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Stadt erwartet bis zu 19 minderjährige Flüchtlinge

Laatzen Stadt erwartet bis zu 19 minderjährige Flüchtlinge

Die Stadt Laatzen muss im nächsten Jahr bis zu 19 minderjährige und unbegleitete Flüchtlinge unterbringen. Zudem könnten sich die Flüchtlingszahlen für Laatzen im nächsten Jahr noch einmal verdoppeln. Die Kommune müsste dann rund 560 Menschen unterbringen.

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Die Stadt Laatzen muss bis zu 19 unbegleitete minderjährige Flüchtlinge unterbringen und auch deren therapeutsche Begleitung organisieren.

Quelle: dpa / Daniel Karmann

Laatzen. Die Stadt geht derzeit von 15 bis 19 minderjährigen und unbegleiteten Flüchtlingen aus. Diese Zahl habe die Region der Verwaltung mitgeteilt, sagte Thomas Schrader vom Team Jugend, Familie und Soziale Sicherung am Dienstag in der Sitzung des Kinder- und Jugendhilfeausschusses. "Der Verwaltungsaufwand ist dabei immens hoch" - denn die Stadt müsse nicht nur die Unterbringung organisieren, sondern auch die Vormundschaft übernehmen. Und: Alleinstehende Kinder und Jugendlichen dürfen nicht in Sammelunterkünften untergebracht werden, sondern nur in Jugendhilfeeinrichtungen.

Dazu kommt, dass die meisten Minderjährigen therapeutisch begleitet werden müssten, denn sie seien häufig traumatisiert. Diese Aufgabe sei aber insbesondere von kleineren Jugendämtern kaum zu erfüllen, sagte Schrader. "Wir werden versuchen, mit der Region Hannover eine vernünftige Regelung zu erzielen." Entsprechende Gespräche liefen bereits, bestätigte Regionssprecherin Sonja Wendt gegenüber dieser Zeitung. "Wir sind im Austausch mit den Jugendämtern der Umlandkommunen."

Mit der Unterbringung der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge werden auch höhere Kosten verbunden sein, als sie bei der Unterbringung von Erwachsenen anfallen. "Der Tagessatz für Jugendhilfeeinrichtungen fängt bei 130 Euro an, und das wäre schon günstig", sagte Schrader.

Auch bei den Erwachsenen ist das Ende der Fahnenstange noch längst nicht erreicht: Laut derzeitigem Stand muss die Kommune bis Januar 2016 281 Flüchtlinge aufnehmen. Nach Schraders Einschätzung wird sich diese Zahl neuen Informationen zufolge im nächsten Jahr aber noch einmal verdoppeln: "Wir gehen derzeit von 560 Flüchtlingen aus."

Die Stadt stellt das vor immense Probleme: Es sei jetzt schon schwierig, immer neue Unterkünfte zu finden. Kaum seien neue Flüchtlinge untergebracht, müssten schon wieder weitere Wohnmöglichkeiten gefunden werden.

"Das ist wie in einem Hamsterrad", sagte der Leiter des Teams Jugend, Familie und Soziale Sicherung, "unsere Mitarbeiter arbeiten ständig am Limit." Die Unterbringung der Flüchtlinge bestimme mittlerweile große Teile ihres Arbeitsalltags. "Wir sind im Moment nur noch damit beschäftigt, Unterkünfte zu suchen und diese auch zu finanzieren", berichtete Schrader. Die Erfüllung anderer Aufgaben könnten die Mitarbeiter kaum mehr wahrnehmen: "Es fehlt an Personal und Geld." 

Wie viele Flüchtlinge ein Bundesland aufnehmen muss, wird nach dem so genannten Königsteiner Schlüssel errechnet. Die Verteilung richtet sich nach dem Steueraufkommen und nach der Bevölkerungszahl. Innerhalb der Bundesländer werden die Flüchtlinge dann entsprechend auf die Kommunen verteilt.

Von Daniel Junker

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