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Die SpVg hat ihren Findling zurück

Laatzen Die SpVg hat ihren Findling zurück

Die Sportliche Vereinigung (SpVg) Laatzen hat ihren Gedenkstein zurück. Der tonnenschwere Findling wurde Dienstagmorgen von seinem temporären Standort vor der Kapelle abgeholt und zum Klubhaus gebracht. Zum Volkstrauertag plant die SpVg dort eine eigene Gedenkveranstaltung.

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Ein Autokran hebt den tonnenschweren Findling von dem erst im Oktober 2013 für ihn hergerichteten Platz an der Alten Kapelle.

Quelle: Winternheimer

Alt-Laatzen. „Wir sind froh und glücklich, dass der Stein wieder zurück ist“, sagte der SpVg-Vorsitzende Stefan Zimmermann. „Die Querelen sind damit beendet.“ Seit drei Jahren schwelt die öffentliche Debatte in Alt-Laatzen, wo und wie am Volkstrauertag angemessen gedacht wird. Der 2013 von der SpVg als Alternative zum umstrittenen Ehrenmal aus der NS-Zeit bereitgestellte Findling erzielte nicht die erhoffte Wirkung. Vielmehr sorgte der Stein mit seiner Bronzetafel „Unseren Opfern 1914-1918/1933-1945 zum Gedenken“ für Kritik. Der Verein zog schließlich die Konsequenzen und forderte den Findling zurück. Der Auseinandersetzung mit der Deutschen und speziell der NS-Geschichte will sich der Verein aber keinesfalls entziehen.

Zwar gebe es noch keinen detaillierten Ablauf, aber es werde auf jeden Fall eine eigene Gedenkveranstaltung der SpVg zum Volkstrauertag geben, kündigte Zimmermann an: „Wir stellen uns vor, dass wir uns zu einer bestimmten Uhrzeit am Stein treffen und ein paar Worte sprechen.“ Daran anschließen werde sich eine öffentliche Veranstaltung im Klubhaus. Bis zum Volkstrauertag wolle der Verein eine Ausstellung auf die Beine stellen mit Fotos und Kommentaren zur Geschichte der SpVg während der Zeit des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkrieges. Auch SpVg-Ehrenmitglied Willi Jünemann solle dann erwähnt werden. Letztlich hänge die Ausstellung von dem verfügbaren Material und möglichen Zeitzeugenberichten ab. „Wir müssen schauen, was wir haben“, sagte Zimmermann. Der nun prominent vor dem Klubhaus platzierte Gedenkstein - früher war dieser etwas versteckt am A-Platz aufgestellt - erhalte noch eine schlichte Bepflanzung, so der SpVg-Vorsitzende: „Es soll aber kein Friedhofsplatz werden.“

Wenngleich am letzten Standort des Steins vor der Kapelle bald wieder Gras wächst, ist die Gedenkdebatte in Alt-Laatzen für die Stadt noch längst nicht vorbei - im Gegenteil. Für heute hat sie eine Pressekonferenz zum Thema neue Gedenkkultur angekündigt.

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