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Drohen Überkapazitäten bei Flüchtlingsheimen?

Laatzen/Pattensen Drohen Überkapazitäten bei Flüchtlingsheimen?

Der Bau der Flüchtlingsunterkünfte in Laatzen und Pattensen kommt voran. Inzwischen ist der Zuzug von Asylbewerbern allerdings nahezu verebbt, so dass mancherorts darüber nachgedacht wird, die Gebäude an Studenten zu vermieten. In Laatzen und Pattensen ist dies bislang kein Thema.

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Der Rohbau steht: Die neue Flüchtlingsunterkunft in Rethen wird voraussichtlich im Sommer 2017 fertig.

Quelle: Dorndorf

Laatzen/Pattensen. Manche Dinge sind schnell vergessen: Vor nicht einmal zehn Monaten musste die Stadt Laatzen bekannt geben, dass die Sporthalle am Erich-Kästner-Schulzentrum in eine Flüchtlingsunterkunft umgewandelt wird. Inzwischen hat sich die Lage mehr als entspannt: Nicht zuletzt aufgrund des Flüchtlingsdeals mit der Türkei hat die Stadt Laatzen die Turnhalle wieder geräumt und andernorts sogar Leerstände. Aktuell seien allein in den Sammelunterkünften 73 Plätze frei, sagt Stadtsprecher Matthias Brinkmann.

Bald könnten es sogar mehr werden: Der Bau der neuen Unterkunft an der Pestalozzistraße mit 60 geplanten Plätzen ist inzwischen so weit vorangeschritten, dass die Stadt für Anfang 2017 mit der Eröffnung rechnet. Mitte des Jahres soll noch das Gebäude an der Hildesheimer Straße in Rethen mit 135 Plätzen hinzukommen. Droht da also ein größerer Leerstand?

"Das kann noch nicht abgeschätzt werden", sagt Brinkmann. Zwar seien in den vergangenen Monaten nur wenige Flüchtlinge in Laatzen eingetroffen. Allerdings gehe die Stadt davon aus, dass viele ihre Familie nachholen.

Angesichts der geschaffenen Kapazitäten hat die Stadt die von der Region vorgegebene Quote von 401 Personen aktuell überfüllt: Seit Dezember 2015 hat Laatzen 417 Menschen aufgenommen. "Da einige dieser Personen bereits ihre Familien nachgeholt haben, die nicht auf die Quote angerechnet werden, liegt die tatsächliche Höhe der zugezogenen Personen höher", betont Brinkmann. Für Dezember habe die Region eine Neufestsetzung der Quote angekündigt. Ob diese verlängert werde, sei ungewiss.

Andernorts sieht man sich schon nach Alternativen um. Barsinghausens Bürgermeister Marc Lahmann hatte unlängst bekannt gegeben, dass die Stadt wegen absehbarer Überkapazitäten eine Umwidmung eines Neubaus erwäge. "Gut 200 Betreuungsplätze sind entbehrlich", berichtete der Bürgermeister im Oktober. Er kündigte an der Region vorzuschlagen, freie Kapazitäten für die Unterbringung von Studenten zu nutzen, für die in Hannover Wohnraum fehlt.

Für Laatzen stehen solche Gespräche nicht in Aussicht. "Im Augenblick ist keine Reduzierung der Unterbringungsmöglichkeiten für Flüchtlinge geplant", sagt Stadtsprecher Brinkmann. Ein Grund dafür dürfte sein, dass die Stadt für die größte ihrer Sammelunterkünfte, das Haus an der Gutenbergstraße in Laatzen-Mitte, ohnehin einen Plan B hat: Bürgermeister Jürgen Köhne hatte erst vor wenigen Tagen betont, dass das Gebäude als "Umzugshotel" während der anstehenden Rathaussanierung genutzt werden soll. Eine Bedingung: Während der Bauphase müssten die Flüchtlinge andernorts unterkommen.

Pattensen hinkt bei der Quote hinterher

Auch die Stadt Pattensen investiert aktuell intensiv in neue Kapazitäten. An der Koldinger Straße entsteht derzeit eine Sammelunterkunft für Flüchtlinge. Der erste Bauabschnitt mit 36 Wohnungen soll laut Stadtsprecherin Andrea Steding noch 2016 fertig werden, im Sommer 2017 folge der zweite Bauabschnitt mit 20 Wohnungen. Die Wohnungen seien für jeweils maximal vier Personen ausgelegt. Insgesamt könnten demnach bis zu 224 Menschen dort untergebracht werden können.

Dass aktuell nur sehr wenige Flüchtlinge ankommen, hilft Pattensen aus einer misslichen Lage: Im Gegensatz zu Laatzen hätte die Stadt ihre eigentlich angestrebte Quote vor der Fertigstellung nur schwer erfüllen können: "Zurzeit sind 245 Plätze belegt, da ist nicht viel Luft", sagt Steding. Die von der Region vorgegebene Quote liegt um 87 Personen über der aktuellen Belegung.

"Wir denken nicht, dass wir große Leerstände haben werden", so die Erwartung Stedings. Sollte es wider erwarten dazu kommen, hätte die Stadt zudem die Möglichkeit, Mietverträge von Wohnungen zu kündigen und die teils beengte Unterbringung der Menschen zu entzerren. Nach spätestens zwölf Jahren sollen die neuen Wohnungen an der Koldinger Straße ohnehin als Sozialwohnungen genutzt werden, ergänzt Steding.

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