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Flüchtlinge in Turnhalle: 240 Eltern informieren sich

Laatzen-Mitte Flüchtlinge in Turnhalle: 240 Eltern informieren sich

Informationen zur bevorstehenden Unterbringung von Flüchtlingen in der Halle II des Laatzener Erich-Kästner Schulzentrums (EKS) geben, Fragen beantworten und Statements hören – darum ging es am Mittwoch Abend bei den ersten Informationsveranstaltungen für Eltern: Rund 240 kamen in die Aula.

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Rund 180 Zuhörer informieren sich beim ersten von drei Infoabenden in der Aula des Erich-Kästner-Schulzentrums über die geplante Flüchtlingsunterbringung in der Schulsporthalle II .

Quelle: Astrid Köhler

Laatzen-Mitte. Wenn die Belegung von Hallen irgendwie zu vermeiden gewesen wäre, hätte es die Stadt getan, betonte Bürgermeister Jürgen Köhne vor rund 180 Zuhörern bei der vorrangig für Eltern von Gymnasiasten gedachten Auftaktveranstaltung. Die Pflicht der Kommune, bis Ende März 400 Flüchtlinge aufzunehmen, lasse allerdings keine Alternative zu.

Die Bestätigung, dass aufgrund der Raumsituation ausschließlich Männer in der Halle II untergebracht werden, löste Unruhe im Publikum aus. "Wie soll die Sicherheit gewährleistet werden", fragte ein Vater und eine Mutter ergänzte: "Ich habe ein Tochter und Bauchschmerzen, wenn ich mir vorstelle, dass sich die Mädchen umziehen und daneben sitzen 200 Männer." Der Zugang von Halle I in Halle II werde baulich verschlossen, betonte Köhne: "Es gibt keinerlei direkten Zugang im Gebäude."

Betrieben und hergerichtet wird die temporäre Unterkunft vom DRK. Nach Angaben von deren Geschäftsführerin Gabriele Allgeier betreut das DRK aktuell 27 Einrichtungen mit rund 4200 Flüchtlingen, darunter auch viele in Hallen. In Laatzen sollen vom 16. Januar an wöchentlich bis zu 50 Männer untergebracht werden – maximal 200. Die Tatsache, dass diesen schnell Sprachkurse vermittelt werden, sich tagsüber fünf Sozialarbeiter um die Männer kümmern und außerdem zwei Mitarbeiter eines Sicherheitsdienstes rund um die Uhr vor Ort sind, beruhigte nicht alle Eltern. Es müsse mehr Sicherheitsleute und Polizeipräsenz geben, hieß es aus dem Publikum. "Das ist ein schlechtes Signal", antwortete Kommissariatsleiter Uwe Wollburg, der versicherte: "Wir sind gut aufgestellt und haben ein Ohr dran." Die Polizei arbeite eng mit den Hilfsorganisationen und der Stadt zusammen und reagiere bei Bedarf sofort. Zugleich warnte er vor der Stigmatisierung von Flüchtlingen in Bezug auf Straftaten und Übergriffen: "Ich kann auch nicht allen von Ihnen hinter die Stirn gucken."

Deeskalierend waren die Schilderungen einiger Eltern, von der Lage an der Grundschule Rathausstraße. Auch dort sind ausschließlich Männer untergebracht und waren die Sorgen zunächst groß. Defacto bleibe es ruhig und seien die Flüchtlinge fast nicht zu bemerken, so ein Vater, der bei der Grundschule wohnt.

Ob es Beeinträchtigungen für den Sport gebe, wollte ein anderer Zuhörer wissen. Für die Vereine nicht, denn sie weichen auf andere Sportstätten aus, antwortet Köhne. Der Schulsport sei zwar beeinträchtigt, doch habe die Schule versichert es so zu organisieren dass es läuft. Ob die Halle wirklich zum Sommer wieder frei wird? "Das ist unser erklärtes Ziel", sagte Köhne. Doch wissen niemand, was auf die Stadt tatsächlich zukomme und ob es bei den fürs ganze Jahr geschätzten 800 Flüchtlingen bleibe. Um die gesamtgesellschaftliche Aufgabe zu meistern, müssten alle mithelfen.

Der Schulelternrat des Gymnasiums sei nicht begeistert, wolle das aber tun, versicherte die Vorsitzende Ulrike Sewig. Nächste Woche soll es ein Treffen des 50 Mitglieder zählenden Gremiums mit Köhne, dem DRK, dem Flüchtlingsnetzwerk und der Schulleitung geben, um weitere Fragen und mögliche Angebote zu besprechen. Den zweiten Termin – vorrangig für die Oberschule – verfolgten am Abend noch rund 60 Zuhörer.

Am Donnerstag können bei der dann dritten Informationsveranstaltung Bürger Fragen stellen. Beginn ist um 17.30 Uhr an der Marktstra
ße 21.

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Von Astrid Köhler

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