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Eine Tafel verweist auf die Retburg

Grasdorf Eine Tafel verweist auf die Retburg

Grasdorf verfügt mit der im 14. Jahrhundert geschliffenen Retburg über eine unsichtbare historische Ruine. Hinweise auf die Fundamentreste, die noch heute in der Leinemasch liegen, gab es bislang jedoch nicht. Die Stiftung Grasdorf an der Leine hat dieses Manko jetzt beseitigt.

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Walter Battermann (links) und Helmut Flohr von der Stiftung Grasdorf an der Leine enthüllen die Informationstafel über die Retburg.

Quelle: Dorndorf

Grasdorf. Es ist ein kleines, unscheinbares Hügelchen auf dem Grasdorfer Wassergewinnungsgelände, unter dem die Fundamente heute ruhen. Direkt zugänglich ist die Fläche nicht. Spaziergänger können die Stelle in der Nähe eines Brunnenhäuschens allenfalls erahnen: Sie befindet sich auf der westlichen Leineseite, etwas südlich der Wegkreuzung, die ihrerseits 800 Meter südlich der Ohestraßenbrücke liegt.

An just dieser Kreuzung hat die Stiftung Grasdorf an der Leine am Dienstagmorgen eine Informationstafel angebracht, die auf Retburg verweist. Bei einer kleinen Feierstunde mit rund 20 Interessierten berichtete der Grasdorfer Helmut Flohr, wie er die Burg in den 70er-Jahren entdeckte: 1973 sei er in Dokumenten auf den Namen gestoßen. Verortet wurde die Burg, die vermutlich im 12. Jahrhundert im Auftrag der Hildesheimer Bischöfe erbaut wurde, von einigen in der Nähe von Sarstedt, andere glaubten aufgrund des Namens eher an Rethen oder Reden.

Dann stieß Flohr auf eine Urkunde, in der von einem Bauern die Rede war, der bei der Retburg gemäht habe. Flohr studierte historische Karten - und fand in der Tat einen Hinweis auf eine Retburg, wenn auch ohne genauen Standort. Am Ende war es ein kleiner, brauner Punkt auf der Kurhannoverschen Landesaufnahme von 1781, der den entscheidenden Hinweis erbrachte: Als Flohr das Feld mit einem Spaten durchstreifte, fand er prompt an jener Stelle eine mittelalterliche Scherbe und legte später - mit Einverständnis der Denkmalbehörde - die Grundmauern der kreisförmigen Burgturms aus. 1975 war das.

Danach rekonstruierte Flohr die ganze Anlage. Der Turm hatte demnach einen Durchmesser von 15 Meter. "Das ist viel,", sagt Flohr, der die Bedeutung der Burg als Grenzmarkierung des Bistums zum Herzogtum Calenberg relativ hoch einschätzt. Zum Burgkomplex zählten auch eine Palisadenumzäunung sowie ein Vorwerk, das sogenannte Aschwinwerder. 1341 wurde die Retburg schließlich aufgrund einer Vereinbarung der Calenberger Herzöge und des Bischofs zurückgebaut - für welche Gegenleistung ist unbekannt. Flohr vermutet, dass einige der Steine in der seinerzeit von der Familie von Alten bewohnten Burg später im Kirchturm der St.-Marien-Kirche verbaut wurden.

Die Retburg soll künftig Teil des Wassererlebnispfads von Enercity in Grasdorf werden. Die Tafel ist an der Station 12 des Lehrpfads angebracht. Enercity kündigte an, die Burg in Zukunft in Broschüren und Tafeln aufzunehmen - allerdings nicht bei der jetzt anstehenden Erneuerung, bei deren Drucklegung die Initiative der Stiftung noch nicht bekannt gewesen sei.

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