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Handwerkerdienst für Senioren feiert 10-jähriges

Laatzen Handwerkerdienst für Senioren feiert 10-jähriges

Eine Lampe ist kaputt, der Abfluss verstopft oder die Kanäle am Fernseher verstellt? Senioren, die in Fällen wie diesen Hilfe benötigen, erhalten diese seit 2007 vom Ehrenamtliche Handwerkerdienst. Am Montag feierte die Gruppe um Erich Golnik zehnjähriges Bestehen. Die Stadt dankte mit einem Essen.

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Bürgermeister Jürgen Köhne dankt den Ehrenamtlichen des Handwerkerdienstes für Senioren. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens lud die Stadt die Aktiven mit ihren Frauen zum Essen in die Feuerwache ein.

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen. Bürgermeister Jürgen Köhne dankte den Ehrenamtlichen am Montag für ihren jahrelangen Einsatz. Ihr Beispiel zeige, was das gemeinsame Tun sinnvolles und gutes bewirken könne.

Der Koordinator des Handwerkerdienstes Erich Golnik erinnerte anschließend an den Start des in Laatzen nach Hannoverschen Vorbild initiierten Angebotes im Frühjahr 2007. Binnen weniger Monate wurden seinerzeit die nötigen Akteure gefunden, im September dann die ersten Hilfsarbeiten ausgeführt. Schon damals galt die Zeitvorgaben von maximal zwei Stunden, außerdem musste es sich um einmalige Arbeiten handeln, die nicht in Konkurrenz zu einem Handwerksbetrieb standen. Als Aufwandsentschädigung waren – wie noch heute – 5 Euro zu zahlen.

Gleich bei seinem zweiten Einsatz am 10. September habe es einen Unfall gegeben, erzählte der gelernte Maurermeister und frühere Leiter des Betriebshofes Golnik der Feierrunde in der Feuerwache. Bei einer Dame sollte die Kühlschranktür repariert werden, doch als er diese habe öffnen wollen, sei sie ihm entgegen gefallen. Golnik kam im wahrsten Sinne "mit einem blauen Auge" davon.

Es blieb ein nahezu einmaliges Erlebnis. In all den Jahren habe es keine größeren Unfälle gegeben, bestätigt Gundula Walter vom Seniorenbüro, die die Ehrenamtlichen Handwerker seitens der Stadt unterstützt. Erstaunlicherweise und zum Glück habe noch nie die Versicherung bemüht werden müssen, weil es Verletzungen gab oder etwas kaputt gegangen ist.

Etwa 15 bis 20 Anfragen aus dem Personenkreis der mindestens 60-jährigen Laatzener mit kleinem Einkommen erreichen den Handwerkerdienst im Monat. Von leichten Schwankungen abgesehen waren und sind es jeweils etwa 200 Aufträge pro Jahr.

Unter den Ehrenamtlichen sind mehrere Elektro-, Klempner- und Maurermeister aber auch handwerklich geschickte und interessierte Polizisten und Sozialarbeiter. Wie hilfsbereit Erich Golnik ("Ich kann nicht nein sagen") und sein Team sind, zeigen auch zwei Anekdoten: So habe einmal ein Mann Hilfe beim Aufbau seiner neuen offenbar mehrere Tausend Euro teuren Schrankwand erfragt. Vermutlich wollte der Mann nur Kosten sparen – der Handwerkerdienst half trotzdem. Auch bei einer alleinerziehenden Mutter, die mehrere Möbel über eine soziale Einrichtung nur als Bretterhaufen geliefert bekam, drückten sie ein Auge zu und waren mit mehreren Helfern auch dann noch am Arbeiten, als das Zeitkontingent von 2 Stunden schon mehr als erschöpft war.

Damit nicht genug sind die Ehrenamtlichen auch noch in der Förderschule am Kiefernweg. Wöchentlich begleiten die Handwerker den Werkunterricht. Außerdem wurden dort in den letzten Jahren Projekte durchgeführt wie der Bau eines Grills, eines Weidenhauses und eine neue Beschilderung. "Unsere Schule ist einfach schöner geworden", sagte Rektor Heinz Stock, der den Ehrenamtlichen dankte.

Der Großteil der 16 Aktiven ist seit dem Anfangsjahr dabei und kommt aus Grasdorf, Laatzen-Mitte und Alt-Laatzen, also aus jenen Bereichen, in denen das Angebote auch am stärksten nachgefragt ist. Es wäre schön, wenn mittelfristig auch Menschen aus Rethen und Gleidingen oder Ingeln-Oesselse mitmachen wollten, meint Golnik. Aktuell könnten die Ehrenamtlichen aber noch alle Anfragen bedient werden. "Es macht Spaß und so lange wie wir können, helfen wir", sagt der Laatzener mit Zustimmung seines Teams.

Kontakt zum Handwerkerdienst

Wer Unterstützung benötigt, erreicht den Handwerkerdienst unter Telefon (0511) 8205 5423. Bis zum Rückruf des ehrenamtlichen Handwerkers und der konkrete Hilfe vergehen erfahrungsgemäß – je nach Terminlage – in der Regel nur zwei bis drei Tage.

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Von Astrid Köhler

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