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Mit dem Käscher in der Masch hat alles begonnen

Grasdorf Mit dem Käscher in der Masch hat alles begonnen

Seitdem er 15 Jahre alt ist, begeistert sich der Grasdorfer Thomas Haase für Aquariumfische. Das Hobby wuchs bald zur Leidenschaft, wegen der er sogar verschiedene Kontinente bereist hat. Jetzt ist der 55-Jährige aus Namibia zurückgekehrt - natürlich mit exotischer Fracht im Gepäck.

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13 Aquarien hat Thomas Haase in seinem Haus aufgestellt.

Quelle: Andrea Weber

Grasdorf. Mit dem Käscher in der Leinmasch hat alles begonnen: 15 Jahre war Thomas Haase damals alt - und seine Mutter habe damals ein Aquarium gehabt. "So haben ja alle mal angefangen", lacht der 55-Jährige. Damals packte ihn die Faszination für die Aquaristik und ließ ihn bis heute nicht mehr los.

Haase, der seit 2000 mit seiner Frau das gleichnamige Hotel in Grasdorf betreibt, zog sogar mit seinem Aquarium um, als er beruflich zeitweise auf Sylt und in München tätig war. Heute hat er 13 Aquarien, das Kleinste im Keller fasst 80 Liter, das größte im Wohnzimmer 1000 Liter. Das klingt viel, doch von Rekorden ist er weit entfernt: Das größte Süßwasseraquarium mit 105.000 Liter stehe in Halle, dafür sei sogar ein Parkhaus umgebaut worden. „Der muss im Neoprenanzug die Scheiben saubermachen,“ lacht er.

Seine erste größere Reise unternahm er 2002 mit seinem guten Freund Jens Gottwald, einem Groß- und Einzelhändler für Aquaristik. Sie führte ihn nach Brasilien an den Rio Xingu, einem Nebenfluss des Amazonas. Durch den Bau des Belo-Monte-Staudamms haben dort nicht nur viele Ureinwohner ihre Heimat verloren. Die 18 Welsarten, die nur dort vorkamen, sind weitestgehend ausgestorben.

Seitdem war er weitere drei Mal in Brasilien, drei Mal in Venezuela, in Französisch Guyana und in diesem Jahr erstmalig auf dem afrikanischen Kontinent: in Namibia.

Unterwegs ist er auf seinen Reisen meist mit befreundeten Aquarianern: mal mit nur einem Begleiter, mal in Gruppen von bis zu acht Teilnehmern. Es sind echte Erlebnisreisen, geschlafen wird in Hängematten. Haase schnorchelte schon 100 Kilometer - zwei und fünf Kilometer pro Tag - im Maroni, einem Grenzfluss zwischen Surinam und Französisch Guyana, um die begehrten Maroni-Buntbarsche zu fangen und mit nach Deutschland zu nehmen.

Meist bringt er von seinen Reisen 20 bis 25 Fische mit nach Hause. Er benötigt dafür nur eine amtstierärztliche Gesundheitsbescheinigung. Die Nachzuchten seiner mitgebrachten Fische verteilt, verschenkt und verkauft er in ganz Deutschland, teilweise auch an Zoohandlungen.

Die Reise in diesem Jahr - während der Hotel-Sommerpause - war für den 55-Jährigen eine doppelte Premiere. Er war diesmal allein unterwegs und er bereiste erstmalig Afrika. Die Route führte ihn 5100 Kilometer weit durch den Norden Namibias, davon 2000 km auf Schotterpisten. Um möglichst unauffällig unterwegs zu sein, mietete Haase eine alten Toyota mit gefahrenen 275.000 km auf dem Tacho. „Das ist in Namibia das typische Mitnahmeauto, bei dem die Einheimischen mit rausgestrecktem Daumen am Straßenrand stehen.“ Auch ernährt hat er sich aus der einheimischen Küche. „Ich habe schöne Mopane-Würmer gegessen. Sie werden gekocht und in Öl gebacken“ Auch anschließend getrocknet sind die sehr proteinhaltigen Schmetterlingsraupen als Snack sehr beliebt, schmecken leicht nussig und erinnern an Kartoffelchips.

Startpunkt war Windhuk, von dort ging es bis zur Grenze nach Angola, zum Nationalpark Etosha und danach zum Lake Guinas, einem tiefblauen Karstsee mit kristallklarem Wasser und einer Temperatur von 28 Grad. "Dort war ich auf der Suche einem kleinen Buntbarsch, dem Tilapia guinasana", sagt Haase. Es gelang ihm, acht dieser Fische mit nach Hause zu bringen, teils unter abenteuerlichen Bedingungen: So fuhr der Grasdorfer mit ihnen noch 14 Tage durch das Land, über Schotterpisten und mit großen Temperaturunterschieden. In der kälteste Nacht sank das Thermometer sogar auf 1,4 Grad. Haase ummantelte die Fischbehälter mit Styropor und bettete sie zwischen angewärmte Wasserkanister.

Die vier großen und vier kleinen Buntbarsche haben die Reise offenbar gut überstanden und leben jetzt in Haases Aquarien in Grasdorf. “Ich habe wahrscheinlich die einzigen Fische dieser Art in Europa und sie haben sogar schon Nachwuchs bekommen.“  Die nächste Reise ist übrigens schon fest geplant: Dann geht es mit drei aquariumsbegeisterten Begleitern für 14 Tage nach Französisch Guyana - mit zwei Autos und Hängematten.

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Von Andrea Weber

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