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Mit 100 Dias durch Rethens Geschichte

Rethen Mit 100 Dias durch Rethens Geschichte

Wohl kaum einer ist mit der Geschichte Rethens so vertraut wie der früherer Gemeindedirektor Jürgen Herwig. Groß ist daher der Zulauf, wenn der 89-Jährige einen seiner schon legendären Dia-Vorträge "Rethen gestern und heute" hält. Mehr als 70 Besucher hörten am Donnerstag bei der Awo gebannt zu.

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Der frühere Gemeindedirektor Jürgen Herwig erzählt mit Dias die Geschichte und Entwicklung Rethens.

Quelle: Astrid Köhler

Rethen. Es passierte im Jahr 1792, als eine Bauersfrau eine Pfanne mit Fett auf dem Herd vergaß: Das Fett ging in Flammen auf und da es damals vorwiegend mit Reet oder Stroh gedeckte Fachwerkhäuser gab, lag bald das ganze Dorf in Schutt und Asche, erzählt Herwig.

Doch es gab noch mehr einschneidende Ereignisse für Rethen, wie den Bau der Eisenbahnlinie Hannover-Göttingen. "Ursprünglich sollte die Linie westlich der Leine verlaufen, aber viele Bauern in Koldingen und Pattensen wollten das Dampfross nicht haben", berichtet Herwig der von 1964 bis zur Gebietsreform 1974 Gemeindedirektor in Rethen war mit Verweis auf die Pattenser Chronik. Mit der Eröffnung der Linie am 1. Mai 1955 ("das Jubiläum haben wir dieses Jahr leider verschlafen") ging der Bau des Bahnhofs und im Weiteren die Ansiedlung der Zuckerfabrik einher. "Ich kann mich erinnern, dass früher Rübenwagen von Engelbostel, Schulenburg und dem  Hinterland zum Nordhafen und von dort durch das Stadtgebiet von Hannover  nach Rethen gefahren sind." Das frühere Gelände der Zuckerfabrik, das sich sogar bis auf eine Friedhofsfläche der Kirchengemeinde ausdehnte ("die Rechteinhaber der Grabstellen wurden finanziell entschädigt") ist inzwischen größtenteils Wohngebiet.

Fotos von der Hildesheimer Straße, von umgebauten Häusern oder inzwischen abgerissenen Gaststätten (Gasthaus Hoppe) und Geschäften (Kaufhaus Klungler), die Einweihung des Kriegerdenkmals am 24. November 1929 ("das Datum habe ich mir gemerkt, weil es mein vierter Geburtstag ist"), Aufnahmen von Kindergartenkindern und "Tante Anna", aus Rethens Schulen ("Wer erkennt sich hier wieder?"): Für viele Zuhörer im Familienzentrum ist es am Donnerstag eine Reise in die eigene Kindheit und Jugend. Und alle anderen haben auch so ihre Freude und staunen, dass bei dem 1895 eingeführten Straßenbahnverkehr in Rethen auch mal eine Linie nach Pattensen fuhr: die Linie 21.

"Wenn es auch schwarz-weiß-Fotos sind", betont Herwig, "die Straßenbahnen waren rot." Zumindest bis in die 1950er Jahre. Auf sie folgten zunächst gelben und dann grüne Wagen bis mit der Expo 2000 die ersten Silberpfeile kamen.

Bei allem was sich in Rethen über die Jahrhunderte verändert habe, sei doch eines immer gleich: "Die Kirche ist immer noch im Dorf und da wird sie auch bleiben." Als nach fast 1,5 Stunden der Vortrag mit der Ansicht von St. Petri endet, ist das Bedauern im Raum so groß wie Herwig klar: "100 Dias, mehr kann ich Ihnen nicht zumuten. Vielen Dank für Ihr Interesse." Immerhin – ob es eine Fortsetzung gibt, "darüber können wir reden".

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