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17-Jährige nach Leichenfund festgenommen

Tötungsdelikt in Laatzen 17-Jährige nach Leichenfund festgenommen

Nachdem eine 41 Jahre alte Frau am Dienstag erstochen in ihrer Wohnung in Laatzen aufgefunden worden ist, hat die Polizei die tatverdächtige 17-jährige Tochter am Mittwochmorgen gegen 7.30 Uhr in einem Einkaufszentrum in Laatzen festgenommen. Eine Zeugin hatte sie beim Einkaufen erkannt.

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Der Tatort am Händelweg in Laatzen.

Quelle: Elsner

Laatzen. Einen Tag, nachdem Rosalie R. tot in einer Wohnung in Laatzen gefunden wurde, hat die Polizei die Tochter der 41-Jährigen festgenommen. Am gestrigen Morgen griffen Beamte des Polizeikommissariats Laatzen die 17-jährige Yessica R. im Leine-Center auf, nachdem eine Kundin die geistig behinderte Jugendliche erkannt hatte. Yessica R. steht im Verdacht, ihre Mutter in der Nacht zu Dienstag mit mehreren Stichen in den Oberkörper getötet zu haben. Seitdem fahndete die Polizei nach ihr.

Zeugen führten Polizei zur Verdächtigen

Der 64 Jahre alte Lebensgefährte von Rosalie R. hatte die Frau am Morgen tot in seiner Wohnung gefunden, als er von der Nachtschicht nach Hause kam. Er alarmierte daraufhin den Notruf und versuchte, seine Freundin wiederzubeleben. Doch für die 41-Jährige kam jede Hilfe zu spät. Während der direkt eingeleiteten Ermittlungen erhärtete sich der Verdacht der Polizei, dass die Tochter die Tat begangen haben könnte. Nachdem die Fahndung nach der 17-Jährigen erfolglos blieb, gaben die Ermittler am Abend eine Öffentlichkeitsfahndung heraus.

Am Mittwoch erkannte dann eine 29 Jahre alte Besucherin des Leine-Centers in Laatzen die Verdächtige. Weil sie selbst offenbar kein Handy bei sich hatte, sprach sie einen anderen Kunden des Supermarktes an, der die Polizei alarmierte. Während die beiden Zeugen auf die Polizisten warteten, beobachtete der 27-Jährige Yessica R. und dirigierte die Beamten per Telefon zur Verdächtigen. Diese ließ sich widerstandslos festnehmen. „In diesem Zusammenhang muss gesagt werden, dass sich die beiden Zeugen vorbildlich verhalten haben“, sagte Oberstaatsanwalt Thomas Klinge am Mittwoch.

Kurz nach der Festnahme beantragte die Staatsanwaltschaft, Yessica R. einem Haftrichter vorzuführen. Dieser ordnete wegen Totschlags die Unterbringung in einer psychiatrischen Einrichtung für die 17-Jährige an. „Es deutet vieles darauf hin, dass die Verdächtige psychisch krank ist“, sagte Klinge. In einem psychiatrischen Gutachten soll diese Frage geklärt werden.

Schon länger Probleme zwischen Mutter und Tochter

Offen blieb am Mittwoch noch, wo die Jugendliche die Zeit bis zu ihrer Festnahme verbrachte. „Es gibt Hinweise darauf, die jedoch noch ausgewertet werden müssen“, sagte der Oberstaatsanwalt. Ebenso stünden noch die Ergebnisse der kriminaltechnischen Untersuchungen am Tatort aus. Die Tatwaffe wurde nach Informationen der Staatsanwaltschaft nicht in der Wohnung im ersten Obergeschoss des Mehrfamilienhauses am Händelweg gefunden. „Es wurden aber diverse Gegenstände an anderer Stelle gesichert, unter denen sich auch die Tatwaffe befinden könnte“, so Klinge. Dazu, wie es zu dem tödlichen Streit mit ihrer Mutter kam, äußerte er sich nicht.

Fest steht, dass es wohl schon länger Probleme zwischen der 41-Jährigen und ihrer Tochter gab. Nach Informationen der HAZ war Yessica R. vor sieben Jahren von zu Hause weggelaufen und erst am Tag darauf wieder aufgetaucht. Damals waren ihre Eltern offenbar noch ein Paar und lebten in Rethen. Zwischenzeitlich hatten sich Rosalie R. und der Vater von Yessica getrennt. R.  soll in den vergangenen Monaten mit ihrem Lebensgefährten in der Wohnung am Händelweg gelebt haben. Wo sich der Vater von Yessica aufhält, und ob er bereits über die mutmaßliche Tat seiner Tochter informiert wurde, war am Mittwoch noch unklar.

Von Jörn Kießler und Astrid Köhler

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