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Hightech-Blitzer startet frühestens im Sommer

Gleidingen Hightech-Blitzer startet frühestens im Sommer

Die neuartigen Tempo-Blitzer an der B6 zwischen Gleidingen und Rethen sind längst installiert - aber die Inbetriebnahme lässt auf sich warten: Es gibt Probleme mit dem Datenschutz. Nach mehreren Verzögerungen peilt das Innenministerium nun den Sommer als Starttermin an.

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Die neue Tempo-Messanlage "Section Control" auf der Bundesstraße 6 zwischen Gleidingen und Rethen ist längst installiert - die Inbetriebnahme lässt allerdings auf sich warten.

Quelle: Dorndorf

Gleidingen. Eigentlich sollte die Messanlage "Section Control" bereits im Herbst 2015 in den Testbetrieb gehen. Die Landesdatenschutzbeauftragte Barbara Thiel meldete allerdings schon früh Zweifel an, ob die Daten der Autofahrer sicher sind: Die Besonderheit dieser besonderen Blitzeranlage ist, dass Autofahrer an beiden Endpunkten des drei Kilometer langen B6-Abschnitts erfasst werden, um die Durchschnittsgeschwindigkeit zu berechnen. Dafür müssen Kennzeichendaten von einer Kamera zur anderen übermittelt werden - eine potenzielle Sicherheitslücke.

Mitte 2015 hatte das Ministerium deshalb die Inbetriebnahme auf Anfang 2016 verschoben. Der Startschuss blieb jetzt allerdings aus. "Momentan prüft die Polizeidirektion Hannover die Stellungnahme des Landesamtes für Datenschutz", heißt es zu Begründung im Innenministerium. Inhaltlich gehe es etwa um den Begriff der "Pseudonymisierung" bei der Einrichtung der Anlage durch die Firma Jenoptik. "Dieser Begriff ist bei der technischen Beschreibung zur Verschleierung des Kfz-Kennzeichen-Klartextes verwendet worden", sagt Ministeriumssprecherin Nadine Bunzler. Da es dafür jedoch keine gesetzlich relevante Definition gebe, müsse die Polizeidirektion diese Beschreibung nun umformulieren.

Und das dauert offenbar: "Wir gehen momentan davon aus, dass wir im Sommer dieses Jahres mit einem Probebetrieb beginnen können", sagt Bunzler. Danach werde die Anlage noch abschließend durch die Physikalisch-Technische Bundesanstalt in Braunschweig zertifiziert, so dass kurze Zeit später der Echtbetrieb beginnen kann. Bunzler betont, dass die Anlage Pilotcharakter habe und deshalb nur bedingt auf Standards anderer Verkehrsüberwachungsanlagen zurückgegriffen werden könne - daher der langwierige Prozess.

Einen Effekt hat die Anlage wohl schon jetzt: Im vergangenen Jahr gab es auf dem Abschnitt im Gegensatz zu den Vorjahren keinen gravierenden Unfall. Vielleicht, weil Autofahrer aus Furcht vor den eindrucksvollen Blitzern vom Gas gehen?  "Wir haben wahrgenommen, dass die Geschwindigkeit der vorbeifahrenden Fahrzeuge seit dem Aufbau der Anlage abgenommen hat", sagt Ministeriumssprecherin Bunzler.

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Der drei Kilometer lange Messabschnitt auf der B6 beginnt kurz hinter Gleidingen. Kontrolliert werden nur Fahrzeuge in Fahrtrichtung Hannover.

Quelle: Dorndorf

Von Johannes Dorndorf

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