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Klimawandel: Eisbären bauen nun Kühlschränke

Grasdorf Klimawandel: Eisbären bauen nun Kühlschränke

Das Klima erwärmt sich, der Meeresspiegel steigt und die polaren Eiskappen schmelzen: Der Expeditionsleiter, Naturfotograf, Eisbärexperte und Laatzener Teamleiter Sven Achtermann hat am Donnerstagabend in der Alten Feuerwache des Nabu gezeigt, welche Auswirkungen der Klimawandel bereits hat.

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Folgen des Klimawandels: Da viele Eisbären wegen der Klimaerwärmung keine Nahrung mehr finden, ist dieses Tier dazu übergegangen, sich einen Kühlschrank für die Nahrungsreste zu bauen, die es sonst überlässt.

Quelle: Sven Achtermann

Grasdorf. "Wer den Klimawandel leugnet, verschließt die Augen vor der Realität", sagt Achtermann. Und der 57-Jährige muss es wissen. Während er sich beruflich als Teamleiter um die Grünflächen der Stadt Laatzen kümmert, zieht es ihn in seinem Urlaub immer wieder in die Arktis und Antarktis. Seit 25 Jahren fährt er regelmäßig mit Klimaforschern und Wissenschaftlern dorthin, um die Natur und Tiere zu beobachten. Daher hat er mit eigenen Augen gesehen, welche Folgen die Klimaerwärmung bereits hat. "Im Januar 2016 war Spitzbergen das erste Mal komplett meereisfrei", berichtete Achtermann den zahlreichen Zuhörern.

Zwar bringe der Klimawandel nur eine Temperaturerwärmung von 2 bis 4 Grad mit sich. Doch man sollte sich hüten, zu denken, dies sei nicht so schlimm. Der Wandel bringe auch Wetterextreme wie Stürme und Orkane mit sich. "Wir benehmen uns, als hätten wir den Intelligenzquotienten eines Bakteriums", kritisierte Achtermann. "Wir denken, uns geht es gut und dabei zerstören wir unseren eigenen Lebensraum."

Das früher mehrjährige Packeis in der Arktis schmelze im Sommer mittlerweile komplett ab. Dies stelle viele Tiere vor große Probleme. Vor allem Eisbären litten unter der Klimaerwärmung. "Eisbärenmännchen verbringen ihr ganzes Leben auf dem Packeis, wo sie auch ihre Beute jagen", berichtete der Hildesheimer, der bereits mehr als 280 Eisbären in freier Wildnis beobachtet hat.

Das Dramatische daran sei die Tatsache, dass dies sehr schnell geschehe. "Klimawandel hat es immer gegeben", sagte der Naturfotograf. Neu sei aber die Geschwindigkeit der heutigen Veränderungen. So habe er eine Kolonie von Papageitaucher bei den Farör Inseln gesehen, die ihre Jungen nicht mehr ernähren konnten. "Dem Sandaal, mit dem sie ihren Nachwuchs großziehen, war es zu warm geworden, so dass er nach Norden gezogen war", erklärte Achtermann.

Der Naturexperte berichtete aber nicht nur Negatives. Er habe auch gesehen, dass sich Tiere an den Klimawandel anpassten. Die Papageitaucher wanderten nun immer mehr gen Norden - dem Sandaal hinterher. Auch habe er beobachtet, dass Eisbären ihr Verhalten komplett änderten. "Normalerweise fressen sie nur das Fett von ihren Beutetieren." Nun habe er beobachtet, dass die Tiere für den Rest ihrer Nahrung, den sie sonst zurück ließen, Kühlschränke aus Schnee bauten.

Achtermanns Fazit: Wir können die Entwicklung nicht mehr aufhalten, aber versuchen, sie zu verlangsamen. "Dabei sollten wir nicht resignieren, sondern Wege finden, um mit dem Klimawandel zu leben - das tun die Eisbären schließlich auch."

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Von Stephanie Zerm

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