Volltextsuche über das Angebot:

7 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
FDP: "Die Stadt ist doch kein Konzern"

Laatzen FDP: "Die Stadt ist doch kein Konzern"

Wie ökonomisch sollte die Stadt Laatzen in ihrem Denken sein? Zumindest sprachlich hat sich darüber im Laatzener Wirtschaftsausschuss eine Debatte entzündet. FDP-Ratsherr Tobias Münkner stört sich daran, dass sich die Stadt seit einiger Zeit als "Konzern" bezeichnet.

Voriger Artikel
Schlafplätze von Waldohreulen gesucht
Nächster Artikel
Quasten übernimmt Vorsitz der Grünen-Fraktion

"Eine Stadt sollte kein Konzern sein", findet FDP-Ratsherr Tobias Münkner.

Quelle: Michael Wallmueller

Laatzen. An sich ist der sogenannte "Konsolidierte Gesamtabschluss" eine trockene Angelegenheit. In dem Zahlenwerk führt die Verwaltung auf, was die Stadt im Laufe eines Jahres tatsächlich erwirtschaftet hat. Das Besondere: Berücksichtigt werden dabei nicht nur die eigene Verwaltungstätigkeit, sondern auch die vielen Gesellschaften, an denen Laatzen Anteile hält. Die bekanntesten Beispiele dafür sind das Aqualaatzium und die Leine-Volkshochschule, Beteiligungen hält die Kommune allerdings auch beim Stromnetz und den Wohnungsbaugenossenschaften.

Unter dem Titel "Konzern Stadt Laatzen" ist nun der Abschluss für 2013 veröffentlicht worden. Ausgerechnet einem FDP-Politiker missfällt der Begriff. "Eine Stadt sollte kein Konzern sein", rügte Tobias Münkner, Apotheker und FDP-Ratsherr aus Rethen, das Zahlenwerk am Montagabend im Wirtschaftsausschuss. Er verbinde mit dem Begriff einer Kommune etwas anderes - und warb ausdrücklich bei der SPD für seine Auffassung.

Nun ist die Vorstellung, dass die Stadt zu einem anonymen, profitgierigen Großunternehmen mit Heißhunger auf Firmenübernahmen mutiert wäre, tatsächlich keine angenehme. Das sei aber auch nicht so gemeint, versichert Stadtrat Stefan Zeilinger. "Es geht darum, dass man einen klaren Blick auf die wirtschaftliche Finanzsituation der Stadt hat." Da die Kommune  nun einmal neben der Hauptverwaltung mehrere Beteiligungen hält - so wie bei einem Konzern -, sei der aus der Wirtschaft entlehnte Begriff durchaus zutreffend.

Am Ende war es ein Sozialdemokrat, der auf die angenehmen Seiten der städtischen Beteiligungen verwies. Denn zum kommunalen Portfolio gehöre auch die Netzgesellschaft Laatzen, über die die Stadt Jahr für Jahr am Stromnetzbetrieb mitverdient, sagte SPD-Ratsherr Michael Riedel. "Das ist sehr positiv für die Kommune zu bewerten."

Übrigens: Der bilanzielle Anteil, den die Beteiligungen ausmachen, beläuft sich auf rund ein Zehntel des städtischen Gesamtgeschäfts. Die Bilanzsumme der Hauptverwaltung lag 2013 bei 282 Millionen Euro, die des Konzerns bei 310 Millionen Euro.

Von Johannes Dorndorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6slrfnjhzhi1fwmmzl5g
Erich-Kästner-Gymnasium kürt die besten Vorleser

Fotostrecke Laatzen: Erich-Kästner-Gymnasium kürt die besten Vorleser