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Herwig erhält höchste SPD-Auszeichnung

Rethen Herwig erhält höchste SPD-Auszeichnung

Der Rethener Jürgen Herwig hat die höchste Auszeichnung der SPD erhalten: Die Willy-Brandt-Medaille. Der Bundestagsabgeordnete Matthias Miersch überreichte dem 90-Jährigen die Auszeichnung und sprach dem früheren Gemeindedirektor Rethens seine Anerkennung aus.

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Rethens ehemaliger Gemeindedirektor Jürgen Herwig (von rechts) erhält mit der Willy-Brandt-Medaille und der dazugehörigen Urkunde die höchste Auszeichnung der SPD aus den Händen von Matthias Miersch und Ernesto Nebot Pomar.

Quelle: Tobias Lehmann

Rethen. "Ich habe gar nicht gewusst, dass ich so eine Kanone bin", sagte Herwig augenzwinkernd nach den vielen Worten des Lobs von Miersch, dem früheren Landtagspräsidenten Jürgen Gansäuer (CDU) und dem Laatzener SPD-Fraktionsvorsitzenden Ernesto Nebot Pomar. Letzterer hatte die Veranstaltung im Vereinsheim der Schützengesellschaft in Rethen am Sonnabend auch organisiert. Herwigs Dankesworte vor den mehr als 30 Gästen waren herzlich. Wegen eines Trauerfalls in seiner Familie bat er allerdings darum, seine Rede kurz halten zu dürfen. 

Ausführlicher auf das Leben des 90-Jährigen, der seit 1964 Mitglied in der SPD ist, gingen dafür Miersch und Gansäuer ein. Herwig wurde 1964 einstimmig zum Gemeindedirektor in Rethen gewählt. Bis zur Gebietsreform 1974 blieb er in diesem Amt. "Dann trat er in die zweite Reihe zurück und sorgte dafür, dass die erste Reihe bei ihrer Arbeit Erfolg hatte", sagte Gansäuer. Die Gemeindereform sei für viele keine leichte Zeit gewesen. "Heute wissen die meisten gar nicht mehr, wo die Gebietsgrenzen zwischen Rethen, Laatzen oder Gleidingen verlaufen. Damals was das anders", sagte der ehemalige Landtagspräsident, der selbst in Laatzen aufgewachsen ist.

Für die Rethener sei der Zusammenschluss auch deshalb hart gewesen, weil sie zuvor "keine Schulden kannten". Herwig habe immer gut gewirtschaftet. Doch nach der Gebietsreform waren die Zahlen der neuen Gemeinde plötzlich rot. "All dies hätte Anlass sein können, trotzig oder gar intrigant zu werden. Doch Herwig war loyal vom Scheitel bis zur Sohle", betonte Gansäuer. Herwig habe sich durch seine ruhige und sachorientierte Verlässlichkeit ebenso ausgezeichnet wie durch seine Überparteilichkeit. "Obwohl er im Herzen Sozialdemokrat ist, ging es ihm beruflich immer um das Beste für die Gemeinde, unabhängig von Zielen der Partei", sagte Gansäuer. 

Letzteren Punkt hob auch Miersch besonders hervor. "Herwig hat erkannt, dass es für ein friedliches Zusammenleben nicht ausreicht, wenn Landesvorsteher Urkunden austauschen. Er wusste, dass der Austausch auch auf der kleinen Ebene gelebt werden muss", sagte der Bundestagsabgeordnete und erinnerte an die – wenn auch mittlerweile aufgelöste – Partnerschaft, die die Gemeinde Rethen noch unter Leitung Herwigs 1973 mit der holländischen Gemeinde Uithuizermeeden schloss.

Bevor Nebot Pomar einen vorbereiteten Imbiss für die Gäste eröffnete, zitierte Gansäuer noch in Bezug auf Herwig einen Satz von Bismarck: "Mit schlechten Gesetzen und guten Beamten lässt sich immer noch regieren. Bei schlechten Beamten helfen uns die besten Gesetze nichts." Hier stimmte Herwig zu. "Mein Beruf war immer auch mein Hobby. Ich wollte nie nur verwalten, sondern immer auch gestalten."

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