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Andy Gillmann lässt die Besen kreisen

Laatzen-Mitte Andy Gillmann lässt die Besen kreisen

Der Profi-Schlagzeuger Andy Gillmann hat am Sonnabend ein hervorragendes Gesprächskonzert in der Grundschule Pestalozzistraße gegeben. Mehr als 50 Musikfreunde besuchten die von der Musikschule Laatzen organisierte Veranstaltung - und durften sogar selbst mitmachen.

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Der Profi-Schlagzeug Andy Gillmann gibt auf Einladung der Musikschule Laatzen ein Gesprächskonzert in der Laatzener Grundschule Pestalozzistraße.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Laatzen-Mitte. Das Konzert war sicherlich einer der Höhepunkte im diesjährigen Programm der Musikschule - schließlich gehört Andy Gillmann zu den besten Trommlern Europas. Auf Einladung der Schlagzeuglehrer Timo Warnecke und Andreas Greiter gab der 53-Jährige Düsseldorfer den mehr als 50 Besuchern zunächst einen Einblick in sein brillantes Schlagzeugspiel.

Zum Auftakt präsentierte Gillmann die Overtüre für das Musical "Robin Hood", für das er selbst die Drum-Parts komponiert und eingespielt hatte. Schon nach den ersten Takten waren die Besucher schwer beeindruckt von Gillmanns überaus präzisen Schlagzeugspiel. Die restliche Musik des Stücks lief vom Band.

Das Musical war erst der Anfang: Noch imponierender war das etwa 20-minütige Solo, das Andy Gillmann im Anschluss präsentierte. Dabei stellte der Drummer fast nebenbei die gesamte Bandbreite seines Instrumentes vor - von ruhigen Teilen bis zu virtuosen Passagen, bei denen Arme und Beine scheinbar gänzlich unabhängig voneinander über die Felle und Becken flitzten. "Jetzt habe ich eigentlich schon alles gespielt was ich kann", sagte der sympathische Trommler lachend, nachdem er seine Sticks kurz zur Seite gelegt hatte. "So etwas werde ich bei Konzerten mit einer Band natürlich nie spielen können. Da sagen die Anderen dann irgendwann: Jetzt hör doch mal auf, wir sind auch noch da", fügte er augenzwinkernd hinzu.    

Darüber hinaus erfuhren die Besucher in den Gesprächsabschnitten viel Wissenswertes. "So ein Solo wie gerade eben setze ich aus zehn bis zwölf Bausteinen zusammen", erklärte Gillmann. Dabei wechselt er fließend durch unterschiedliche Musikstile wie Jazz, Latin und Funk. "Einiges davon ist improvisiert, andere Teile sind vorbereitet", so der Drummer: "Ich möchte das ganze Spektrum ausloten, einfach weil es mir Spaß macht."

Auch auf die Dynamik ging er ein. "Ich habe die einzelnen Trommeln so weit auseinandergestimmt, dass man die einzelnen Töne wahrnimmt." Hinsichtlich der Rhythmik ging der 53-Jährige auch auf die sogenannte Polyphonie ein, bei der Hände und Füße scheinbar gegeneinander spielen. "Die Hand spielt zum Beispiel drei Schläge, der Fuß nur zwei." Wie das klingt, stellte er seinen staunenden Gästen gleich am praktischen Beispiel vor. "Ich finde Polyphonie hoch interessant. Denn der Zuhörer fragt sich sofort: Was macht der da?"

Zwischendurch konnten die Zuschauer viele Fragen stellen. "Du hast ja gerade einen Kopfhörer auf. Spielst Du das Solo mit Klick?", wollte ein Besucher wissen. Gillmann verneinte. "Beim ersten Song habe ich Musik eingespielt, deshalb hatte ich einen Kopfhörer auf. Wenn ich den dann beim Solo abnehme, wäre der Klang für mich ganz anders. Das wäre fast unmöglich zu spielen." Der Kopfhörer sei nicht ganz geschlossen. Er höre so trotzdem genug vom Raum.

Gillmann übt Schlagzeugfiguren mit den Besuchern ein

In der zweiten Hälfte des zweitstündigen Konzertes übte Andy Gillmann mit den Besucher einige rhythmische Figuren ein. Dafür hatte er Notenblätter mit zwei Etüden ausgeteilt. "Ich hoffe, dass ihr Noten lesen könnt, sonst müsst ihr jetzt erstmal zuhören", sagte er lachend - und schon klatschten die Gäste die vorgegebenen Figuren gemeinsam im Takt. Danach führte Gillmann vor, wie man dies beim Schlagzeugspiel einsetzen kann. Zum Abschluss gab der Drummer den begeisterten Zuschauern noch eine Einführung in das Trommeln mit Besen. Diese sind eine besondere Art von Schlagzeugsticks und werden insbesondere im Jazz häufig eingesetzt.

"Mit so einer großen Resonanz haben wir selbst nicht gerechnet", freute sich der Gastgeber Ulrich Bernert, der zu den 50 aufgestellten Stühlen sogar noch ein paar weitere heranschaffen musste. Dementsprechend zeigte sich der Musikschulleiter nach dem Konzert hoch zufrieden. "Ich hoffe, dass ihr heute ein paar Tricks und Kniffe mit nach Hause nehmen könnt", gab er den jungen und älteren Musikschülern mit auf den Weg.

Musikschule Laatzen bietet im Februar Conga-Workshops an

Am Sonnabend, 4. Februar 2017, steht schon der nächste Veranstaltung für Schlagzeuger an. Dann gibt Matteo Bowinkelmann bei zwei Workshops - einen für Kinder und einen für Jugendliche - eine Einführung in das Conga-Spiel. Anmeldungen nimmt die Musikschule ab sofort entgegen. Weitere Informationen gibt es unter Telefon (0511) 2 20 82 45.

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Von Daniel Junker

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