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Häuserboom hilft Schuldnern

Alt-Laatzen Häuserboom hilft Schuldnern

Der aktuelle Run auf Immobilien hat einen Nebeneffekt: Die Zahl der Zwangsversteigerungen sinkt - auch wegen der steigenden Nachfrage nach Häusern. Das vermutet die Laatzener Immobilienexpertin Gudrun Hillmann-Klobasa, die sich auf das Thema spezialisiert hat. Schuldner würden ihre Immobilien bereits vorher los.

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Jeder Fall ein Ordner: Gudrun Hillmann-Klobasa hat sich auf Zwangsversteigerungen spezialisiert.

Quelle: Dorndorf

Laatzen. Für Marta und Gerald Wendt (Namen geändert) wurde der Traum vom eigenen Haus zum Albtraum. Das Paar hatte eine eigenes Haus finanziert, die Raten pünktlich abgetragen, es lief alles nach Plan. Dann folgten mehrere Schicksalsschläge: Die Trennung ließ sich für das Paar finanziell noch verkraften, Gerald Wendt blieb im Haus wohnen. Als der Lastwagenfahrer dann aber krank wurde und nur noch Teilzeit arbeiten konnte, waren die Raten für Marta Wendt nicht mehr zu bezahlen.

„Sie hat sich dann zu spät bei der Bank gemeldet“, sagt Gudrun Hillmann-Klobasa, die sich als Maklerin auf Zwangsversteigerungen spezialisiert hat. Von ihrem Büro in Alt-Laatzen betreut sie Fälle in ganz Niedersachsen im Auftrag der Gläubigerbanken - über 1000 sind es inzwischen geworden. Im konkreten Fall, der sich in Cuxhaven abspielte, hatte die Bank den Kredit gekündigt. Immerhin gelang es inzwischen, einen Käufer zu finden, „es sieht sehr gut aus“, sagt Hillmann-Klobasa.

Der Fall ist insofern typisch, als dass es zum Zwangsversteigerungstermin nicht mehr kommen dürfte - ein Vorteil: „Es lässt sich dann ein besserer Preis erzielen“, sagt die Maklerin. Denn wer die Wohnung vor dem Kauf in Ruhe besichtigen kann, ist auch bereit, mehr Geld hinzulegen. Bei Zwangsversteigerungen lägen zwar immer Gutachten vor - aber letztlich kaufen die Leute die Katze im Sack.

Bundesweit sinkt die Zahl der Zwangsversteigerungen seit Jahren. Wurden im Jahr 2007 bundesweit 55.000 Verfahren gezählt, waren es laut Berechnungen des Kölner Fachverlags Unika im vergangenen Jahr nur noch 31.000.

Dies hängt aus Sicht Hillmann-Klobasas auch mit dem aktuellen Ansturm auf Immobilien zusammen. Die Nachfrage sei so groß, dass sich derzeit auch Häuser in sonst schwer vermittelbaren ländlichen Lagen vermarkten lassen - aktuell habe sie einen Fall im Kreis Holzminden, der nach drei Jahren kurz vor dem Abschluss steht.

Was tun, wenn das Geld fehlt?

Scheidung, Trennung, Jobverlust – Gründe, die Eigentümer zum Verkauf der Immobilie zwingen, gibt es mehrere. Wer mit Kreditraten in Verzug gerät, sollte aus Sicht von Gudrun Hillmann-Klobasa einiges beachten:

  • Früh bei der Bank melden: Kreditverträge sehen oft vor, dass Banken einen Kredit schon beim Verzug von zwei Monatsraten kündigen können. „Nicht warten, bis der böse Brief kommt“, rät die Expertin. Wer sich schon vorher meldet, hat bessere Karten, bei der Bank etwas zu erreichen.
  • Vorsicht vor Online-Banken: Wer online Kredite abschließt, erhält mitunter bessere Konditionen. Kommt es aber zu Problemen, lässt sich nach Erfahrungen Hillmann-Klobasas bei einer ortsansässigen Bank mehr erreichen.
  • Vorsicht bei Überschreibungen: Oftmals überschreiben Eltern ihren Kindern ihr Haus, um später Erbschaftssteuer zu sparen und vereinbaren ein lebenslanges Wohnrecht. Geht der so Begünstigte jedoch pleite, kann es zur Zwangsversteigerung kommen, das Wohnrecht erlischt.
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