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Flüchtlingswohnheime sollen WLAN bekommen

Laatzen Flüchtlingswohnheime sollen WLAN bekommen

Die Flüchtlingswohnheime in Laatzen sollen in den nächsten Wochen mit Internetanschlüssen ausgestattet werden. Die Stadt ist hat die Firma htp damit beauftragt, die Häuser mit der entsprechenden Technik auszustatten. Auch vor dem Bürgerbüro soll es einen Internetzugang geben.

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Mostafa Kurdliyekta (von links), Lahli Zabiullah und Rashid Nori benutzen ihr Handy unter anderem für den Kontakt zu Freunden und Verwandten in ihren Heimatländern.

Quelle: Daniel Junker

Laatzen. Sie leben weit entfernt von ihrer Heimat in einer fremden Stadt, die Kommunikation mit Freunden und Verwandten in ihren Heimatländern ist bislang allerdings sehr mühselig: Die in Laatzen untergebrachten Flüchtlinge hoffen seit längerem darauf, dass die Flüchtlingswohnheime mit Internet ausgestattet werden. Vor einem Jahr hatte die Ratsgruppe SPD/Grüne/Linke einen entsprechenden Antrag gestellt.

Dies wird nun umgesetzt: Die Stadt will alle Flüchtlingswohnheime in Laatzen mit mit WLAN-Routern für ein kabelloses Netzwerk ausstatten, die Ausschreibung wurde bereits an den hannoverschen Betreiber htp vergeben. "Es wurde eine Ausschreibung für den Betrieb öffentlicher Hotspots durchgeführt. Diese ist inzwischen abgeschlossen", sagt Stadtsprecherin Ilka Hanenkamp-Ley. Jetzt müssten die Flüchtlingswohnheime nur noch per Glasfaser an das Telefonnetz angeschlossen werden. Den Anfang macht die Unterkunft an der Gutenbergstraße, die nach Angaben der Stadt am 22. Juli WLAN bekommt.

Die Flüchtlinge sollen das Internet kostenlos nutzen können. Die Betriebskosten von aktuell aktuell 39,90 Euro pro Monat und Standort trage die Stadt. Da die Gebäude der Stadt gehören, ist sie auch für die Haustechnik verantwortlich. Da an der Gutenbergstraße demnächst auch Teile der Stadtverwaltung einziehen werden, wäre die Ausstattung dort wohl sowieso notwendig geworden.

Das DRK Region Hannover, Betreiber des derzeit größten Laatzener Flüchtlingswohnheims an der Gutenbergstraße, begrüßt das Angebot. "Das WLAN ist für die Flüchtlinge kein Luxusprodukt", sagt DRK-Sprecherin Nadine Hunkert. Es sei ein Grundbedürfnis der Schutzsuchenden, mit ihrer Familien und ihren verwandten in Kontakt zu treten - insbesondere aufgrund der unsicheren Situationen in den Heimatländern.

Die Flüchtlingswohnheime sind nicht die einzigen Stellen, an denen die Stadt kostenlose Internet-Hotspots einrichten will. Auch im Foyer des Rathauses vor dem Bürgerbüro und vor dem Eingang zum Rathaus soll es bald freies Internet geben. Vorrang hätten zunächst aber die Flüchtlingsunterkünfte, teilt Hanenkamp-Ley mit.

Geflüchtete nutzen Internet für Kommunikation - und zum Lernen

Seit längerem hoffen die Schutzsuchenden darauf, dass die Flüchtlingswohnheime in Laatzen mit Internet ausgestattet werden. Zwar nutzen viele die Datenverbindungen über ihre Mobiltelefone - die sind aber relativ teuer. Drei Laatzener Flüchtlinge berichten, warum das Internet für sie eine so große Rolle spielt:

Rashid Nori (24, Afghanistan) würde die Ausstattung mit kostenfreiem WLAN sehr begrüßen. "Es ist wichtig, das wir WiFi bekommen, damit wir mit unseren Angehörigen schreiben und über das Internet telefonieren können." Zusammen mit einigen anderen Flüchtlingen habe er schon versucht, selbst WLAN für ihre Zimmer in der Unterkunft an der Gutenbergstraße zu bestellen. "Wir wollten Geld sammeln und eine eigene Leitung bestellen", sagt er. "Das geht aber nicht, weil das Gebäude der Stadt gehört." Zudem habe er als Flüchtling keinen Ausweis, mit dem er einen Internetanschluss bestellen könnte. Hin und wieder nutze er das kostenlose Internet im Leine-Center. "Viele von uns gehen dorthin, weil wir keine andere Möglichkeit haben." 

Lahli Zabiullah (31, Afghanistan) hält über das Internet nicht nur Verbindung mit seiner Familie und mit Freunden in Afghanistan. "Ich lerne auch Deutsch über das Internet", sagt Zabiullah, der als afghanischer Staatsbürger gesetzlich nicht als Asylbewerber mit guter Bleibeperspektive gilt und deshalb bislang keinen Zugang zu Deutschkursen hat. "Ich versuche deshalb, mir die Sprache mithilfe des Internets selbst beizubringen." Allerdings ist das teuer: Weil er dafür via Handy mehr als 10 Gigabyte Daten benötigt, zahlt er 30 Euro im Monat. "Für mich ist das viel Geld", sagt Zabiullah. Die Verbindung in die Heimat sei allerdings unerlässlich. Das kostenfreie WLAN im Leine-Center nutzt er kaum - obwohl dies möglich wäre. "Das ist für die Leute, die dort einkaufen wollen. Ich und viele andere möchten sie nicht stören." Die Sitzbänke in der Passage würden für die Kunden benötigt. "Und natürlich stört es mich auch, wenn mir andere dabei zugucken, wenn ich mit Freunden schreibe." 

Karoush Abrishumi  (24, Iran) weiß, dass fast alle Schutzsuchende per Handy mit ihren Verwandten in der Heimat, aber auch mit anderen Flüchtlingen vor Ort zu kommunizieren. Er selbst nutzt es, um mit Freunden per Internet zu schreiben und zu chatten - dafür hat er sich von seinem wenigen Geld ein Paket mit Datenvolumen gekauft. Mit seinen Eltern telefoniere er allerdings auf herkömmlichem Weg, sagt Abrishumi - per Telefon. Die Familie habe in ihrem Haus im Iran kein Internet. "Ich würde das WLAN aber natürlich nutzen, wenn es das geben würde."

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Von Daniel Junker

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