auf „die Dinge, die man sonst nicht so sehr sieht“: Das können zum Beispiel verlassene Aussichtstürme von Rettungsschwimmern sein, aber auch verrostete Uferanlagen oder Planen, die sich in Zäunen verfangen haben. „Ich fotografiere am Meer oft im Winter, wenn vom Tourismus kaum noch etwas zu sehen ist – oder nur noch die Überreste“, sagt der 58-jährige, der in den 1980-er Jahren Freie Kunst mit dem Schwerpunkt Fotografie an der Fachhochschule Hannover studiert hat.

Daten und Öffnungszeiten:

Die Ausstellung ist noch bis zum 29. März zu sehen. Die Galerie des Kunstkreises an der Hildesheimer Straße 368 in Rethen ist montags von 15 bis 17 Uhr, mittwochs von 10.30 bis 15 Uhr und samstags von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

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Fotostrecke Laatzen: Der Blick auf das Unscheinbare

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Von Daniel Junker

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