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Flohmarkt-Standort ist noch wenig bekannt

Alt-Laatzen Flohmarkt-Standort ist noch wenig bekannt

Jahrzehntelang haben Händler am Wochenende Waren und Trödel auf dem Festplatz in Laatzen-Mitte angeboten. Im April ist der Flohmarkt auf den Parkplatz des Ratio/Mios-Großmarktes an der Karlsruher Straße umgezogen. Der Standort ist allerdings noch immer nicht sehr bekannt.

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Christa Knospe (von links), Jürgen Jochims und Birgit Knospeschauen stöbern auf dem Flohmarkt auf dem Ratio/Mios-Gelände in Alt-Laatzen.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen. Im April hat die Veranstaltungsfirma Pöschel-Märkte den Flohmarkt auf dem Großmarktparkplatz bezogen. Der Grund dafür war der Neubau der Firma Siemens, der seit kurzem auf dem Festplatz entsteht. Das Gelände steht deshalb nicht mehr für den Flohmarkt zur Verfügung. Der neue Standort hat sich bei vielen aber offenbar noch nicht herumgesprochen. Nur wenige Besucher waren am Sonnabend an der Karlsruher Straße anzutreffen, auch die Anzahl der Händler war überschaubar. Selbst wenn das nasskalte Wetter am Wochenende manche Besucher abgehalten haben mag, hat vor allem der Standortwechsel einen wesentlichen Anteil an der recht leeren Fläche. Das sagen zumindest viele Händler, Kunden und auch der Veranstalter.

"Wir haben den Flohmarkt 26 Jahre lang auf dem Festplatz angeboten. Es gibt in ganz Hannover kaum ältere solcher Märkte", sagte Kevin Pöschel. "Da ist ein Standortwechsel nicht so leicht." Auf dem ehemaligen Gelände hätten zu Spitzenzeiten rund 200 Händler ihre Waren angeboten, am Sonnabend waren es auf dem Ratio/Mios-Parkplatz gerade mal etwas mehr als ein Dutzend. "Ich glaube, dass viele Besucher den neuen Standort noch gar nicht kennen, obwohl wir viel Werbung dafür gemacht haben", sagte Pöschel. 

Davon sind auch die Händler überzeugt. "Sonst waren zwar etwas mehr Händler hier als sonst, es erreicht aber noch längst nicht das Niveau, das wir auf dem Festplatz hatten", sagte Klaus Drath aus Ronnenberg. "Der alte Standort war sehr bekannt. Es waren immer viele Privatleute da, die Waren aus ihren privaten Haushalten verkauft haben. Im Moment trifft man hier eher Händler an." Draht gefiel der alte Platz  aber auch von der Umgebung her besser. "Der war mehr im Grünen gelegen, das fand ich gut."

Auch Cosgunyürek Halis ist mit dem Geschäft auf dem neuen Platz noch nicht zufrieden. "Ich habe heute gerade mal 16 Euro eingenommen, muss aber noch meine Standgebühr bezahlen", berichtete er. "Das lohnt sich im Moment überhaupt nicht." Am Freitag sei sogar nicht ein einziger Händler auf der neuen Fläche gewesen, "Da hat es allerdings auch sehr viel geregnet." 

Der Händler Hans-Jürgen Gransee sagte, er glaube, dass die neue Fläche mehr Potential hat. "Es gab hier ja auch schon Tage, wo der Parkplatz voll war mit Händlern und Besuchern. Dann kommen auch die Leute, die nebenan in den Geschäften einkaufen. Wenn mehr Besucher da sind, kommen auch mehr Händler und umgekehrt. Das eine bedingt das andere."

Die Besucherin Birgit Knospe gab zu bedenken, dass die Nähe zum benachbarten Einkaufszentrum ein Nachteil sein könnte. "Da geht die Werbung für den Flohmarkt eher unter." Den alten Platz fand sie ebenfalls gemütlicher, "aber das ist ja auch Geschmackssache". 

Ein Vorteil sei, dass der neue Platz teilweise überdacht ist. "Wir können hier auch bei Regen verkaufen, auf dem alten Platz ging das nicht", sagte Gransee. Da der neue Platz geteert ist, würde man sich bei Regen auch nicht so schmutzig machen. Händlerin Maren Pajung sagte, der alte Markt sei erst mit der Zeit immer mehr gewachsen. Das hofft Pöschel auch für den neuen Standort: "Es war uns schon vorher klar, dass der Start etwas holprig werden wird."

Filmteam dreht für RTL2: Ein Kamerateam des Senders RTL2 hat am Sonnabend auf dem Gelände für die Reality-Fernsehshow "Das Trödel-Duell" gedreht. Zwei Teams hatten auf dem Parkplatz ihre Stände aufgebaut, um in einem Wettbewerb den Trödel einer Familie zu verkaufen. Der Flohmarkt in Laatzen war die Schlussstation der Aufzeichnung. Die Sendung soll im Oktober im Nachmittagsprogramm ausgestrahlt werden.     

Das sind die Öffnungszeiten: Der Flohmarkt ist freitags von 10 bis 16 Uhr und sonnabends von 6 bis 14 Uhr geöffnet. Die Stände befinden sich auf dem Parkplatz des ehemaligen Mios-Großmarktes auf dem Ratio-Gelände gegenüber des Messegeländes. Der Eintritt ist frei.

Roswitha Köhler verkauft für Kinderprojekte in Brasilien

Roswitha Köhler aus Algermissen verkauft ihre Waren auf dem Flohmarkt aus einem anderen Grund als die anderen Händler: "Ich spende das gesamte Geld, das ich auf dem Flohmarkt einnehme, für Hilfsprojekte in Brasilien." Seit 30 Jahren führe sie mit dem Verein "San Gabriel" eine Bolivien-Partnerschaft, berichtete die Realschullehrerin. In diesem Verein ist Köhler die zweite Vorsitzende.

Seit 14 Jahren verkaufe sie zusammen mit Hannelore Kaufmann und Theresia Schneider Waren auf Flohmärkten. "Wir bekommen diese Sachen geschenkt, damit wir sie für das Hilfsprojekt weiterverkaufen können", sagte sie. Der Verein unterstütze die Stiftung Senda Nueva, die nach Angaben von Köhler in La Paz Hilfe für alleinerziehende Mütter und Studierende anbiete, unter anderem durch Bildung und Erziehung. Die meisten von ihnen gehörten zu den indigenen Völkern.

"Vor 15 Jahren hat der Verein außerdem ein Waisenhaus in Cochabamba gegründet, um Mädchen und weiblichen Jugendlichen in persönlich schwierigen Lagen zu helfen." Für jedes Kind werde ein Euro pro Tag benötigt, um damit die Unterkunft, Verpflegung, Kleidung sowie die Schul- und Arztbesuche zu bezahlen. "Ein Euro ist auf dem Flohmarkt schnell gesammelt", sagt Köhler. Weitere Informationen über den Verein gibt es im Internet auf sangabriel.de.

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Fotostrecke Laatzen: Flohmarkt-Standort ist noch wenig bekannt

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Von Daniel Junker

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