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Zwei FDP-Kandidaten verzichten auf Ratsmandat

Laatzen Zwei FDP-Kandidaten verzichten auf Ratsmandat

Die Laatzener FDP wird mit einer anderen Mannschaft
als der gewählten in den neuen Rat einziehen. Gleich zwei Kandidaten haben einen Mandatsverzicht angekündigt. Profitieren wird davon der Stadtverbandsvorsitzende Dirk Weissleder, der in den Rat nachrückt.

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Torben Missun (von links) und Ursula Thümler verzichten nach der Wahl auf ihre Ratsmandate - zugusten von Dirk Weissleder, der nachrückt.

Quelle: privat

Laatzen. Drei Sitze hat die FDP im Stadtrat errungen - ein Riesenerfolg für die Freidemokraten, die bislang zwei Mandate innehatten. Gewählt wurden die beiden bisherigen Ratsmitglieder Tobias Münkner und Gerhard Klaus, hinzu stößt der Rethener Tobias Missun. Der hat jetzt jedoch erklärt, er wolle sein Mandat nicht annehmen: "Seit Beginn der Listenaufstellung hat sich bei mir privat einiges verändert", sagt Missun. "Ich kann deshalb das Mandat nicht so ausüben, wie es der Anspruch an mich wäre."

Nachrückerin wäre eigentlich Ursula Thümler. Doch auch die ehemalige Stadtverbandsvorsitzende winkt ab, weil sich ein Ratsmandat nicht mit ihrem Posten als Vorsitzende des NDR-Rundfunkrats vereinbaren ließe: Das Bundesverfassungsgericht hatte 2014 geurteilt, dass die Aufsichtsgremien des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zu staatsnah seien und die Vorgabe gemacht, nur einen Teil der Posten mit politischen Mandatsträgern zu besetzen. "Als Vorsitzende des Rates kann und will ich mich nicht über das Gerichtsurteil hinwegsetzen, das würde meine Glaubwürdigkeit ad absurdum führen", sagt Thümler, die vom Landesfrauenrat in den Rundfunkrat entsandt wurde.

Nächster Nachrücker ist Dirk Weissleder aus Laatzen-Mitte. Für Missun ohnehin eine ideale Lösung: "Er hat deutlich mehr Stimmen eingefahren als ich - und ist nur wegen des Wahlrechts raus. Wichtig ist, dass der Stadtverbandsvorsitzende reingewählt wird." Tatsächlich errang Weissleder bei der Kommunalwahl 350 persönliche Stimmen, Missun 100 und Thümler 54. Dass dennoch Missun zum Zuge gekommen wäre, liegt an der Popularität von FDP-Ratsherr Münkner, der sensationelle 908 Stimmen auf sich vereinte und - wie Missun und Thümler - im südlichen Wahlbereich 2 antrat. "Ich wäre nur auf dem Ticket Münkner mitgefahren", sagt Missun.

Aber warum treten gleich mehrere FDP-Kandidaten an, wenn sie gar nicht gewählt werden wollen? "Man muss sich nichts vormachen, Zählkandidaten gibt es auf allen Listen", sagt Thümler. Sie hätte nicht im Traum gedacht, als Dritte auf der Liste zum Zuge zu kommen. Ohne den Interessenkonflikt mit dem NDR-Amt, sagt Thümler, hätte sie ihr Ratsmandat sehr gerne wahrgenommen. Schade auch für die Vielfalt innerhalb der Ratsfraktion: Es wäre das erste Mal gewesen, dass eine Frau einen der FDP-Sitze einnimmt.

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