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Igelhaus verhängt Aufnahmestopp

Grasdorf Igelhaus verhängt Aufnahmestopp

Das Igelhaus in Grasdorf ist seit Wochen voll belegt. Mehr als 300 Tiere in Not haben die Helfer aufgenommen. Um alle stacheligen Gesellen versorgen zu können, arbeiten die Ehrenamtlichen fast rund um die Uhr.

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Die zwei Igelbabies wurden mit vier Geschwistern und ihrer Mutter an einer Bushaltestelle an der vielbefahrenen Podbielskistraße in Hannover gefunden.

Quelle: Stephanie Zerm

Alt-Laatzen. "Abends gemütlich auf dem Sofa liegen, ist nicht", sagt Heike Philipps. Denn die hilfsbedürftigen Stachelkugeln im Igelzentrum müssen versorgt werden. Dabei platzt die Einrichtung am Südtor 11 fast aus allen Nähten. Da die Käfige bereits alle belegt sind, sind viele Igel in Pappkartons einquartiert worden.

"Den ganzen Oktober über sind noch sehr viele kleine Igel zu uns gebracht worden", berichtet Philipps. Dies hänge unter Umständen damit zusammen, dass der September sehr warm und trocken war, so dass vielen Igelmüttern, die keine Wasserstellen fanden, die Milch für ihren Nachwuchs ausgegangen ist. "Seit 30 Jahren habe ich dies nicht so extrem erlebt", bedauert die Laatzenerin. Normalerweise verließen Jungtiere mit einem Gewicht von rund 200 bis 250 Gramm ihre Nester. In diesem Jahr seien Ende Oktober noch ganze Würfe ins Igelzentrum gebracht worden, bei denen die einzelnen Tiere teilweise nur 60 Gramm gewogen hätten.

In dem Haus am Südtor 11 in Alt-Laatzen werden die geschwächten Tiere wieder aufgepäppelt. Zurzeit kümmern sich 23 Ehrenamtliche sowie acht bezahlte Kräfte um sie. Von 5 Uhr morgen bis spät abends heißt es Saubermachen, Wiegen, Protokoll über die Entwicklung der einzelnen Tiere führen und Medikamente verabreichen. Zusätzlich kümmern sich drei Asylbewerber darum, dass die Tiere, die im Igelzentrum ab 6. Dezember ihren Winterschlaf verbringen, auch ein geeignetes Quartier haben. "Sie bauen Winterschlaflager aus Kartons und Zeitungspapier", sagt Philipps. 20 von 300 seien bereits fertig.

Die meisten Igel haben laut Philipps Parasiten, die zunächst bekämpft werden müssen. "Das kommt daher, dass die Tiere kaum noch Nahrung finden und sich hauptsächlich von Regenwürmern und Schnecken ernähren, die dann Krankheiten übertragen." Die meisten Igel würden heute nur um die drei Jahre alt, bedauert Philipps. Normal wäre ein Alter von bis zu zehn Jahren.

Insgesamt hat das Igelzentrum seit August, dem Geburtsmonat der Igelbabies, 748 Tiere versorgt. 90 Prozent werden anschließend wieder ausgesetzt. Nur 10 Prozent schaffen es nicht.

Igel verdrücken pro Tag 80 Dosen Katzenfutter

Um die Tiere aufzupäppeln, verwenden die Helfer im Igelhaus eine Mischung aus Dosenfutter für Katzen und Trockenfutter für Igel. "Das ist ein gutes Vollwertfutter, mit dem die Igel etwa 30 bis 40 Gramm pro Nacht zunehmen können", sagt Ambulanzleiterin Heike Philipps. Für die mehr als 300 Tiere, die zurzeit in der Einrichtung leben, benötigt das Igelzentrum 80 Dosen Katzenfutter pro Tag. Um die Einrichtung zu unterstützen, hat die Penny-Rewe-Gruppe nun 1720 Dosen im Wert von rund 600 Euro gespendet. Damit können die Igel 21 Tage lang ernährt werden. Die Lebensmittelmärkte unterstützen das Igelhaus bereits seit acht Jahren mit jährlichen Futterspenden. Zustande gekommen ist der Kontakt über ein Mitglied des Betriebsrats.

Außerdem greift die Sparkasse Hannover der Einrichtung finanziell unter die Arme. Mit der Aktion "gut füreinander" hat die Sparkasse einen Ehrenamtspreis ausgelobt, bei dem das Igelzentrum den ersten Preis gewonnen hat. Dafür erhält es Ende November 5000 Euro.

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Von Stephanie Zerm

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