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Flüchtlinge erkunden Laatzen mit dem Bus

Alt-Laatzen Flüchtlinge erkunden Laatzen mit dem Bus

32 Flüchtlinge haben am Sonnabend Laatzen mit dem Reisebus erkundet: Werner Läwen vom Christlichen Seniorenbund stellte seinen Mitfahrern markante Orte und wichtige Einrichtungen in den Ortsteilen vor. Anschließend ging die Tour weiter nach Hannover.

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Werner Läwen (erste Reihe, links) erklärt den Flüchtlingen die Orte, die der Bus auf der Tour durch Laatzen passiert. Sakr Badawi (Mitte) übersetzt. Die Stadtführerin Marie-Luise Lauenstein (rechts) übernimmt die Läwens Rolle für die hannoverschen Stadtteile.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen. Wie sieht die unmittelbare Umgebung der Flüchtlingsunterkunft in der Grundschule Alte Rathausstraße aus? Wo ist das Rathaus, was ist die Leinemasch? Solche Orte hat Werner Läwen vom Christlichen Seniorenbund Immanuel Laatzen den syrischen Flüchtlingen am Sonnabend auf einer Bustour vorgestellt.

Nach einer kurzen Begrüßung steuerte der Fahrer Heinz Pfennig den Bus zunächst zur Leinerandstraße. "Der Fluss, den sie dort sehen, ist die Leine", sagte Läwen durchs Mikrofon. "Dahinter können Sie spazieren gehen, dort ist auch ein Naturschutzgebiet. An der Leinerandstraße liegt das teuerste Wohngebiet in Laatzen", ergänzte Läwen. Dass es allgemein nicht immer leicht sei, eine bezahlbare Wohnung zu finden, verheimlichte er ebenfalls nicht.

Damit alle Mitfahrer Läwens Erklärungen verstehen, hatte der Bus mit Sakr Badawi einen Übersetzer an Bord. Badawi wohnt seit einiger Zeit in Laatzen, sein Asylantrag wurde bereits bestätigt. Am Sonnabend war er damit beschäftigt, die Sprachbarriere zu überwinden - was offenbar auch recht gut funktionierte.

Von Alt-Laatzen ging es auf der Hildesheimer Straße weiter zum AquaLaatzium und zum Klinikum Agnes Karll. Dort sei es bei der Versorgung von Flüchtlinge in der Vergangenheit zu Problemen gekommen sei: "Wir haben gehört, dass Asylbewerber abgewiesen wurden" - offenbar wegen einer fehlenden Krankenversicherungskarte. "So etwas soll nicht passieren. Teilen Sie uns solche Dinge bitte mit, damit wir dem nachgehen können." In diesem Zuge verwies Läwen auch auf die Flüchtlingssozialarbeiterinnen.

Wo diese zu finden sind zeigte Läwen seinen Mitfahrern kurz darauf: Nach dem Abstecher durch Grasdorf steuert Pfennig den Bus zum Rathaus. "Die Sozialarbeiterinnen finden Sie in der achten Etage", sagte Läwen. Auch am JobCenter fuhr der Bus kurz vorbei, danach ging es über die Hildesheimer Straße weiter nach Hannover. Hier übernahm die hannoversche Stadtführerin Marie-Luise Lauenstein Läwens Job.

Ein kurzes Abenteuer erlebten die Flüchtlinge an der Kirchstraße in Grasdorf: Als Läwen den Mitfahrern die Kirche St. Marien zeigen wollte, hatte Pfennig aufgrund der engen Straße arge Probleme, den Bus um die Kurve vor dem Gotteshaus zu steuern. Nach einigem Hin und Her gelang es ihm doch noch - dafür wurde er mit dem Applaus der Flüchtlinge belohnt.

Die Idee für die Tour entstand im Netzwerk für Flüchtlinge. Werner Läwen hatte bei einer Sitzung einen entsprechenden Vorschlag unterbreitet. Allerdings war nicht klar, wie diese Tour finanziert werden könnte. Der Christliche Seniorenbund erklärte sich daraufhin bereit, die Kosten für den Bus zu übernehmen.

Mit der Tour zeigte sich Läwen voll zufrieden: "Die Busfahrt hat das Eis gebrochen." Beim anschließenden Treffen in der Wiese Zwei in Alt-Laatzen mit Ehrenamtlichen des Netzwerks für Flüchtlinge seien sehr gute Gespräche zustande gekommen. Dort hatten sich zunächst die Arbeitsgruppen vorgestellt, anschließend berichteten die Syrer, an was es ihnen fehlt. Unter anderem werde Winterkleidung benötigt, zudem würden die Flüchtlinge nachmittags gerne eine zusätzliche Sprachförderung bekommen. Auch fehle es an einem Raum, in dem sie lernen können.

Und: "Sie hätten gerne einen Fernseher, damit sie zum Beispiel gemeinsam Fußball schauen können." 15 Syrer hätten große Lust, selbst gegen den Ball zu treten. Läwen will versuchen, einen Kontakt mit Laatzener Vereinen herzustellen. 

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Von Daniel Junker

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