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Eltern: Verkehrschaos vor Schulen "katastrophal"

Laatzen Eltern: Verkehrschaos vor Schulen "katastrophal"

Die Verkehrssituation vor Laatzens Schulen während der Hol- und Bringzeiten ist teils chaotisch. Der Stadtelternrat drängt auf mehr Kontrollen, mehr Verkehrserziehung sowie bauliche Veränderungen. Im Rat sieht man die Verantwortung eher bei den Eltern, jetzt kam sogar die Idee der Elternlotsen auf.

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Viele Eltern bringen ihre Kinder mit dem Auto zur Grundschule Im Langen Feld und halten dafür auch im Parkverbot. Dieses soll nun bis zum bereits vorbereiteten Pfosten verlängert werden.

Quelle: Torsten Lippelt

Laatzen. Bevor morgens zwischen 8 und 8.15 Uhr der Schulbetrieb an der Grundschule Im Langen Feld beginnt, kommt es regelmäßig zu chaotischen Bildern. Eltern parken in der zweiten Reihe, um kurz ihren Kinder rauszulassen. Das Halteverbot direkt vor der Schule wird von einigen geflissentlich ignoriert - kaum hat ein Auto den Streifen verlassen, hält schon das nächste, aus dem ein Kind springt. Zeitweise gibt es auch deshalb schon kein Durchkommen, weil einige meinen, auf der engen Straße wenden zu müssen, statt einen Umweg zu machen.

"Zu den Hol- und Bringzeiten stehen dort einfach zu viele Autos, es entstehen jedes Mal gefährliche Situationen: Die Kinder laufen vor den Autos und hinter den Autos - als Autofahrer sehe ich sie zu spät", beschreibt Dirk Knoop, Vorsitzender des Stadtelternrats, die Lage - und hofft darauf, dass die Stadt etwas tut. "Man kann sagen: Es sind wir selber, es sind die Eltern. Aber ich kann ja keine Eltern anhalten, dafür sind die Ordnungsbehörden zuständig."

Der Stadtelternrat hat das Thema jetzt zu einem Schwerpunkt der Arbeit gemacht: Im Januar wurden alle Laatzener Schulen nach Problemen während der Hol- und Bringsituationen befragt. Im Schulausschuss hat Knoop jetzt die Ergebnisse vorgestellt. Fazit: Gleich mehrere Schulen berichten von Problemen. Es fehlten Parkplätze, Feuerwehrzufahrten würden zugestellt, Schüler querten die Straße abseits der Ampelanlagen oder mit Blick aufs Handy, einige Autofahrer würden zu schnell fahren.

Als mögliche Lösungen schlägt der Stadtelternrat teils bauliche, teils erzieherische Maßnahmen vor: Die Querung der Marktstraße etwa müsse durch einen Ampelübergang oder eine Verlegung des Überwegs auf Höhe der Haltestelle entschärft werden. Außerdem plädiert Knoop für eine bessere Verkehrserziehung in den Schulen, mehr Kontrollen durch Polizei und Ordnungsamt und die Sperrung der Parkplätze der Grundschule im Langen Feld für Eltern.

Laatzens Kommunalpolitiker und die Stadtverwaltung sehen hingegen eher die Eltern in der Pflicht, wie in der jüngsten Schulausschusssitzung deutlich wurde. "Das sind leider Verkehrsprobleme, die von Eltern gemacht werden: Es wird rücksichtslos gefahren, manche würden ihr Kinder am liebsten bis vor das Klassenzimmer fahren", sagt etwa Melanie Reimer, Allgemeine Vertreterin des Bürgermeisters. "Gegen die Resistenz von Menschen kann man ja nicht irgendwelche Verordnungen machen", gab auch Ernesto Nebot (SPD) zu bedenken - und Gundhild Fiedler-Dreyer (CDU) schlägt gar eine "Verkehrserziehung für Eltern" vor. Knoop appelliert hingegen dafür, mehr Kontrollen durchzuführen: "Manchmal ist es hilfreich, dass jemand ein- oder zweimal gezahlt hat - das tut nämlich richtig weh."

An der Grundschule Im Langen Feld hat die Stadt nun immerhin die schon 2016 eingerichtete Halteverbotszone verlängert, so dass mehr Platz für Autos zum passieren entsteht. Nebot regte darüber hinaus an, dass sich Eltern darauf verständigen, die Kinder verstärkt zu Fuß gehen zu lassen - ähnliche Initiativen gibt es bereits unter Kindergarteneltern, mit denen die Schulelternvertreter Kontakt aufnehmen könnten. Gerhard Klaus (FDP) trug zudem die Idee von Elternlotsen vor, die während der Hol- und Bringzeiten präsent sind. Eine Idee, die Knoop gleich aufgriff. "Wenn wir genügend Eltern zusammenhaben, werde ich das melden und sagen, wie viele Westchen und Mützchen wir brauchen" - schließlich müssten die Elternlotsen auch erkannt werden.

Diese Missstände bemängeln die Eltern:

Erich-Kästner-Schulzentrum: Außer an der Grundschule Im Langen Feld (siehe oben) wird vor allem die Situation vor dem Erich-Kästner-Schulzentrum kritisch gesehen. "Der Parkplatz vor dem Schulzentrum hat nur noch eine Ausfahrt. Wer sein Kind da schon mal morgens hingebracht hat, weiß es zu schätzen, den Parkplatz wieder zu verlassen - das ist katastrophal", sagt der Vorsitzende des Stadtelternrats Dirk Knoop. Schüler blockierten die Einfahrt, liefen - teils auf das Smartphone schauend - quer über die Straße. Außerdem fahren ausgerechnet morgens auch Müllfahrzeuge und Busse die Marktstraße an. Dem Vorschlag, dort eine Ampel aufzustellen, erteilt die Stadtverwaltung eine Absage: "Die Situation wird von Polizei und Verkehrsbehörde als nicht gefährlich eingeschätzt, es gibt eine Querungshilfe", heißt es im Rathaus auf Anfrage. Da vor der Schule zudem Tempo 30 gelte, sei eine Ampel entbehrlich.

Albert-Einstein-Schule: Der Stadtelternrat sieht im Wegfall des Fußgängertunnels eine zusätzliche Gefahrenquelle, Schüler überquerten die Erich-Panitz-Straße zudem nicht an der Ampel. Einige gingen über den Lehrerparkplatz statt auf dem Fußweg entlang - und wegen der Container am Kiefernweg gebe es Engpässe beim Parkraum. Die Stadt verweist darauf, dass nach der Verfüllung des Heidfeldtunnels eine Ampelquerung über die Erich-Panitz-Straße vorgesehen sei.

Grundschule Ingeln-Oesselse: Auch hier kommt es während der Hol- und Bringzeiten zu unübersichtlichen Verkehrssituationen. Schultor und Feuerwehrzufahrt würden dann zugeparkt. Die Stadt hat deshalb jetzt den abgesenkten Bordstein und den angrenzenden Hochbord mit roter Farbe markieren lassen, um auf die bestehenden Parkverbote hinzuweisen. Die Verwaltung kündigt an, dass Mitarbeiter die Situation nach den Osterferien beobachten werden.

Grundschule Grasdorf: Auch dort werde das Halteverbot wegen der Hol- und Bringzeiten verletzt, Autofahrer würden "rücksichtslos" vom Parkplatz des benachbarten Hotels Haase fahren.

Grundschule Pestalozzistraße: Parken in zweiter Reihe führe zu gefährlichen Situationen. Trotz der Straßenschwellen rasten einige mit zu viel Tempo durch die Straße.

Von den Grundschulen in Alt-Laatzen, Rethen und Gleidingen hat der Stadtelternrat laut Knoop zuletzt noch keine Rückmeldungen erhalten.

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