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Ehrenamtliche wollen mehr Kontakt zu Flüchtlingen

Laatzen-Mitte Ehrenamtliche wollen mehr Kontakt zu Flüchtlingen

Ehrenamtliche der AG Einzelbetreuung im Laatzener Netzwerk für Flüchtlinge beklagen, dass sich die Kontaktaufnahme zu Schutzsuchenden zunehmend schwierig gestaltet – vor allem in der Sammelunterkunft an der Gutenbergstraße. Problematisch für die Helfer sind unter anderem die Sicherheitsbestimmungen.

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Die Ehrenamtlichen der AG Einzelbetreuung haben Probleme, mit den im Wohnheim an der Gutenbergstraße untergebrachten Flüchtlingen in Kontakt zu kommen.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen-Mitte. "Die Kommunikationsmöglichkeiten in der Flüchtlingsunterkunft sind ziemlich gering", sagt Helfer Gunter Eberhard jüngst beim AG-Treffen. Ehrenamtlichen würden bei Besuchen vom Sicherheitsdienst direkt auf das Zimmer des jeweiligen Flüchtlings geführt. Spontane Gespräche mit anderen in einem Gemeinschaftsraum, wie es sie in der vorherigen Unterkunft in Alt-Laatzen gab, seien kaum möglich. "In der Rathausstraße konnten wir einfach reingehen und fragen, was wir tun können. Wir waren bekannt", berichtet auch Harald Pätzold. Die Flüchtlinge seien auch auf die Helfer zugekommen.

An der Gutenbergstraße gestalte sich alles nun schwieriger. "Wir können nur gezielt zu einzelnen Leuten gehen", berichten die Helfer. "Die Sicherheitsleute bringen uns erst ins Büro, dann müssen wir uns in Listen eintragen." Auch die Flüchtlinge würden die Spontantreffen und direkten Hilfsangebote vermissen, heißt es.

"Es gibt in jeder Etage Gemeinschaftsräume, die die Ehrenamtlichen nutzen können", sagt Nadine Hunkert vom DRK Region Hannover, das die Unterkunft an der Gutenbergstraße betreibt. Auf den Bericht der Ehrenamtlichen hin, dass diese häufig abgeschlossen sind, erwidert Hunkert: Die Räume stünden bis 22 Uhr fast immer offen. "Es kann allerdings ab und zu vorkommen, dass die Räume abgeschlossen werden, wenn die Bewohner nicht aufgeräumt haben", so die DRK-Sprecherin. Die Ehrenamtlichen wie die Schutzsuchenden könnten die Sozialarbeiter vor Ort dann jederzeit bitten, die Räume wieder aufzuschließen. 

Während die Ehrenamtlichen gern einen Ausweis oder ein Dokument hätten, um freien Zugang zur Unterkunft zu haben, regt das DRK eine von der Stadt Laatzen erstellte Liste mit allen Helfern an, mit der Sozialarbeiter und Sicherheitsdienst erkennen, wer zu den Helfern gehöre. "Wir wollen den Überblick behalten, wer die Einrichtungen besucht", sagt Hunkert. Das gelte ebenso für mitgebrachte Besucher der Bewohner und entspreche sowohl den Sicherheitsbestimmungen des DRK aös als auch der Brandschutzauflage. Tatsächlich könnten sich die Helfer auch nicht überall frei bewegen. "Es geht nicht, dass jemand einfach durch die Zimmer geht", sagt Hunkert: "Wir müssen die Privatsphäre der Flüchtlinge wahren." Außerdem müsse im Evakuierungsfall klar sein, wie viele Personen sich im Gebäude befinden.

Der Koordinatorin des Laatzener Netzwerks für Flüchtlinge Mareike Fruth sind die Probleme bekannt: "Es werden derzeit Lösungen gesucht, wie die Kontaktaufnahme vereinfacht werden kann. Wir wollen, dass es es läuft." Aus anderen Laatzener Einrichtungen seien derlei Probleme nicht bekannt, doch seien diese auch wesentlich kleiner. An der Gutenbergstraße wohnen derzeit 200 Flüchtlinge auf zwei Etagen. Die Ehrenamtlichen könnten zur Problemlösung gern auf das DRK zukommen, so Hunkert.

Schutzsuchende wirken teilweise desillusioniert

Wie die Helfer festgestellt haben, sinkt nunmehr bei einige Flüchtlingen die Kommunikationsbereitschaft. Sie seien desillusioniert, weil es in ihrem Leben nicht voran geht und sie lange auf ihre Anerkennung warten müssen. "Einige kommen langsam in die Phase, wo sie antriebslos werden", sagt Fruth. Bei einigen Angeboten wie dem Treffen zum Deutschlernen kämen nunmehr weniger Schutzsuchende als noch vor einigen Monaten.

Von Daniel Junker

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