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700 Metaller ziehen durch Laatzens Straßen

Alt-Laatzen 700 Metaller ziehen durch Laatzens Straßen

Eine Demonstration dieser Größe hat die Stadt lange nicht erlebt: 700 Beschäftigte der Metallindustrie sind am Montagvormittag durch Alt-Laatzen gezogen, um mehr Lohn zu fordern. Kritisch sehen die Gewerkschafter eine geplante Produktionsverlagerung beim Pneumatikspezialisten Aventics ins Ausland.

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Rund 700 Beschäftigte der Metallindustrie fordern bei der Kundgebung in Laatzen mehr Lohn.

Quelle: Dorndorf

Alt-Laatzen. Um 10 Uhr versammelten sich Metaller aus dem Raum Hannover am Messebahnhof in Alt-Laatzen. An der Warnstreikaktion nahmen Mitarbeiter aus 19 Betrieben teil. Dazu zählten die Laatzener Unternehmen Aventics, Siemens und Unify, aber auch etwa von Troester, MTU und Vodafone. Auf der von der Polizei gesperrten Hildesheimer Straße ging es über die Kronsbergstraße zur Abschlusskundgebung vor dem Aventics-Werk an der Karlsruher Straße. Immer dabei: eine mobile Kapelle, die parallel zum Trillerpfeifenkonzert Songs wie "I'm Walking" und "Sex Bomb" beisteuerte.

"Wir wollen hier von Laatzen aus ein starkes Signal aussenden", sagte IG-Metall-Sekretär Sascha Dudzik bei strahlender Wetter vor 700 Streikteilnehmern. Als eine "lächerlich" bezeichnete er das aktuelle Verhandlungsangebot der Arbeitgeber von 2,1 Prozent für zwei Jahre. Sogar noch geringer ausgefallen sei die erste Offerte: "Das war das geringste Angebot seit Beginn der Aufzeichnungen", sagte Dudzik. Der Deutschen Wirtschaft gehe es gut - gerade im Bereich der Metall- und Elektroberufe. "Statt die Arbeit der Beschäftigten anzuerkennen, wollen sie uns mit Klimpergeld abspeisen." Die IG Metall fordere fünf Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.

Aventics will Arbeit ins Ausland verlagern

Das Aventics-Werk als Ort der Kundgebung war mit Bedacht gewählt. Dudzik sprach von "einem Betrieb, in den eine Heuschrecke - ein Finanzinvestor - eingestiegen ist". Gemeint war der Investor Triton, der Aventics Anfang 2014 von Bosch erworben hat. Nachdem die Zahnkettensparte in Gronau mit 70 Mitarbeitern zum Jahreswechsel 2015/16 verkauft wurde, plane das Unternehmen nun die Verlagerung eines Teils der Montage, hieß es bei der Kundgebung: Ventile für einen Texilmaschinenhersteller sollen nach Angaben der IG Metall künftig im Werk in Ungarn statt in Laatzen montiert werden. Dabei stünden in Laatzen 20 Arbeitsplätze auf dem Spiel. Ziel es sei, Gewinne, die derzeit üppiger denn je ausfielen, für die Gesellschafter abzusichern. "Das ist purer Raubtierkapitalismus", rief der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Stefan Drechsler den Streikenden zu. "Wir brauchen Geld in unseren Taschen und nicht in irgendwelchen spekulativen Investmentfonds."

Eine Aventics-Sprecherin bestätigte am Montag die Pläne zur Produktionsverlagerung. Es gehe allerdings um 14 befristete Beschäftigte, deren Verträge ausliefen. Zwei weitere, fest angestellte Kollegen würden künftig andere Aufgaben im Betrieb übernehmen. Grund für die Verlagerung sei das Bestreben, die Standorte optimal auszulasten - das Werk im ungarischen Eger habe noch Kapazitäten.

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Fotostrecke Laatzen: 700 Metaller ziehen durch Laatzens Straßen

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