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Grasdorfer holt sich den Kick beim Ultralauf

Grasdorf Grasdorfer holt sich den Kick beim Ultralauf

Für den Grasdorfer Michael Stolper sind Marathonstrecken von 42 Kilometern nicht genug. Der 33-Jährige läuft Ultramarathons in den Bergen, die auch mal über mehr als 100 Kilometer gehen können. Die Faszination liegt für ihn in der Bewegung, aber auch der Nähe zur Natur.

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Kurze Pause: Michael Stolper trainiert gemeinsam mit seiner Frau Stephanie in Südtirol.

Quelle: privat

Grasdorf. Wenn der Grasdorfer Michael Stolper Urlaub macht, reduziert sich sein Leben auf "Laufen, Essen, Schlafen", wie er es nennt. Der 33-jährige Logistikleiter einer Supermarktkette läuft Langstrecken in den Bergen. So nimmt er bereits seit einigen Jahren immer am Transalpine-Run in den Alpen teil, einem der größten Etappenläufe der Welt. Dieses Jahr führte der Lauf Anfang September in sieben Tagen auf einer Strecke von fast 250 Kilometer durch Deutschland, Österreich und Italien. Die mehr als 600 Teilnehmer aus der ganzen Welt mussten dabei in Zweierteams rund 15.000 Höhenmeter bewältigen. 

"Das war eine körperliche und mentale Herausforderung. Danach taten mir ein paar Tage die Knie weh", sagt Stolper. Größere gesundheitliche Einschränkungen habe er bisher jedoch durch seine Leidenschaft nicht gehabt. Der gebürtige Grasdorfer wurde bereits durch seine Eltern an das Wandern und Skifahren in den Bergen herangeführt. "Wir haben häufig in den Alpen Urlaub gemacht", sagt er. Im jugendlichen Alter begann er dann auch zu joggen. Mit 19 Jahren hat Stolper seinen ersten Halbmarathon gelaufen. "Dann wurde der Reiz immer größer, auch längere Strecken zu laufen", sagt er.

Dabei ist das Laufen nur ein Teil der Befriedigung, die er aus seinem Hobby zieht. Der andere ist die Nähe zur Natur. "Den richtigen Kick bekomme ich erst, wenn ich in den Bergen laufe", sagt er. Aus seiner Sicht sei das für den Körper auch gesünder als ein Marathonlauf auf Asphalt. "Die Belastung verteilt sich mehr, wenn der Untergrund wechselt", sagt er.

Beim Transalpine-Run waren die Läufer auf Waldwegen, Asphalt und auch auf schneebedeckten Berghängen unterwegs. Täglich haben die Läufer zwischen 25 und 50 Kilometer zurück gelegt. Alle Läufer müssen eine Notfallausrüstung bei sich tragen. Dazu gehört ein Erste-Hilfe-Kasten, ein Handy, Getränke oder auch eine Stirnlampe, wenn es dunkel wird oder nebelig. "Teilweise sind wir auf sehr schmalen Feldwegen am Berg unterwegs, an denen wir sogar mit einem Seil gesichert werden. Wenn dort jemand Hilfe braucht, kommt dort kein Notarztwagen hin", sagt der 33-Jährige.

Beim Ultrarail läuft Stolper 120 Kilometer

Stolper hält sich das ganze Jahr über fit. "Ich laufe in der Leinemasch oder mache Spinning im Fitnessstudio", sagt er. Die Kunst sei es, dennoch weder die Familie noch die Arbeit zu vernachlässigen. Stolper hat im vergangenen Jahr in den Alpen geheiratet. Seine Frau Stephanie läuft ebenfalls gerne längere Strecken, nimmt aber nicht an den ganz langen Touren teil. "Ohne einen Partner, der diese Leidenschaft versteht, wäre es schwierig", sagt Stolper.

Als Vorbereitung auf den Transalpine-Run hat Stolper dieses Jahr noch an einer anderen Veranstaltung teilgenommen: dem 120-Kilometer langen Ultrarail rund im die Zugspitze. Die Bezeichnung Ultra bekommt eine Laufstrecke, wenn sie länger als die Marathondistanz von 42 Kilometer ist. Dabei ist es wichtig, die Kräfte richtig einzuteilen. "Beim Marathon laufen die Teilnehmer an den Stationen meist nur vorbei und nehmen nur ein Getränk mit. Bei Ultraläufen pausieren viele Teilnehmer an den Stationen auch mal ein paar Minuten, um zum Beispiel eine warme Suppe zu essen", sagt Stolper.

Längere Pausen hat der Grasdorfer auf den 120 Kilometern jedoch nicht gemacht und die Strecke innerhalb von 20 Stunden zurückgelegt. "Es war die Zeit, die ich mir vorgenommen hatte", sagt er. Allerdings seien persönliche Ziele bei Läufen dieser Art schwierig. "Wenn es regnet und der Untergrund matschig wird, kann es auch mal eine Stunde länger dauern", sagt Stolper.

Der Transalpine-Run

Der Transalpine-Run wird seit 2005 von der Handelskette Gore-Tex ausgerichtet. Er zählt zu den größten Etappenläufen der Welt. Auf einer Streckenlänge zwischen 200 bis 300 Kilometern müssen die Teilnehmer bis zu 15.000 Höhenmeter bewältigen. Gesponsert wird die Veranstaltung unter anderem von Det's Laufshop in Hannover. 

Für die diesjährige Veranstaltung Anfang September wurde eine komplett neue Strecke ausgewählt. Nach dem Start in Garmisch-Partenkirchen führte der Weg über die österreichische Grenze zu den Tiroler Orten Lermoos und Imst bis zu Mandarfen und Sölden und führte schließlich über die italienische Grenze nach St. Leonhard und Brixen. Die längste Etappe führte von Irmst nach Mandarfen über eine Länge von 48 Kilometern, die kürzeste lag zwischen Mandarfen und Sölden mit 26 Kilometern.

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