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Flüchtlinge prägen Arbeit der Diakonie

Laatzen-Mitte Flüchtlinge prägen Arbeit der Diakonie

Die Unterstützung von Flüchtlingen hat die Diakonie Hannover-Land im vergangenen Jahr vor viele Herausforderungen gestellt. Oft waren die Mitarbeiter am Rande ihrer Belastbarkeit angelangt, erklärte Geschäftsführer Jörg Engmann jetzt bei der Vorstellung des Geschäftsberichts in der Arche in Laatzen.

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Kirchenkreissozialarbeiterin Monika Brandt-Zwirner (von links), Superintendent Detlef Brandes und Peter Klinger vom Umsonstladen haben sich im Geschäftsjahr 2015/2016 viel um Flüchtlinge gekümmert. Das Bild zeigt sie im Umsonstladen.

Quelle: Stephanie Zerm

Laatzen-Mitte. "Vor Ort gab es vielfältige Problemlagen zu erkennen, zu lösen oder zumindest erst einmal provisorisch zu lösen", sagte Engmann. Zwar hätten sich in den einzelnen Kirchengemeinden viele Menschen gefunden, die sich engagiert hätten. Um die Mitarbeiter in der Diakonie zu entlasten, habe der Wohlfahrtsverband dennoch in den jeweiligen Kirchenkreisen neue Stellen geschaffen, die vor allem das lokale Engagement stärken sollen. Im Laatzener Umsonstladen zum Beispiel arbeiteten nun doppelt so viele Eurojobber und dreimal so viele Ehrenamtliche wie vor Beginn des Flüchtlingsstroms.

Auch in den Beratungsstellen der Diakonie, in den Jugendwerkstätten und der diakonischen Familienarbeit suchten zahlreiche Flüchtlinge Unterstützung. Die Menschen, die die Angebote der Kirchenkreissozialarbeit nutzten, waren 2015 zu 58 Prozent Deutsche und zu 42 Prozent andere Staatsangehörige.

Superintendent Detlef Brandes betonte: "Es ist immer die Aufgabe der Diakonie als sozialer Dienst der evangelischen Kirche gewesen, diejenigen willkommen zu heißen, die Hilfe benötigen: Menschen mit sozialen, finanziellen oder psychischen Problemen – unabhängig von Nationalität, Konfession oder familiären Hintergrund."

In Laatzen bietet der Wohlfahrtsverband neben dem Umsonstladen unter anderem eine allgemeine Sozialberatung, eine Schuldner-, Sucht- und Schwangerschaftsberatung sowie ein Mama-Café und das Projekt Fußfassen an. Die Beratungsangebote werden von Menschen aus Laatzen, Hemmingen und Pattensen genutzt.

"Die Armutsschere klafft immer weiter auseinander", berichtet Sozialpädagogin Monika Brandt-Zwirner. Etwa 69 Prozent der Menschen, die zu den Beratungen kämen, lebten von Hartz IV, viele hätten keine Wohnung. "Die Kinderarmut ist in Laatzen größer als in der Stadt Hannover." Und auch die Zahl der älteren Menschen in Not steige kontinuierlich an. Um schnell helfen zu können, bietet der Wolhfahrtsverband in Einzelfällen eine finanzielle Unterstützung aus dem Diakoniefonds an.

Wichtig sei es, bei der Hilfe keinen Sozialneid aufkommen zu lassen, sagte Brandt-Zwirner und betonte: "Wir wollen allen Menschen gerecht werden. Jeder kann zu uns kommen, egal mit welchem Anliegen."

Von Stephanie Zerm

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