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Frauen lernen Nähen und nebenbei auch Deutsch

Laatzen-Mitte Frauen lernen Nähen und nebenbei auch Deutsch

"Sprache lernen mit Nadel und Faden" - so heißt ein neuer Kurs, den die Laatzener Thomasgemeinde zusammen mit dem Diakonieverband Hannover-Land und unter der Leitung der Ehrenamtlichen Shar Muhy sowie einer befreundeten Schneiderin seit Montag in der Arche anbieten.

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Bei dem Kurs mit der Ehrenamtlichen Shar Muhy (links) in der Arche lernen Frauen nicht nur Nähen sondern werden auch zum Deutschsprechen ermuntert.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen-Mitte. Schon zum ersten der acht Vormittagstreffen kamen elf Frauen, erklärt Kirchenkreissozialarbeiterin Monika Brandt-Zwirner vom Diakonieverband Hannover-Land. Schon jetzt hätten weitere ihr Interesse bekundet und wollten mitmachen. Die meisten der Frauen, die sich am Montag von 11 bis 13 Uhr erstmals über Stoffe, Nadel und Faden beugten, sind kurdischsprachige Syrerinnen und erst seit Kurzem in Deutschland. Doch auch zwei Afghaninnen und eine Frau aus Eritrea machen mit.

Während eine Schneiderin den Umgang zeigt, wie Hosen gekürzt und Stoffe vernäht werden, ist Shar Muhy für die sprachliche Erklärung zuständig. "Die Informationen gibt es nur auf deutsch", betont die Ehrenamtliche. Auch schreibt sie Fachbegriffe zum Thema an die Tafel und übt den Gebrauch der Artikel. Bei größeren Verständnisschwierigkeiten unterstützen sich die Frauen auch untereinander.

"Das Angebot ist sehr gut", lobt Sosen Hamo, die schon seit mehreren Jahren in Deutschland lebt, die Sprache gut spricht und bei Bedarf beim Übersetzen hilft. Ihre persönliche Motivation: Sie will Kissen und "ein Kleid für die Hochzeit" nähen lernen.

"Wir unterstützen in der Arche alles, was Menschen zusammenbringt und wo Menschen etwas erfahren und lernen", sagte Pastorin Heike Linke von der Thomasgemeinde. Auch Frauen mit Deutsch als Muttersprache seien willkommen. Parallel zu ihren eigenen Stoffprojekten bessern die Frauen auch defekte, gespendete Kleidungsstücke aus dem Umsonstladen aus.

Grundsätzlich sind die Imitatorinnen mit dem Kurs zufrieden, aber etwas Aufbaubedarf gebe es noch: So stehen den fast ein Dutzend Frauen bisher erst zwei Nähmaschinen zur Verfügung. Gut gebrauchen könnte sie zwei weitere sowie Stoffspenden, sagt die Ehrenamtliche Muhy. Außerdem aus ihrer Sicht wünschenswert: eine Aufteilung der großen Gruppe und ein zusätzliches Angebot an einem Nachmittag in der Woche.

Der aktuelle Kurs läuft bis Ostern. Anschließend sei ein neuer Kurs mit neuen Frauen geplant, sagt Brandt-Zwirner. Sie freue sich sehr, dass die Kirchengemeinde der Gruppe einen Raum kostenlos zur Verfügung stelle, denn diese sind begehrt und nicht einfach zu bekommen.

Von Astrid Köhler

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