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Ruta ist beim Schreibwettbewerb Theo ganz vorne

Alt-Laatzen Ruta ist beim Schreibwettbewerb Theo ganz vorne

Die Laatzenerin Ruta Dreyer gehört zu den zwölf Finalisten des bundesweit ausgeschriebenen Literaturwettbewerbs Theo. Nun ist die 13-Jährige ganz gespannt auf die Preisverleihung, bei der Ende April in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg in Potsdam die Sieger gekürt werden.

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Die Alt-Laatzenerin Ruta Dreyer (13) gehört zu den diesjährigen Finalisten des bundesweit ausgeschriebenen Theo-Literaturwettbewerbs.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen. Mehr als 730 Schüler hatten Beiträge für den Berlin-Brandenburgischen Preis für Junge Literatur eingesandt, zwölf wurden für die Endrunde nominiert - und die junge Laatzenerin Ruta Dreyer ist unter ihnen. Am Sonntag, 24. April, führt sie zur Preisverleihung nach Potsdam. Dann stellen die Finalisten ihre Texte vor Publikum vor. Da es mehrere Altersklassen und Preise sowohl für Prosa als auch für Lyrik gibt, stehen die Chancen nicht schlecht.

"Ich habe mich sehr gefreut, als ich erfahren habe, das ich zu den Nominierten gehöre", sagt Ruta. Natürlich sei sie gespannt auf die Preisverleihung. "Für mich ist es jetzt aber gar nicht mehr so wichtig, dass ich dann auch den Preis kriege. Es ist schon eine Ehre, dass ich überhaupt so weit gekommen bin." 

Bei einem Workshop mit allen Finalisten haben sich die Teilnehmer im März bereits ausgetauscht, gegenseitig Texte vorgestellt und gekürzte Versionen für die Lesung erstellt. "Alle anderen Texte sind auch sehr gut", findet Ruta. Die Begegnung mit den anderen Autoren sei wichtig. "Mit einer Teilnehmerin habe ich die Adressen ausgetauscht, damit wir uns gegenseitig schreiben können." Schon jetzt pflegt die Laatzenerin mehrere Brieffreundschaften.

Das Schreiben ist aber nur eines ihrer Hobbys. "Ich spiele außerdem Fußball beim beim TSV Bemerode, und mit sechs Jahren habe ich mit Klavier angefangen." Mit dem Verfassen von Texten verbringt sie dennoch viel Zeit. "Meistens mache ich das am Wochenende oder in den Ferien." Dann sitzt sie manchmal mehrere Stunden am Stück am Schreibtisch. "Meine Themen sind sehr unterschiedlich, ich bin da nicht festgelegt", sagt sie. Das Spektrum reiche von Alltagsgeschichten über Krimis bis zu Fantasy.  

Von ihren Geschichten will sich die Montessorischülerin selbst überraschen lassen. "Ich will wissen, wie die Geschichte zu Ende geht." Häufig habe sie lediglich ein Bild oder ein Ausgangsszenario im Kopf, um das sich die Geschichte dreht. "Dann fange ich einfach an zu schreiben." Es komme aber auch vor, dass sie zunächst das Ende einer Geschichte verfasst und sich erst dann überlegt, wie die Handlung anfangen haben könnte. Viele Geschichten verschwinden dann erst einmal in der Schublade. "Manchmal schreibe ich später daran weiter oder ändere sie ab, so dass daraus neue Geschichten entstehen."   

Über die Jahre habe sie schon eine viele Texte geschrieben - manche handschriftlich, andere auf dem Laptop. Einige seien bis zu 90 Seiten lang. "Ich schreibe eigentlich nur für mich. Ich finde es gar nicht so wichtig, dass andere das lesen." Selbst ihre Freude und Eltern lässt sie nur manchmal an ihren Geschichten teilhaben. "Ich habe nicht den Drang, die anderen zu zeigen."  

Deshalb hat sie auch nicht den Wunsch, später als Autorin zu arbeiten. "Es ist sehr schwer, davon zu leben. Ich könnte mir höchstens vorstellen, das nebenberuflich zu machen. Außerdem interessieren mich viele andere Dinge. Ich möchte lieber etwas Wissenschaftliches machen und Chirurgin werden."

Rutas Geschichte erzählt von einem Obdachlosen

Eine Geschichte zum Thema Staub – das war die Wettbewerbsvorgabe für den diesjährigen, bundesweiten Literaturpreis Theo. "Ich habe mir eine graue Industriestadt vorgestellt", erzählt die 13-Jährige. Einer der Schauplätze: eine alte Backsteinmauer. "Es ist ein trostloser Ort, der fast vergessen ist und wo niemand aus der Stadt hingeht." Die Mauer ist ein Treffpunkt für Obdachlose. Die Hauptperson in Rutas Geschichte ist ein Mann namens Johannes – ein Außenseiter, der auch anderen Obdachlosen fremd ist. Andere Namen werden nicht genannt.

Johannes lege sich häufig mit den Arbeitern einer nahe gelegenen Fabrik an. "Irgendwann verschwindet er", sagt Ruta. "Die anderen Obdachlosen fragen sich, was Johannes geschehen sein mag." Eine Auflösung gibt es nicht: "Ich wollte ein offenes Ende, über das man nachdenken kann."

Von Daniel Junker

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