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FDP schlägt Wohnbebauung jenseits B 6 vor

Laatzen FDP schlägt Wohnbebauung jenseits B 6 vor

Laatzen wächst - aber wie lange noch? Angesichts der Bebauungsgrenzen in Richtung Masch auf der einen und der B6 auf der anderen Seite hat die Rats-FDP jetzt eine alte Idee wiederbelebt: Strategisch müsse die Stadt auch über eine Bebauung jenseits der B6 nachdenken.

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Bislang endet die Laatzener Wohnbebauung - hier auf Höhe des Rethener Erbenholzes - auf der Westseite der B6 (rechts im Bild). Die FDP schlägt vor, den Sprung über die Bundesstraße zu wagen.

Quelle: Köhler

Laatzen. "In den kommenden Monaten sollten wir über Flächen in Laatzen nachdenken, die sich noch nicht offensichtlich anbieten und bei denen wir vielleicht Grenzen überschreiten müssen." Es waren nur Andeutungen, die FDP-Fraktionschef Gerhard Klaus in der jüngsten Ratssitzung zum Thema Wohnraumentwicklung machte. Auf Nachfrage wurde Klaus dann aber konkreter: Gemeint war mit der Aussage nichts anderes als Bauflächen östlich der Bundesstraße 6.

"Man muss die Schere im Kopf, nur innerhalb der Bebauungsgrenzen zu planen, überdenken. Die B6 ist eine solche Grenze", sagte Klaus auf Anfrage. Einen konkreten Abschnitt dafür habe er dabei nicht vor Augen - aber ein Blick auf die Karte offenbart, dass nur die Freiflächen zwischen der Sportanlage Erbenholz im Norden und dem Gleidinger Gewerbegebiet In der Welle in Frage kämen.

Bislang hat die Stadt diesen Sprung nie gewagt. So gibt sich etwa der SPD-Fraktionsvorsitzende Ernesto Nebot zurückhaltend. "An der B6 bauen wir ja jetzt schon", sagt Nebot in Anspielung auf das Vorhaben, das Erdbeerfeld entlang der Bundesstraße zwischen Rethen und Gleidingen zu bebauen. "Wenn das weiter bebaut wird, sind wir zwar nicht aus dem Gröbsten raus, aber eine Ecke weiter." Gedanken müsse man sich auch über die eigentlich für die  Friedhofserweiterung gedachte Fläche nördlich der Stadtbahnschleife Rethen machen. Als weitere großes Baugebiet stehe auch die Sehlwiese zwischen Rethen und Gleidingen zur Verfügung, wo derzeit allerdings noch Hochwassergrenzen berechnet werden.

Ausschließen will Nebot den Sprung über die B6 freilich nicht. "Es darf keine Tabus geben", meint der Rethener. Entscheidend sei für ihn die Frage, wer die Entwicklung solcher möglicher künftigen Baugebiete vorbereitet. Aus Sicht Nebots könne dies nur eine städtische Wohnungsbaugesellschaft, die - im Gegensatz zur klassischen Verwaltung - da nötige Know-How hat. CDU und FDP lehnen die Gründung einer solchen Gesellschaft entschieden ab.

Für Christoph Dreyer (CDU) gehört die Frage einer Bebauung jenseits der B6 in die laufenden Beratungen des Flächennutzungsplans, der für Laatzen seit 1978 nicht mehr grundlegend überarbeitet wurde.

Die Stadtverwaltung steht dem Vorstoß ablehnend gegenüber: "Im Rahmen unserer Bevölkerungsprognosen haben wir festgestellt, dass durch Nachnutzung und Nachverdichtung ein ausreichendes Angebot an Wohnbauflächen geschaffen werden kann", sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann. Außerdem sei der Sprung über die B6 mit etlichen Problemen behaftet: "Eine Erweiterung des Siedlungsraums dort ist nur möglich, wenn an einem neuen Standort auch neue technische und soziale Infrastruktur mit hohem Kostenaufwand geschaffen würde", sagt Brinkmann. Außerdem wäre die Bebauung dort vom übrigen Stadtgebiet abgeschnitten.

Hinzu kommen rechtliche Hindernisse: "Die Inanspruchnahme von Freiraum allgemein und die Überbauung landwirtschaftlicher Flächen im Speziellen ist gemäß Baugesetzbuch auf ein Mindestmaß zu beschränken", heißt es im Rathaus. Ein großer Teil der Flächen sei darüber hinaus naturschutzrechtlich gebunden - teils als FFH-, Natur- oder Landschaftsschutzgebiet, teils als Ausgleichsfläche. Eine Besiedlung sei infrage zustellen, wenn nicht gar unmöglich.

Eine alte Idee

In der Vergangenheit gab es zwar immer wieder Diskussion über eine Bebauung jenseits der B6. "Das Thema hatten wir schon 1993 - da hatten wir eine Arbeitsgruppe gebildet", erinnert sich SPD-Fraktionschef Ernesto Nebot. Unter anderem habe es das Ziel einer Verlängerung der Erich-Panitz-Straße für die B6 hinaus gegeben. So schnell die Ideen aufkamen, so schnell verschwanden sie jedoch wieder.

Das gilt allerdings nicht für Gewerbeflächen. Im Süden des Stadtgebiets ist in den vergangenen Jahren das Gleidinger Gewerbegebiet In der Welle allmählich gewachsen. Aktuell  plant die Stadt die Ausweisung eines Gewerbegebiets für eine Logistikfläche auf Rethener Gebiet nördlich des Erbenholzes - im Dreieck zwischen B6 und B443. Der Bebauungsplan dafür soll im Juni oder Juli dieses Jahres ausgelegt werden, kündigt Stadtsprecher Matthias Brinkmann man. Der Baubeginn könnte nach Verwaltungsangaben Anfang 2018 erfolgen.

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