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Hund Benny verhinderte in Rethen wohl Schlimmeres

Großbrand Hund Benny verhinderte in Rethen wohl Schlimmeres

Hund Benny hat vielleicht sogar Leben gerettet: Der Foxterrier schlug in der Nacht zu Mittwoch beim Brand in Rethen frühzeitig Alarm, sodass die Nachbarn gewarnt werden konnten. Gerade noch rechtzeitig konnte die Familie dadurch das Haus verlassen. Bei dem Brand entstand ein Millionenschaden. Verletzt wurde niemand.

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Hund hat Benny vielleicht sogar Leben gerettet: Rosi Folprecht mit ihrem Benny, der in der Nacht so frühzeitig angeschlagen hat, dass die Nachbarn gewarnt werden konnten.

Quelle: Johannes Dorndorf

Rethen. Richtig gefährlich hätte die Brandnacht für die Bewohner des Hauses werden können, das an den Carport angrenzt. Denn geweckt wurden Steffen D. und seine Familie nicht vom Feuer, sondern von den aufmerksamen Nachbarn: „Die Nachbarn haben bei uns Sturm geklingelt, nachdem bei ihnen der Hund angeschlagen hatte“, sagt Steffen D. „Wir haben dann die Rollläden hochgezogen und sahen es schon lichterloh brennen.“ Der 24-Jährige verließ daraufhin mit seiner 23-jährigen Frau und dem erst zwei Wochen alten Sohn das Haus – gerade noch rechtzeitig. „Vier bis fünf Minuten später loderten bei uns schon die Flammen.“

Das Tier, das auf diese Weise Schlimmeres verhindert hat, heißt Benny und ist der Foxterrier der Nachbarin Rosi Folprecht. Dass das Haus der Familie D. erheblichen Schaden nahm, konnte Benny dann allerdings nicht verhindern: Der Dachstuhl und die Fassade wurden schwer beschädigt. „Im Haus ist außerdem alles durchnässt und verrußt“, erzählt D. über die Folgen der Löscharbeiten.

Die Familie zog noch in der Nacht zu den Eltern in Wettbergen um. „Es kann sein, dass wir uns zeitweise ein Haus mieten müssen.“
Der Familienvater zeigte sich richtig dankbar gegenüber seinen Nachbarn und vor allem Foxterrier Benny. „Besser als jeder Rauchmelder“, sagt Steffen D.

Alarm mitten in der Nacht

Doch was war nun eigentlich genau passiert? Der Reihe nach: Gegen 2.30 Uhr am frühen Mittwochmorgen war für die Anwohner der Doktor-Alex-Schönberg-Straße die Nacht zu Ende. „Es gab so ein Knallen – fast, als wenn jemand mit einer Pistole schießt“, erinnert sich Gulay Osman. Als sie und ihr Mann aufstanden, sahen sie die Flammen sofort: Im Carport auf dem Edeka-Parkplatz brannten mehrere Autos lichterloh.

Am nächsten Morgen zogen Polizei und Feuerwehr Bilanz: Bei dem Brand entstand ein Schaden von rund einer Million Euro, 14 Autos und ein Wohnhaus wurden zerstört. Verletzt wurde niemand, eine Familie mit Säugling konnte sich rechtzeitig ins Freie retten. Die Polizei geht von Brandstiftung aus.

Die Feuerwehr wurde um 2.36 Uhr alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte stand die gesamte Reihe der Autos bereits voll in Flammen. „Da war nichts mehr zu retten“, sagte Laatzens Feuerwehrsprecher Gerald Senft. Zudem griff das Feuer auf ein angrenzendes Reihenendhaus über und setzte die komplette Außendämmung und den Dachstuhl in Brand. Die dort lebende Familie mit ihrem erste zwei Wochen alten Säugling konnte sich rechtzeitig ins Freie retten. Das Haus ist unbewohnbar. Durch die Flammen wurde zudem ein weiteres Haus, das ebenfalls an den Carport angrenzt, an der Giebelfassade beschädigt. Die Polizei evakuierte mehrere Häuser.

Bei einem Feuer in Rethen sind 14 Fahrzeuge zerstört worden. Ein Haus wurde durch die Flammen ebenfalls stark beschädigt und ist unbewohnbar.

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Polizei vermutet Brandstiftung

Die Brandermittler der Polizei untersuchten die Einsatzstelle am Morgen mehrere Stunden lang. Die Beamten gehen von Brandstiftung aus: Zeugen hätten in der Nacht einen dunkel gekleideten, maskierten Mann beobachtet, der sich an einem Mercedes zu schaffen gemacht hätte. Wenig später sei der Brand ausgebrochen.
„Vermutlich wurde zunächst eines der Fahrzeuge in Brand gesetzt“, sagt ein Polizeisprecher. Von dort hätte das Feuer auf die übrigen Fahrzeuge, dann auf den Carport und die Hausfassaden übergegriffen. Neben den 14 Autos zerstörten die Flammen auch ein Motorrad und zwei Anhänger.

Genutzt wurden die Stellflächen, die zum Edeka-Parkplatz am Marktzentrum Rethen gehören, vor allem von Anwohnern. „Unser Sohn hat noch versucht, sein Auto rauszufahren“, sagen Teyrek und Gulay Osman – es sei jedoch schon zu spät gewesen. „Das Auto stand da schon voll in Flammen.“ Ähnlich erging es Nadja Tukscher und ihrem Mann, deren VW Golf ebenfalls schon brannte, bevor sie ihn wegfahren konnten. „Sorgen habe ich mir aber vor allem um die Menschen gemacht“, sagt sie – zumal viele Familien mit kleinen Kindern wegen des Feuers draußen gewesen seien. Sie habe erst gegen 6 oder 7 Uhr einschlafen können.

Mehr Glück hatten Silke und Christian Krieg. „Unsere Autos standen ganz vorne“, sagt Silke Krieg – so sei es ihrem Mann und ihr gelungen, beide Autos aus dem Carport herauszufahren, bevor die Flammen auf sie übergriffen.

Die Vermutung der Brandstiftung machte schon in der Nacht die Runde – und sorgte für Fassungslosigkeit. „Das kann man als gesunder Mensch wohl nicht verstehen“, sagt etwa Anwohner Jordan Zina, zumal wegen der angrenzenden Wohnhäuser Lebensgefahr bestand. Auch Zinas Auto ging in Flammen auf. Der betroffene Bereich des Parkplatzes wurde am Mittwochmorgen zunächst per Flatterband abgesperrt. Im Laufe des Tages sollte der Bereich dann von der Eigentümerfirma mit einem Baustellenzaun abgesichert werden, hieß es am Mittag.

Um 3.30 Uhr galt: Feuer aus

Um die Flammen in den Griff zu bekommen, orderten die Helfer ein Schaumlöschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Hannover zur Unterstützung hinzu. „Wir wussten anfangs gar nicht, wo wir zuerst löschen sollen“, sagt Senft. Die Hitzeentwicklung war so groß, dass drei Autos, die in zehn bis 15 Metern Entfernung vom Carport geparkt waren, ebenfalls beschädigt wurden. „Das Plastik der Lichter tropfte runter, auch die Nummerschilder waren wegen des geschmolzenen Kunststoffs heruntergefallen“, sagt Senft.

Gegen 3.30 meldete Stadtbrandmeister Sebastian Osterwald dann zunächst „Feuer aus“. Parallel zu den Nachlöscharbeiten räumten die Einsatzkräfte zusammen – zunächst: Denn in den frühen Morgenstunden musste die Drehleiter der Laatzener Feuerwehr erneut nach Rethen gerufen werden, weil Rauch aus dem Dachstuhl des beschädigten Hauses drang. Um an den Brandherd zu kommen, deckten die Feuerwehrleute die Ziegel ab und nahmen die Dachhaut auf.

Die Polizei bittet Zeugen, die zu dem Fall und insbesondere zu dem maskierten Mann Hinweise geben können, sich unter Telefon (05 11) 1 09 55 55 beim Kriminaldauerdienst zu melden.

Von Johannes Dorndorf und Frerk Schenker

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