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EKS bekommt Sprachklasse

Laatzen EKS bekommt Sprachklasse

Auch in Laatzen kommen derzeit Familien aus Bürgerkriegsgebieten an - es fehlen jedoch Plätze an Schulen, sodass die Kinder Deutsch lernen können. Jetzt hat das Land nachgesteuert: Das Erich-Kästner-Schulzentrum hat nach längerem Ringen eine Sprachlernklasse genehmigt bekommen.

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Jitka Kehrel (von links), Carolin Garcia und Özlem Tasyürek unterrichten in der zweiten Sprachlernklasse der AES.

Quelle: Torsten Lippelt

Laatzen. Vor den Sommerferien war die Enttäuschung an der Erich-Kästner-Oberschule nicht zu verhehlen. Schulleiter Winfried Deister hatte damals schon geahnt, dass noch weitere Schüler aus Syrien und anderen Bürgerkriegsländern in Laatzen ankommen würden, bekam aber die dringend benötigte Sprachlernklasse nicht genehmigt. Stattdessen lernen die Schüler dort jetzt in einer Sprachlerngruppe mit weit weniger Stunden Deutsch.

Jetzt steuert das Land nach - und zwar am benachbarten Gymnasium. Wie Schulleiterin Hella Kohl berichtet, soll voraussichtlich nach den Herbstferien eine Sprachlernklasse mit bis zu 20 Schülern am Gymnasium eingerichtet werden. Besucht werden könne diese auch von Schülern der Oberschule, beide Schulen kooperieren. „Wir werden jetzt mit der Planung dafür beginnen“, sagt Kohl: Am Gymnasium gebe es bereits eine Lehrkraft, die in dieser besonderen Form des Unterrichts geschult sind. In den nächsten Wochen gehe es unter anderem darum, weitere Kollegen einzubinden.

Wie erfolgreich diese Form des intensiven Sprachtrainings ist, lässt sich an der Albert-Einstein-Schule beobachten, die schon seit fünfeinhalb Jahren solche Klassen hat - aktuell sind es drei. „Es entsteht eine kleine Familie“, sagt Emilia Bolda, die seither an der AES Schüler in Deutsch unterrichtet. Teilweise seien die Schüler noch nicht alphabetisiert, Zwei Drittel seien aber nach einem Jahr soweit, die Klasse zu verlassen und ganz regulär mit anderen unterrichtet zu werden. Ein großer Teil davon gehe an den Gymnasialzweig, einige strebten das Abitur an. Wie groß der Bedarf ist, zeigen die Anmeldezahlen. Allein in den Monaten von März bis September dieses Jahres habe es 33 Anfragen gegeben, zwei davon mussten aus Kapazitätsgründen abgelehnt werden. Aktuell würden in den Sprachlernklassen 39 Schüler aus zwölf Ländern beschult.

Albert-Einstein-Schule ist Vorreiter

Mit der steigenden Anzahl von Flüchtlingen stehen auch die Schulen vor wachsenden Herausforderungen. Die meisten Kinder sprechen kein Deutsch, einige sind selbst im Sek.-I-Alter nicht alphabetisiert. Die Albert-Einstein-Schule hat vor diesem Hintergrund bereits vor Jahren eine Sprachlernklasse eingerichtet. Das Besondere: Die Kinder im Alter von elf bis 16 Jahren lernen anfangs ausschließlich in dieser Gruppe gemeinsam. Der Schwerpunkt liegt beim Deutschunterricht, es gibt aber auch außerschulische Projekte wie Ausflüge, Fotokurse und Klassenfahrten. Nach drei Monaten wechseln die Schüler zunächst stundenweise in eine Regelklasse – nach einer Einordnung, ob der Gymnasial-, Real- oder Hauptschulzweig dafür am besten geeignet ist. Der Anteil der Stunden in den Regelklassen steigt danach schrittweise. Ziel ist es, die Schüler nach einem Jahr für den kompletten Unterricht in einer Regelklasse fit zu machen – zwei Drittel der Schüler schaffen das, sagt Lehrerin Emilia Bolda. Maximal können Schüler zwei Jahre in der Sprachlernklasse bleiben.

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