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Rethen

Grundschuleltern wollen Klarheit

Von Johannes Dorndorf

Die Grundschule Rethen will nach den Sommerferien mit dem Ganztagsbetrieb beginnen. Eltern und Ortsrat kritisieren, dass wichtige Details noch nicht geklärt sind – und Geld fehlt. Den Eltern geht es vor allem um verlässliche Betreuungszeiten am Nachmittag.
Foto: Die Grundschule Rethen will Ganztagsschule werden.

Die Grundschule Rethen will Ganztagsschule werden.

© dpa (Symbolfoto)

Rethen. Grundschulleiterin Bärbel Vujicic stellte das Ganztagskonzept am Montagabend im Ortsrat noch einmal vor: Endet die Schule zurzeit zwischen 12.45 und 13.35 Uhr, wird der Betrieb künftig auf freiwilliger Basis bis 15.15 Uhr dauern. Vorgesehen sei auch eine gebührenpflichtige Extrabetreuung bis 16 Uhr. „Aber wie wir das machen, ist noch ungeklärt“, sagte Vujicic. Überhaupt stehe noch viel Arbeit bevor: In Kürze werde die Schule damit beginnen, mögliche Kooperationspartner – Vereine, Verbände und Geschäftsleute – für den Ganztagsbetrieb anzusprechen.

Kritik kam vonseiten der Eltern: „Die Eltern sind bisher noch nicht informiert“, stellte Jens Lüdemann fest, dessen Tochter die Schule besucht. Die Familien bräuchten möglichst früh verlässliche Informationen darüber, ob und wie lang der Ganztagsbetrieb zustande kommt – auch aus beruflichen Gründen.

Auch am von der Stadt geplanten Personalbudget von 10.000 Euro stört sich der Familienvater: „Auf 50 Schüler fällt dann eine Betreuungsperson“, sagte er. Da seine Tochter im Sommer in Jahrgang vier wechselt, befürchte er, dass sie im nächsten Jahr möglicherweise keinen Hortplatz bekommt und auch das Ganztagsangebot nicht ausreicht.

„Die Ganztagsschule ist kein Ersatz für den Hort“, stellte Vujicic klar. Auch sie sieht finanzielle Schwierigkeiten, eigentlich reiche das Geld nicht. CDU und Grüne im Ortsrat forderten denn auch die Verwaltung auf, über eine Aufstockung des Budgets nachzudenken.

Stadtrat Albrecht Dürr verwies auf die Finanzlage der Stadt: „Einem nackten Mann kann man nicht in die Tasche greifen.“ Rita Heitsch (SPD) und Rita Klindworth-Budny (Grüne) betonten, dass eigentlich das Land in der Pflicht wäre, das im Schulbereich das Personal stellen muss. „Jeden Euro, den die Stadt dafür ausgibt, ist ein Euro, den das Land den Kommunen aufdrückt“, sagte Heitsch.

Martin Löhlein (CDU) sieht Versäumnisse bei der Schule. Sie hätte das Konzept schon früher weiter voranbringen müssen, um den Eltern mehr Sicherheit zu geben, sagte der Christdemokrat: „Da muss einfach mehr Engagement kommen.“

Johannes Dorndorf

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