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Flüchtlinge ziehen ab Dienstag aus Turnhalle aus

Laatzen-Mitte Flüchtlinge ziehen ab Dienstag aus Turnhalle aus

Der Plan der Stadt ist aufgegangen: Ab Dienstag nächster Woche werden die Flüchtlinge die Sporthalle am Erich-Kästner-Schulzentrum (EKS) wieder verlassen. Binnen vier Tagen ziehen rund 190 Personen dann in das umgebaute Bürohaus an der Gutenbergstraße um.

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Flüchtlinge aus der Sammelunterkunft in der Schulturnhalle des Erich-Kästner-Schulzentrums sprechen mit DRK-Heimleiter Michael Grün über den bevorstehenden Umzug.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen-Mitte. Die Umbauarbeiten im ehemaligen Merkurpark an der Ecke Gutenbergstraße/Mergenthalerstraße liegen in den letzten Zügen. Was noch fehlt, sind die Betten: Denn die Schlafgelegenheiten bringen die Menschen, die derzeit noch in der EKS-Sporthalle untergebracht sind, zusammen mit ihren anderen Sachen mit. Statt in einer großen Halle mit wenig Privatsphäre zu schlafen, teilen sich die Männer aus Syrien, dem Iran, Irak, Afghanistan und Pakistan künftig Zimmer mit nur noch zwei bis vier Schlafplätzen.

Starten soll der Umzug am Dienstag nächster Woche. "Das soll innerhalb von vier Tagen passieren", kündigt Stadtsprecher Matthias Brinkmann an. Pro Tag würden etwa 50 Bewohner in die Gutenbergstraße wechseln.

Betreiber der Unterkunft wird auch am neuen Standort das DRK sein. Wie Heimleiter Michael Grün mitteilte, werden 186 Menschen aus der EKS-Halle das umgebaute Bürohaus in der Gutenbergstraße beziehen. Rund ein Dutzend der einst 200 Männer aus der Halle haben zwischenzeitlich Wohnungen oder andere Unterkünfte bezogen.

Das neue Flüchtlingsheim an der Gutenbergstraße bietet Platz für bis zu 240 Menschen und damit auch für die Männer, die seit Oktober in einem Trakt der Grundschule Rathausstraße untergebracht sind. Wann die Unterkunft in Alt-Laatzen aufgelöst wird, steht nach DRK-Angaben noch nicht fest.

Sobald die Sporthalle am Schulzentrum frei ist, will die Stadt diese wieder für ihren eigentlichen Zweck herrichten. Unter anderem muss der Bodenschutz entfernt und müssen teilweise Türen und Wände rückgebaut werden, sagt Brinkmann. Sportvereine und Schule können schon einmal für das nächste Schuljahr planen. "Wir gehen davon aus, dass wir die Halle nach den Sommerferien wieder dem Schul- und Vereinssport zur Verfügung stellen können", so Brinkmann.

Schulleitung: Gute Nachbarschaft mit Flüchtlingen

Hella Kohl, Schulleiterin des Erich-Kästner-Gymnasiums, zieht vor dem absehbaren Ende des Provisoriums ein positives Fazit. Als aus Schulsicht "absolut problemlos" bezeichnet sie die Unterbringung der Flüchtlinge in der Sporthalle - von den Einschränkungen im Sportbetrieb abgesehen. "Die Flüchtlinge waren ausgesprochen friedlich, wir haben von ihnen so gut wie nichts mitbekommen", sagt sie. "Ab und zu hat man mal kleine Grüppchen ins Leine-Center gehen sehen, ansonsten haben wir von ihnen gar nichts bemerkt."

Auch seitens der Schüler seien keinerlei Auffälligkeiten gemeldet worden. Lediglich einige Eltern seien anfangs angesichts der Unterbringung in unmittelbaren Nachbarschaft zur Schule besorgt gewesen. Dies hätten sie der Schulleitung auch mitgeteilt. "Die Bedenken haben sich nach den ersten Wochen aber in Luft aufgelöst."

Von Johannes Dorndorf und Daniel Junker

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Laatzen-Mitte
Omar Alkhaldi (von links), Bashar Fadhel, Hussein Hekma Mohammed Ali, Aysar Balo, und Waleed Hamza wohnen derzeit in der als Notunterkunft für Flüchtlinge hergerichteten Sporthalle II des Erich-Kästner-Schulzentrums (EKS). Hier sind sie gerade auf dem Weg zum Deutschunterricht.

Noch eine Woche, dann können die Flüchtlinge die Notunterkunft in der EKS-Turnhalle verlassen und kleinere Wohneinheiten in der neuen Sammelunterkunft an der Gutenbergstraße beziehen. Der Iraker Bashar Fadhel berichtet, wie es sich über Wochen Seite an Seite mit 199 anderen Männern lebt.

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