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Bananen frisch vom Baum in Laatzen

Laatzen Bananen frisch vom Baum in Laatzen

Meterhohe Sonnenblumen, Riesenkürbisse und kilogrammschwere Zucchini: In Laatzen sprießen viele besondere Pflanzen – sogar Bananen, die eigentlich nur in den Tropen wachsen. Im Wintergarten des Laatzener Ehepaars Bartels ist gerade wieder mal Erntezeit.

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Lecker: Die Laatzener Doris und Boje Bartels ernten ihre eigenen Bananen.

Quelle: Stephanie Zerm

Laatzen-Mitte. Vorsichtig biegt Boje Bartels eines der großen Blätter beiseite und pflückt sich eine Banane von der gut zwei Meter hohen Staude. "Die schmecken viel aromatischer als Bananen aus dem Supermarkt", sagt seine Ehefrau Doris. "Und sind garantiert Bio." Denn bis auf etwas Dünger kommt keinerlei Chemie an die bartelschen Bananen.

Genau 68 Früchte hat das Ehepaar dieses Jahr auf seiner "Plantage" in Laatzen geerntet. Diese liegt im Wintergarten hinter dem Haus des Ehepaars an der Debberode. "Die Urmutter unserer Bananenpflanze haben wir bereits 1993 gekauft, als wir den Wintergarten gebaut haben", berichtet Boje Bartels. Zwei Jahre später reiften an der Staude die ersten Bananen in Laatzen-Mitte heran. "Da haben wir nicht schlecht gestaunt", erzählt Doris Bartels, die laut Aussage ihres Mannes über den viel zitierten "grünen Daumen" verfügt. In dem hellen, nach Südwesten ausgerichteten Wintergarten bekommen die Bananenstauden genug Wärme.

Ursprünglich gedeihen die gelben Früchte hauptsächlich in Südamerika und Indien. Deutschland ist den Stauden zu kalt. Bei Frost gehen die empfindlichen Pflanzen ein. Denn Bananen benötigen ein feucht-warmes Klima, eine Temperatur um die 27 Grad und möglichst viel Sonne. Doch offenbar scheint den Bananen das Klima im bartelschen Wintergarten zu behagen. Denn das Ehepaar erntet seit 1993 regelmäßig Bananen.

Jedes Jahr ziehen die Bartels eine neue Staude auf. Wenn die Bananenpflanze abgeerntet ist, fällt Boje Bartels sie. Doch nicht ohne zuvor für den Bananennachschub gesorgt zu haben. "Wir nehmen immer zwei Ableger", sagt er. "Einen für die neue Blüte und einen als Reserve." Aus den Ablegern entwickeln sich neue Stauden mit Früchten. Meistens sogar mehr, als Doris und Boje Bartels selbst verspeisen können. "Dann laden wir unsere Enkel und Kinder aus der Nachbarschaft ein, damit sie auch einmal Bananen pflücken können", sagt der pensionierte Mathelehrer. Denn das ist auch in Laatzen bislang noch eine Seltenheit.

Und darum sind die Bananen krumm

Nirgendwo in Europa sind Bananen so beliebt wie in Deutschland: Durchschnittlich isst jeder hier jeder 100 Bananen im Jahr. Knapp 1,4 Millionen Tonnen werden jährlich importiert. Die meisten davon stammen aus Ländern in Mittel- und Südamerika. 2014 wurden die meisten Bananen aus Ecuador, Kolumbien und Costa Rica importiert. Dort werden die Früchte geerntet, wenn sie noch grün sind, und dann auf Containerschiffen nach Europa transportiert. Die Reise dauert bis zu zwei Wochen. Anschließend kommen die Früchte zur Nachreife in spezielle Bananenreifereien.

Süß werden die Bananen erst, wenn sie von der Staude getrennt werden. Das liegt daran, dass sie erst dann beginnen, die gespeicherte Stärke in Zucker zu verwandeln, wenn sie keine Nährstoffe mehr von ihrer Mutterpflanze bekommen.

Der Seefahrer Lorenzo Dow Baker brachte die gelben Früchte vor rund 140 Jahren aus Jamaika erstmals nach Amerika und verhalf den Bananen so zu ihrer Bekanntheit.

Krumm werden sie übrigens deswegen, weil sie zuerst seitlich aus der Blüte herauswachsen, aber die Richtung ändern, wenn sie von der Sonne beschienen werden. Dann wachsen sie dem Licht entgegen und nach oben – und schon sind die Bananen krumm.

Von Stephanie Zerm

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