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Fällt der Martinsumzug aus?

Alt-Laatzen Fällt der Martinsumzug aus?

Der stets von Hunderten Menschen begleitete Martinsumzug in Alt-Laatzen könnte dieses Jahr erstmals ausfallen. Das befürchtet der Kindergarten St. Mathilde, denn Polizei und Feuerwehr dürfen die Veranstaltung nicht mehr begleiten, und eine Alternative gibt es noch nicht.

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Bei ihrem St.-Martins-Umzug spazieren die Jungen und Mädchen des Kindergartens St. Mathilde mit ihren Eltern und Freunden durch Alt-Laatzen.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Seit Jahrzehnten ziehen anlässlich des Martinstages im November Hunderte Menschen hinter einem Pferd mit Reiter durch Alt-Laatzen. Der Reiter mimt den heiligen St. Martin, der abschließend als barmherzige Geste seinen Mantel mit einem armen Menschen teilt. Bei Kindern, Erziehern, Eltern und Freunden der katholischen Einrichtung hat der Umzug schon lange Tradition. In diesem Jahr droht die Veranstaltung aber auszufallen: Die Sicherheit ist nicht gegeben. „Früher hat die Polizei die Sperrung der Straßen für den Umzug übernommen“, sagt Kindergartenleiterin Monika Vorderwülbecke. Seit einigen Jahren ist dies nicht mehr möglich.

„Wir können für solche Umzüge kein Personal abstellen, weil wir andere Aufgaben zu erledigen haben“, sagt der stellvertretende Kommissariatsleiter Stefan Schwarzbard. Polizeibeteiligung gibt es nur bei einer erwarteten besonderen Gefährdung, wie beim Umzug auf einer großen Hauptstraße. Der Martinsumzug aber läuft durchgängig im verkehrsberuhigten Bereich ab. „Wenn wir diesen Umzug begleiten, müssten wir das bei anderen Umzügen auch machen“, sagt Schwarzbard. Das sei nicht leistbar.

In den vergangenen Jahren hatte die Laatzener Ortsfeuerwehr die Aufgabe der Verkehrslenkung übernommen. Aber auch das geht nun nicht mehr. „Wir dürfen bei Kultur- und Freizeitveranstaltungen keine Straßen absperren oder in den fließenden Verkehr eingreifen“, sagt Feuerwehrsprecher Gerald Senft. Das sei „eine originäre Aufgabe der Polizei“.

Dem niedersächsischen Brandschutzgesetz zufolge darf die Feuerwehr nur kurzfristig bei Gefahrenlagen wie Unfällen und Bränden eingreifen. Bis 2014 wurde das Gesetz großzügig ausgelegt und der Martinsumzug begleitet. Nun habe der Ortsbrandmeister mitgeteilt, dass das nicht mehr möglich sei. „Man muss sich nur vorstellen, was passiert, wenn wirklich mal ein Kind verletzt wird.“ Dann könne die Feuerwehr zur Verantwortung gezogen werden.

Wie es jetzt weitergeht, weiß Vor derwülbecke noch nicht: „Wir könnten natürlich mehr Ordner stellen“ - die Sicherung des Umzuges übernehme der Kindergarten ohnehin selbst. Die Verantwortung im Straßenverkehr sei aber niemandem zuzumuten - obwohl das theoretisch möglich ist, wie Gordon Hartmann erklärt, Leiter des Einsatz- und Streifendienstes der Laatzener Polizei. Der Kindergarten müsste dann Ordner mit Warnwesten stellen. Aufgrund der Größe des Zugs mit rund 300 Beteiligten dürften sogar Autos mit eingeschaltetem Warnblinklicht vor und hinter dem Zug fahren.

Der Leiterin des Kindergartens ist diese Regelung zu unsicher. Die Einrichtung denkt sogar schon über einen privaten Sicherheitsdienst nach. „Den könnten wir aber kaum bezahlen“, sagt die Leiterin. Auf die Veranstaltung verzichten? „Den Umzug gibt es seit Jahrezehnten.“ Zudem sei die Geste des Mantelteilens aus aktuellem Anlass besonders wichtig. „Wir wissen nicht, wie wir das sonst organisieren sollen.“ Hartmann will den Kindergarten noch einmal kontaktieren und Tipps geben.

Die Regelungen betreffen übrigens nicht nur Kindergärten, sondern auch andere Veranstaltungen wie Schützenumzüge.

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