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Fischer setzen 7000 Lachse in die Leine ein

Grasdorf Fischer setzen 7000 Lachse in die Leine ein

Der Fischereiverein Laatzen hat in dieser Woche 7000 Junglachse in die Leine eingelassen. Die Fischer wollen die Fischart in dem Fluss wieder heimisch machen. Im vergangenen Jahr wurde allerdings kein einziger Rückkehrer entdeckt.

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Klaus Kurtz (links) und Fritz Willig lassen die zappelnden jungen Lachse am Anleger in Grasdorf in die Leine ein.

Quelle: Daniel Junker / www.junkerphoto.de

Grasdorf. Seit dem Jahr 2000 bringen 41 Fischereivereine entlang der Leine in einem Gemeinschaftsprojekt jährlich mehrere zehntausende von Junglachse in den Fluss ein. Ihr Ziel: Die Vereine wollen die Fischart, der jahrelang aus der Leine verschwunden war, hier wieder heimisch machen. Am Dienstag entließ allein der Fischereiverein 2000 junge Tiere am Anleger in Grasdorf in die Freiheit. Etwa zwei Jahre lang wird die Leine rund um den Anleger das Zuhause sechs bis acht Zentimeter langer Sömmerlinge sein. Danach schwimmen sie ins Nordmeer - "unter anderem bis nach Norwegen, Grönland und sogar bis Kanada", sagt Günter Ohnesorge vom Norddeutschen Lachszentrum in Gronau (Leine), der das Projekt koordiniert. Zum Laichen kehren die flotten Schwimmer dann nach fünf bis sechs Jahren in die Heimatgewässer zurück. Bereits im Mai hatte der Verein in diesem Gewässerabschnitt 40.000 Lachsbrütlinge mit einer Länge von drei bis sechs Zentimetern sowie 20.000 Meerforellenbrütlinge gleicher Länge eingesetzt. Weitere 5000 Fische folgten am Dienstag in Hannover in Nebengewässern der Leine. 

Bislang ist die Zahl der Rückkehrer allerdings gering: Nur rund 20 wurden in den vergangenen Jahren in der Leine gesichtet, im vergangenen Jahr wurde sogar kein einziger großer Lachs im Fluss gezählt. In Anbetracht der immensen Zahl an eingebrachten Fischen ist die Zahl verschwindend gering: Schließlich entlassen die Vereine jährlich mehr als 100.000 Lachse in den Fluss; in den vergangenen 16 Jahren waren es demnach mehr als 1,6 Millionen Jungfische. "Bei den 20 zurückgekehrten Lachsen handelt es sich allerdings lediglich um die Zahl, die wir wirklich nachweisen konnten", sagt Helmut Leithold vom Fischereiverein Laatzen. Er gehe davon aus, dass die Zahl der Rückkehrer in Wirklichkeit wesentlich höher sei - wenn auch nicht riesig. "Das Projekt braucht eben viel Zeit", sagt auch Klaus Kurtz, Vorsitzender des Fischereivereins. 

Problematisch für die Fische seien die vielen Hindernisse, die sie auf dem Weg zurück nach Grasdorf überwinden müssen. An vielen Wehren und anderen Querverbauungen kämen die Lachse kaum vorbei, und nicht überall gebe es Fischtreppen. Außerdem seien die in die Leine eingebrachten Tiere ein Leckerbissen für Hechte, Barsche und Kormorane. "Wir gehen davon aus, dass es höchstens zwei Prozent aller Lachse wieder zurück in die heimischen Gewässer schaffen", sagt Kurtz.      

Dennoch lassen sich die Fischer das Projekt einiges kosten. Rund 22.000 Euro jährlich investieren die 41 dem Projekt angeschlossenen Vereine in die Lachse, die im Lachszentrum in Gronau gezüchtet oder aus Dänemark importiert werden. Dazu kommen weitere Fischarten wie Aal, Bachforelle und Esche, die ebenfalls in die Leine eingelassen werden - allerdings in weitaus geringerer Stückzahl. Der Laatzener Anwalt Fritz Willig unterstützt den Fischereiverein Laatzen dabei mit 1000 Euro. Er hat die Patenschaft für die diesjährigen Jungfische übernommen - und entließ denn auch am Dienstag gleich selbst ein paar Fische in die Leine.

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Fotostrecke Laatzen: Fischer setzen 7000 Lachse in die Leine ein

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Von Daniel Junker

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