Volltextsuche über das Angebot:

10 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Schönemann verlässt die Piratenpartei

Laatzen Schönemann verlässt die Piratenpartei

Die Laatzener Piraten verlieren ihr wichtigstes Mitglied: Ratsherr Heiko Schönemann hat seinen Austritt aus der Partei erklärt. Er will künftig als Parteiloser im Rat Politik machen. Seine Begründung gibt zugleich Einblicke in die Wirklichkeit der Kommunalpolitik.

Voriger Artikel
Aqualaatzium lädt Sonntag zur Poolsause
Nächster Artikel
Rethener Tunnel soll barrierefrei werden

Heiko Schönemann tritt aus der Piratenpartei aus, für die er 2011 kandidierte.

Quelle: Sandra Schütte

Laatzen. Die wachsende Nähe insbesondere zur SPD war schon in den vergangenen Monaten unübersehbar. Im Januar hatte sich Schönemann bereits gemeinsam mit Linken-Ratsherr Dirk Wetzel einem linken Mehrheitsbündnis im Rat angeschlossen: Die Gruppe Linke und Piraten (GLuP) schloss sich seinerzeit mit Rot-Grün zusammen.

Nun war es offenbar auch Zeit für den Austritt aus seiner eigenen Partei. „Die Piraten waren ein Angebot an die Menschen, sich stärker zu beteiligen und gleichzeitig besser informiert zu werden“, schreibt Schönemann in einer fast dreiseitigen Erklärung. Er habe versucht, seine Arbeit transparent zu machen - in Form von Blog-Einträgen im Internet, aber auch über Beteiligungsformen wie openantrag.de. Die Resonanz sei jedoch gering gewesen: „Ein Angebot unter größter persönlicher Anstrengung aufrecht zu erhalten, welches nicht genutzt wird, macht in meinen Augen keinen Sinn“, schreibt Schönemann. „Im Prinzip ist es wie in der Wirtschaft: Wenn ein Produkt nicht gebraucht wird, verschwindet es vom Markt.“

Sein Ratsmandat will der 37-Jährige behalten: „Es gibt eh keinen Nachrücker“, sagt Schönemann, der beruflich als Softwareentwickler arbeitet. Auch die Gruppe GLuP bestehe weiter - das P stehe nun wohl für parteilos. Der Austritt liege bereits einige Wochen zurück, allerdings hat ihn der Laatzener erst jetzt bekannt gegeben.

Aus seiner Nähe zu den Laatzener Sozialdemokraten - zumindest auf kommunaler Ebene - macht Schönemann keinen Hehl. Dies sei auch Ergebnis eines Lernprozesses: Er sei früher einem „Schubladendenken“ verhaftet gewesen, habe aber gelernt, dass Politik kompliziert und komplex sei und es gerade auf kommunaler Ebene auf die handelnden Personen ankomme. „Die Laatzener Kommunalpolitiker der SPD und der Grünen haben sich für die ehrenamtliche Arbeit gut aufgestellt“, findet Schönemann. Die Gruppe arbeite gut organisiert in Arbeitsgruppen und treffe ihre Entscheidungen „sozusagen basisdemokratisch: „Es gibt kein Durchsetzen von oben, sondern alles wird vernünftig diskutiert und gemeinsam nach Mehrheiten entschieden.“ Er glaube, dass die Laatzener SPD zwar gute Politik gemacht, sie aber schlecht vermittelt habe. Einen Eintritt in die Partei schließt Schönemann aus.

Die Piraten hatten bei der Kommunalwahl im September 2011 in Laatzen auf Anhieb ein Ratsmandat erhalten - mit Schönemann als einzigem Bewerber.

Von Johannes Dorndorf

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten
Laatzen-Seite der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung
doc6spbi26z1g68ir1xk5w
Schützen verwandeln Hof in einen Weihnachtsmarkt

Fotostrecke Laatzen: Schützen verwandeln Hof in einen Weihnachtsmarkt