Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 7 ° Regen

Navigation:
Flüchtlinge trainieren bei SpVg

Alt-Laatzen Flüchtlinge trainieren bei SpVg

Acht Flüchtlinge, die derzeit in Laatzen untergebracht sind, haben am Donnerstagabend ein Fußballtraining bei der SpVg Laatzen absolviert. Die Akteure der SpVg vermissen unterdessen ein stimmiges Gesamtkonzept.

Voriger Artikel
Polizei fasst mutmaßliches Einbrechertrio
Nächster Artikel
Polizei fasst drei Einbrecher vor aquaFit

Abwechslung im Alltag: Acht in Laatzen untergebrachte Flüchtlinge trainieren mit zwei Spielern der SpVg auf dem Sportplatz Auf der Dehne.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen. Zunächst standen zusammen mit Nils Normann und Tahir Aslan, zwei Spielern der Ersten Herren, einige Übungen an. Danach spielten die jungen Männer aus den Flüchtlingsunterkünften eine Partie gegeneinander aus – die SpVg-Sportler hüteten das Tor. Das Training solle den Flüchtlingen ermöglichen, die Orte, an denen sie untergebracht sind, einmal zu verlassen, erklärte Initiator Jürgen Vollmer.

Zudem könnten sie auf diesem Weg neue Kontakte knüpfen. Vollmer will den Flüchtlingen längerfristige Perspektiven geben – zum Beispiel durch regelmäßige Trainingseinheiten. Es laufen Gespräche mit Laatzener Vereinen. Für die Flüchtlinge ist das Training eine willkommene Abwechslung zum oftmals tristen Alltag in den Unterkünften. Was ihnen aber vor allem fehlt, sind Arbeit und eine Wohnung. „Ich starre seit acht Monaten die Wände an“, berichtete der Syrer Himish Mohaned. „Es tut weh, nicht arbeiten zu können.“

Der von Vollmer eingeladene niedersächsische FDP-Fraktionsvorsitzende Christian Dürr und Ursula Thümler von den Liberalen Frauen Niedersachsen informierten sich am Abend über die Situation der Flüchtlinge in Laatzen sowie über Initiativen, die den Flüchtlingen vor Ort unter die Arme greifen. „Ich bin dabei, abzuscannen, wo es im Land welche Initiativen gibt“, sagte Dürr. Wesentliche Informationen für Laatzen lieferte die Flüchtlingssozialarbeiterin Suvar Düßmezer.

Die Akteure der SpVg waren bei dem Gespräch nicht dabei. „Wir begrüßen das Engagement, uns fehlt aber insgesamt der rote Faden“, sagte der Vereinsvorsitzende Stefan Zimmermann. „Wir brauchen für Laatzen ein vernünftiges, nachhaltiges Konzept.“ Es sei dringend notwendig, Politik, Verwaltung und Vereine an einen Tisch zu holen.

„Das ist eine Masteraufgabe, die vom Bürgermeister und von der Verwaltungsspitze kommen müsste.“ Die Zeit dränge: „Es werden noch wesentlich mehr Flüchtlinge kommen.“ Zimmermann befürchtet, das enorme Engagement der Bürger könne aufgrund fehlender Konzepte bald wieder verpuffen. Ähnlich äußerte sich Dürr in Bezug auf Land und Bund: „Ich erlebe in Niedersachsen eine Welle der Hilfsbereitschaft von den Bürgern, aber leider nicht von der Politik.“

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6spbi26z1g68ir1xk5w
Schützen verwandeln Hof in einen Weihnachtsmarkt

Fotostrecke Laatzen: Schützen verwandeln Hof in einen Weihnachtsmarkt