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Wer schießt mit Jagdpfeil in der Leinemasch?

Alt-Laatzen Wer schießt mit Jagdpfeil in der Leinemasch?

"Das ist kein Dummejungenstreich - das ist verboten", sagt Siegfried-Karl Guder fassungslos. Der Laatzener Jagdpächter hat in der Leinemasch einen für den Einsatz in Deutschland unzulässigen Jagdpfeil gefunden – mit drei rasiermesserscharfen Klingen an der Spitze. Nun ermittelt die Polizei.

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Hauptkommissar Horst Wenzel von der Laatzener Polizei zeigt den Pfeil, den Jagdpächter Siegfried-Karl Guder etwa 200 Meter abseits des Weges "In den Äckern" in einer Wiese der Alt-Laatzener Leinemasch gefunden hat.

Quelle: Daniel Junker

Alt-Laatzen. Der 88 Zentimeter lange Pfeil steckte einige Zentimeter tief in einer Wiese, etwa 200 Meter vom Leinemaschweg An den Äckern entfernt, erzählt Guder, der das Carbonstück daraufhin zur Polizei brachte und Anzeige wegen Jagdwilderei erstattete. Guder meint, dass der Pfeil benutzt wurde, um unauffällig und lautlos auf Gänse, Rehwild oder ein anderes Tier zu schießen.

Sportschützen wie er distanzierten sich ausdrücklich von der Verwendung derlei Pfeile, betont Frank Schrader, der im Sommer einen Bogenparcours in Laatzen eröffnet hat und dem für eine Einschätzung Bilder des Pfeiles vorgelegt wurden. Mit 88 Zentimeter sei dieser sehr lang. Er selbst habe Pfeile von maximal 82 Zentimeter Länge. Die orangefarbene Kerbe am Ende, die sogenannte Nocke, deute auf die Verwendung mit einem Compund-Bogen hin. "Das ist ein hochtechnisches Gerät mit Umlenkrollen, mit dem man beim Zielen nicht so viel Muskelkraft braucht",  so Schrader.

Der Pfeil an sich sei der Standartpfeil eines Markenherstellers, wie er überall zu kaufen sei, so Schrader. Das außergewöhnliche an dem Funstück sei die Spitze. Bedingt durch ihre Konstruktion mit den Klingen reiße die Spitze große Wunden in die Tiere. Wenn der Schütze richtig treffe, sterbe das Tier schneller als mit einer Gewehrkugel. "Das bedarf aber  der Tatsache, dass richtig getroffen wird." In Deutschland ist die Bogenjagd ausdrücklich verboten. In Kanada, einigen osteuropäischen Ländern und anderen Ländern dürfe hingegen so gejagt werden.

Die Laatzener Polizei geht derzeit von einem Einzelfall aus und sieht keine Ermittlungsansätze. Es gebe keine konkreten Hinweise auf eine Straftat, betonte Leiter des Kriminal- und Ermittlungsdienstes Stefan Schwarzbard. Noch sei nichts bekannt über getötete oder verletzte Tiere. Auch seien an der Pfeilspitze keine Blutspuren gefunden worden. Ebenso sei es möglich, dass jemand  den Pfeil verloren habe, so Schwarzbard. Der Kauf oder Besitz eines Jagdpfeils ist in Deutschland nicht verboten.

Wer nähere Angaben zu dem in der Leinemasch gefundenen Jagdpfeil  machen kann, wird gebeten, die Polizei in Laatzen anzurufen unter Telefon (0511) 1094315. Vorerst bleibt der Pfeil in der Laatzener Asservatenkammer.

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Von Astrid Köhler

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