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"Hier war der weltliche Mittelpunkt des Dorfes"

Grasdorf "Hier war der weltliche Mittelpunkt des Dorfes"

Einen Marktplatz hatte Grasdorf nie - aber es gab im Dorf schon in früheren Zeiten einen Platz, der als zentraler Treffpunkt diente: den Thie. Was es damit auf sich hat, hat der Grasdorfer Helmut Flohr auf einer Tafel zusammengefasst, die am Dienstag feierlich enthüllt wurde.

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Helmut Flohr erläutert den Besuchern der Enthüllungszeremonie den Aufbau der von ihm gespendeten Tafel.

Quelle: Dorndorf

Grasdorf. Anlass für die Spende war der 85. Geburtstag Flohrs vor einigen Wochen. Anstelle von Geschenken hat der Grasdorfer, der sich viel mit der Historie des Ortes beschäftigt hat, Geld gesammelt. Zusammengekommen sei dabei eine "erquickliche Summe", die nun die Aufstellung der Tafel ermöglicht habe.

Der Thie mit seinem Brunnen an der Ecke Kirchstraße/Am Thie gehört zu dem Stationen, die Flohr bei den von ihm geleiteten Führungen durch das Dorf aufsucht. "Dabei wird immer wieder die Frage gestellt, was der Thie eigentlich war", sagte Flohr bei der kleinen Feier am Dienstagnachmittag. Das Wort verweise auf das niederdeutsche "tieh", das dem hochdeutschen Verb "zeihen" ("verkünden", "sagen") entspreche. Grasdorfs Bauermeister hätten an der Stelle die Bewohner zusammengerufen, um Verordnungen bekannt zu geben, Eheverträge auszuhandeln und Erntetage festzulegen. "Damals mussten die Bauern mit ihren kleinen Flächen gemeinsam ernten", klärte Flohr auf. Auch Feste und Tänze hätten an dem Platz stattgefunden - Tanzsäle oder Klubzimmer kannte man schließlich noch nicht. "Der Thie war der weltliche Mittelpunkt des Dorfes", sagte Flohr - so wie die Kirche am anderen Ende der Kirchstraße der geistliche Mittelpunkt war.

Ergänzt wurden die Erläuterungen um einen kurzen Abriss der Grasdorfer Geschichte mit mehreren Bildern sowie eine Beschreibung eines Rundgangs durch das Dorf - einschließlich eine Karte.

Rund 30 Grasdorfer wohnten der Enthüllungsfeier am Dienstag bei - unter ihnen auch Stadtrat Axel Grüning und Ortsbürgermeister Alexander Muschal, die sich für das Engagement Flohrs ausdrücklich bedankten. Der hat bereits die nächste Idee: So könnte an der Tafel später noch eine Halterung für Faltblätter angebracht werden, die Informationen über Grasdorf enthalten.

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