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Große Trauer nach Familiendrama

Gleidingen Große Trauer nach Familiendrama

Eine ganze Familie aus Gleidingen ist tot: Zwei Kinder wurden Opfer des erweiterten Suizids ihrer Mutter in einer Lindener Wohnung, der 41-jährige Vater starb bei einer Gewalttat im Haus an der Ringstraße. Der Schock sitzt tief, und viele Fragen sind offen – auch in der Grundschule und Kita.

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Nach der Familientragödie mit vier Toten: Nachbarn und Freunde haben Blumen, Kerzen und kleine Engel am Eingang des Wohnhauses an der Gleidinger Ringstraße niedergelegt.

Quelle: Köhler

Gleidingen. "So eine Situation hat noch niemand von uns erlebt. Keine Ausbildung hat uns auf so etwas vorbereitet", sagt Markus Metzing, Leiter der Gleidinger Kindertagesstätte, in der die Tochter des zuletzt getrennt lebenden Paares betreut wurde. Die Kita bat am Mittwoch Morgen umgehend professionelle Hilfe, bereitete einen Elternbrief sowie einen Gedenktisch vor. Dort sollten Eltern und Kinder Abschied nehmen können, sagt Metzing: "Außerdem wird es kurzfristig einen Elternabend geben."

Was er antworte, wenn ein Kita-Kind frage, was passiert ist? "Ein Unglück", sagt Metzing. Das sei die Wahrheit und sage alles, ohne mit Details zu überfordern. Bei allen nun aufkommenden Fragen gelte es, möglichst kindgerecht und sachlich zu antworten, betont Metzing. Kinder dürften aber auch Trauer und Emotionalität von Erwachsenen erleben. Im Elternbrief heißt es dann auch: "Wir sind alle tief erschüttert vom tragischen Tod der Familie. Im Moment fehlen uns buchstäblich die Worte, trotzdem versuchen wir, das Unfassbare mit Ihren Kindern bestmöglich aufzuarbeiten."

Bei einem Familiendrama sind ein Mann, eine Frau und ihre beiden Kinder ums Leben gekommen. Die Polizei ermittelt.

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Zusätzlich zu einem Laatzener Notfallseelsorger war gestern der auf trauernde Kinder spezialisierte hannoversche Verein Löwenherz in Gleidingen, um das Kita-Team zu beraten.

Von dem Familiendrama ebenso betroffen ist die Grundschule. In der Aula wurde kurzfristig ein Tisch aufgestellt mit zwei Fotos des Neunjährigen. Außerdem hatten Kinder Bilder gemalt und ausgelegt. Fragen wollte die Schule gestern mit Rücksicht auf die besondere Situation nicht beantworten. Eine Schulpsychologin stand der rund 140 Grundschüler zählenden Einrichtung den ganzen Tag über beratend zur Seite.

Beim Bäcker, im Kiosk, in den Geschäften, auf der Straße, bei den Menschen Zuhause und andernorts war die Nachricht vom Tod der Familie nach dem allgemeinen Bekanntwerden am Mittwoch das zentrale Thema. "Es ist bedrückend und schlimm und macht den ganzen Ort betroffen", sagt Ortsbürgermeister Peter Jeßberger. "Es gibt viele Fragen, aber die wichtigste ist: Warum? Warum die Kinder."

Antworten gibt es vorerst keine. Wohl auch dann nicht, wenn die Kriminalpolizei ihre Ermittlungen abgeschlossen hat. Das in einer ruhigen Wohngegend am Ortsrand von Gleidingen gelegene Haus der Familie wurde gestern zeitweise von Medienvertretern belagert. Während Mitarbeiter der Kriminalpolizei in dem zweigeschossigen Klinkerbau Spuren sicherten, kamen vereinzelt Passanten vorbei oder äußerten sich Nachbarn – allesamt fassungslos. Eine junge Frau erinnerte sich an die Kinder, wie sie auf der Straße oder dem Spielplatz spielten.

Von den am Mittwoch Befragten kannte keiner die Familie wirklich gut. Diese wohnte auch erst seit knapp zwei Jahre in der Ringstraße. Die Fragen aber, die ihr Tod hinterlässt, werden viele sicher ein Leben lang nicht vergessen.

Von Astrid Köhler

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Familiendrama in Hannover
Foto: Das Wohnhaus der Familie in Gleidingen: Hier war am Vortag die Leiche eines 41-jährigen Familienvaters gefunden worden, am frühen Abend fand man in Hannover die Leichen der Frau und ihrer beiden Kinder.

Bei dem Familiendrama in Hannover hat die Mutter erst ihre beiden Kinder und dann sich selbst getötet. Das ging am Mittwoch aus dem Obduktionsbericht hervor. Zu den Hintergründen des schrecklichen Geschehens machte die Polizei keine Angaben. Unklar ist noch, ob die Frau zuerst auch ihren Mann getötet hat.

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